Mobilfunkversorgung in Westerkappeln und Lotte
Jagd auf Funklöcher

Westerkappeln/Lotte -

Just berichteten die WN über Funklöcher in Velpe. Auf dem Schafberg gibt es ebenso schlechte bis gar keine Verbindungen. Und in Seeste sieht es nach Angaben von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer nicht besser aus. Die Telekom will jetzt Jagd auf solche Funklöcher machen und ruft Städte und Gemeinden zur Unterstützung auf.

Freitag, 06.09.2019, 19:00 Uhr
Achtung Funkloch ! In Westerkappeln gibt es davon so einige.
Achtung Funkloch ! In Westerkappeln gibt es davon so einige. Foto: Colourbox

In den Westerkappelner Außenbereichen soll das Glasfasernetz ausgebaut werden. Langsame Internetverbindungen in den Bauerschaften sind das eine, gestörter Handyempfang ist das andere. In Westerkappeln gibt es jedenfalls einige Funklöcher. Just berichteten die WN über Probleme in Velpe. Auf dem Schafberg gibt es ebenso schlechte bis gar keine Verbindungen. Und in Seeste sieht es nach Angaben von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer nicht besser aus. Die Telekom will jetzt Jagd auf solche Funklöcher machen und ruft Städte und Gemeinden zur Unterstützung auf.

Die Telekom wolle beim Ausbau des Mobilfunknetzes neue Wege gehen, teilte das Unternehmen vor einigen Tagen mit. Im Rahmen der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ sollen 50 Sendeschatten geschlossen werden – bundesweit. Kommunen könnten dabei aktiver Partner werden. Üblicherweise entscheide die Telekom nach marktwirtschaftlichen und funktechnischen Erwägungen, wo ein neuer Standort entstehen soll. Deshalb gebe es Kommunen, die bei dieser Betrachtung immer wieder durchs Raster fielen.

Genau an diese Kommunen wende sich die Aktion „Wir jagen Funklöcher“. „Hier zählt im Wesentlichen der Beitrag und der Wille der Gemeinden“, erklärt Walter Goldenits, Geschäftsführer Technik der Telekom Deutschland. Jede Kommune, die auf ihrem Gebiet ein LTE-Funkloch hat, könne teilnehmen. Nötig ist laut Mitteilung unter anderem ein Beschluss des Gemeinderats. Gebraucht werde auch ein Standort für eine Antenne auf einem Dach oder eine freie Fläche für einen Mast ( www.telekom.com/wirjagenfunkloecher ). Im Gegenzug errichte und betreibe die Telekom dort dann einen hochmodernen LTE-Standort.

Die Telekom baut im Jahr rund 2000 Antennen-Standorte neu auf. Die Aktion „Wir jagen Funklöcher“ soll dieses jährliche Programm unterstützen. Angesichts von nur 50 weiteren Standorten scheint das dann doch vor allem eine Marketing-Kampagne zu sein.

Wäre das trotzdem nichts für die Gemeinde Westerkappeln ? „Wir haben der Telekom schon Anfang des Jahres eine Übersicht der Funklöcher mit möglichen Standorten für den Neubau von Antennenmasten geschickt“, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. „Bis jetzt haben wir keine Antwort darauf bekommen.“

Sollte die Gemeinde bei der Funklochjagd der Telekom mitmachen wollen, muss sie sich sputen. Die Bewerbungsfrist läuft am 30. November ab. Bis dahin wäre also auch ein Ratsbeschluss erforderlich.

Ausbau des Mobilfunknetzes

Mit einem zusätzlichen Ausbau des Netzes sollen ärgerliche Funklöcher für Handynutzer in Deutschland vor allem auf dem Land verringert werden. Der Bund hat dazu am Donnerstag Verträge mit den Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Freitag berichtete. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach von einer „Ausbauoffensive“ für ländliche Räume.Im vergangenen Sommer hatten die Betreiber und der Bund in einer Vereinbarung die Absicht erklärt, dass bis Ende 2021 durch neu zu errichtende Mobilfunkstandorte künftig 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland eine LTE-Versorgung erhalten sollen. Diese Zusage wurde nun durch die am Donnerstag geschlossenen Verträge rechtlich verbindlich gemacht.Konkret sieht der Vertrag eine Versorgung von 99 Prozent der Haushalte bundesweit bis Ende 2020 vor und von 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland bis 2021 - also auch in Flächenländern. Damit soll die Versorgung gerade in ländlichen Räumen verbessert werden. Allerdings beziehen sich die Ausbauziele auf die Zahl der Haushalte – und nicht auf die Fläche.Verkehrsminister Scheuer sagte, für die neuen Ziele sollten mehr als 1400 neue Mobilfunkmasten errichtet werden.Diese sollen für eine Nutzung durch jeden Betreiber offen stehen.

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Mitbewerber Vodafone hat derweil jetzt nach eigenen Angaben ein LTE-Ausbauprogramm für den Kreis Steinfurt gestartet. LTE ermögliche Handygespräche in kristallklarer Qualität und Breitbandinternet für unterwegs. Im Rahmen des Ausbauprogramms wurde gerade eine LTE-Station in Lotte-Büren in Betrieb genommen.

Vodafone will in der nächsten Ausbaustufe bis Ende 2020 weitere rund sechs Millionen Euro aus eigenen Mitteln investieren, um die Mobilfunk-Versorgung mit LTE weiter zu verbessern. Insgesamt sind im Kreis Steinfurt aktuell 48 LTE-Bauvorhaben geplant. Dabei werde das Unternehmen komplett neue Mobilfunk-Stationen bauen, erstmals LTE-Technik an bestehenden Mobilfunk-Standorten installieren und vor allem zusätzliche Antennen an vorhandenen LTE-Standorten anbringen, erläutert Konzernsprecher Volker Petendorf auf WN-Nachfrage.

Die geplanten Baumaßnahmen dienten dazu, LTE-Funklöcher zu schließen sowie mehr Kapazität und höhere Surf-Geschwindigkeiten in das Vodafone-Netz zu bringen. Im ersten Schritt hat der Netzbetreiber laut Petendorf den Bedarf für weitere LTE-Stationen im Kreis Steinfurt ermittelt und ebenso die notwendigen Investitionsmittel für die LTE-Bauvorhaben frei gegeben. Im nächsten Schritt sollen die genauen Standorte vor Ort noch ermittelt und dann die konkreten Bauvorhaben in Abstimmung mit den örtlichen Entscheidungsträgern realisiert.

„Insgesamt haben wir in Westerkappeln eine gute bis sehr gute mobile Sprachversorgung und mobile Breitbandversorgung“, erklärt Petendorf. Vodafone betreibt aktuell zwei Mobilfunkstandorte in der Gemeinde. Beide Mobilfunkstationen seien bereits mit LTE-Technik ausgerüstet. Die aktuelle mobile Sprachversorgung (GSM) liegt nach Unternehmensangaben bei 99,9 Prozent der Bevölkerung, die Netzabdeckung in der mobilen Breitbandversorgung mit LTE bei 99,4 Prozent.

Für Lotte gibt Vodafone vier Mobilfunkstandorte an, davon seien aktuell zwei mit LTE-Technik ausgerüstet. Bis Mitte 2020 sei ein weiterer LTE-Neubaustandort in der Gemeinde geplant. Hierfür will Vodafone rund 150 000 Euro investieren. Auch in Lotte sei die Sprach- und LTE-Versorgung schon jetzt gut bis sehr gut, versichert Petendorf.

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