Das Dämmen von Altbauten
Mit Hanf die Wände dämmen

Westerkappeln -

Hanf, Gras, Matratzen – es gibt viele (unkonventionelle) Ideen, um (alte) Häuser zu dämmen. Über 800 Dämmstoffe sind in Deutschland zugelassen. Ein Experte klärt dazu auf.

Donnerstag, 19.09.2019, 11:00 Uhr
Referent Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vin Osnabrück
Referent Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vin Osnabrück Foto: Daniela Lepper

Wenn der Winter kalt und Heizkostenrechnung wiedermal hoch war, fragt sich so mancher Eigenheimbesitzer, dessen Bleibe in den 60er Jahren oder eher gebaut wurde: Macht es Sinn, das Haus nachzudämmen? Und wenn ja, womit? Über 800 Dämmstoffe sind in Deutschland zugelassen. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

„Haben Sie gewusst, dass man mit Gras Wände dämmen kann? Oder mit Stroh? Selbst recycelte Schaumstoffmatratzen oder Zeitungspapier hat es schon als Dämmstoff gegeben. Innovativ sind Materialien aus der Raumfahrttechnik, die superdünn, jedoch mit 120 Euro pro Quadratmeter für die meisten Hausbesitzer kaum erschwinglich sein dürften“,e rläuterte An­dreas Skrypietz. Mit diesen und weiteren Interessanten Fakten rund um die Altbausanierung im Allgemeinen und Dämmmaterialien im Besonderen verblüffte der Referenten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ( DBU ) am Dienstag die Zuhörer des Vortrags „Altbausanierung – Welche Dämmung passt zu mir?“ im Alten Gasthaus Schröer. Am erstauntesten waren die Zuhörer aber wohl über Hanf. Raucht man das nicht eher? „Es ist durch eine spezielle Züchtung so verändert, dass keine Rauschmittel mehr drin sind“,

Die Dämm-Möglichkeiten sind also vielfältig, die Realität sieht allerdings eher monoton aus: 88 bis 90 Prozent der Gebäude würden heute mit den drei gängigen und bekannten Materialien Glaswolle, Steinwolle oder Stryropor gedämmt. Sie werden in großen Mengen produziert und seien deshalb schlichtweg kostengünstiger.

„Durch Altbausanierung entstehen natürlich zunächst Kosten, aber sie sorgt auch für einen höheren Wohnkomfort. Denn wir fühlen wir uns wesentlich behaglicher in gedämmten Räumen“, ermutigte Skrypietz die Hausbesitzer, sich durch den dichten Dschungel aus Möglichkeiten zu kämpfen. Hilfe biete zum Beispiel ein „individuellen Sanierungsfahrplan“, der durch einen Energieberater erstellt und dessen Kosten bis zu 60 Prozent vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erstattet wird.

Aber wie findet man einen guten Energieberater? Schließlich sei der Begriff nicht geschützt .. „“Am besten fragen Sie in ihrem Bekanntenkreis nach, wer schon gute Erfahrungen mit jemandem gemacht hat.“ Zudem riet der Referent, sich immer mindestens drei Angebote einzuholen, bevor man einen Auftrag erteilt. „Und fragen Sie die Firma nach Referenzen. Wenn keine genannt werden, streichen Sie den Anbieter von Ihrer Liste.“

Dies war die zweite Veranstaltung der Vortragsreihe „Haus im Glück“, die von der Gemeinde und seiner Klimamanagerin Franziska Müller in Kooperation mit der DBU und dem Verein „energieland2050 e.V.“ des Kreises Steinfurt organisiert wurde. Hausbesitzer, insbesondere des Quartiers Paradiesken, sind zu zwei weiteren Terminen eingeladen: am 6. Oktober. um 16 Uhr im Rathaus zum Thema „Heizungsoptimierung“ und am 14. November. um 19 Uhr im Haus der Diakonie zum Thema „Das eigene Haus – einsparen, optimieren“.

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