Digitalpakt Schule
Land gibt Förderbudgets bekannt

Westerkappeln/Lotte/Mettingen -

Die Gemeinden Westerkappeln, Lotte und Mettingen wollen die Digitalisierung ihrer Schulen vorantreiben. Seit Mittwoch steht fest, wie viel Geld sie vom Land dafür einplanen können.

Mittwoch, 04.09.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 12:16 Uhr
Tablets für Schüler und Lehrer, Präsentationsarbeitsplätze, Whiteboards, die Verkabelung und Vernetzung der Computer – all das kostet eine Menge Geld. Aus dem Digitalpakt Schule können die Kommunen jetzt Fördergelder beantragen. Seit Mittwoch stehen die möglichen Budgets für die einzelnen Träger fest.
Tablets für Schüler und Lehrer, Präsentationsarbeitsplätze, Whiteboards, die Verkabelung und Vernetzung der Computer – all das kostet eine Menge Geld. Aus dem Digitalpakt Schule können die Kommunen jetzt Fördergelder beantragen. Seit Mittwoch stehen die möglichen Budgets für die einzelnen Träger fest. Foto: dpa

Die nordrhein-westfälische Landesregierung in Düsseldorf hat die Förderrichtlinie für den Digitalpakt Schule gebilligt und damit nach Angaben von Schulministerin Yvonne Gebauer den Weg frei gemacht für die Auszahlung der Zuschüsse an die Schulen.

Der Bund wendet rund fünf Milliarden Euro für den Digitalpakt Schule auf. Nordrhein-Westfalen erhält daraus nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel 1,054 Milliarden Euro.

Alle Schulträger erhalten nach Angaben der Landesregierung ein Förderbudget, das bei der Antragstellung zu berücksichtigen sei. Bei Kreisen, kreisfreien Städten, kreisangehörigen Städten und Gemeinden werde das Förderbudget zu 75 Prozent nach der Schülerzahl und zu 25 Prozent nach der Schlüsselzuweisung im Gemeindefinanzierungsgesetz zugewiesen. Damit finde auch die unterschiedliche Finanzkraft der Kommunen Berücksichtigung. Bei allen anderen Schulträgern werde das Förderbudget zu 100 Prozent nach Schülerzahl verteilt.

Für Westerkappeln bedeutet das konkret, dass sich die Gemeinde Hoffnung auf 178 899 Euro machen kann. Das Land wird die Summe jedoch nicht einfach überweisen. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Bewilligung ein Antragsverfahren vorgeschaltet. Die Förderrichtlinie wird zum 15. September im Amtsblatt des Schulministeriums veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt sollen die Schulträger und die Schulen des Gesundheitswesens dann bei den Bezirksregierungen Anträge stellen können. Für die Antragstellung sei mit den Bezirksregierungen „ein schlankes, digitales Verfahren“ aufgesetzt worden, das ebenfalls am 15. September freigeschaltet werde, versichert die Landesregierung.

Fraglich ist, wie weit die Gemeinde Westerkappeln mit dem Geld kommt. Für die Grundschule am Bullerdiek, deren Erweiterung und Modernisierung just begonnen hat, gibt es schon eine grobe Hausnummer, die der Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (KAAW) vergangenes Jahr errechnet hat. Der KAAW berät Westerkappeln wie auch Lotte sowie weitere Kommunen und Schulen auf verschiedenen Feldern der Informationstechnologie (IT). Für eine Vollausstattung (Infrastruktur, Präsentationsarbeitsplätze in jedem Klassenraum, Tablets für die Lehrer) und gegebenenfalls zwei halbe Tablet-Klassensätze à 16 Geräte kam der Zweckverband auf circa 210 000 Euro. Für die Grundschule Handarpe steht ebenfalls eine Modernisierung an. Was das kosten könnte, ist noch offen. Will sagen: Die Gemeinde muss wohl selbst weitere Mittel für die IT in den Schulen freischaufeln.

Die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln hat – nicht zuletzt im Hinblick auf die Oberstufe – eine umfassende Digitalisierung des Unterrichts im Fokus. Der Schulzweckverband Lotte-Westerkappeln kann aber auf ein eigenes Förderbudget zugreifen, das von der Landesregierung mit 312 636 Euro angebenen wird. Ob das reicht ?

Das mögliche Förderbudget der Gemeinde Lotte, die Träger von drei Grundschulen ist, beträgt 216 576 Euro. Die Friedrich-Krüger-Stiftung als Träger der Krüger-Schulen in Wersen kann überdies 88 000 Euro beantragen. Für die Gemeinde Mettingen (zwei Grundschulen und eine Hauptschule) sind 233 715 Euro im Fördertopf.

Auch dem Verein der Schulfreunde als freiem Träger der Kardinal-von-Galen-Schulen (Realschule und Gymnasium) steht für Digitalisierungsprojekte ein eigenes Budget zur Verfügung. Mit 431 843 Euro ist es fast die doppelte Summe, die für die Gemeinde vorgesehen ist.

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