Stadtwerke planen Infrastrukturnetz
Viele Aufgaben können digital gelöst werden

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

„Lorawan“ ist ein wichtiges Instrument. Das meinen zumindest die Stadtwerke Tecklenburger Land, die ein neues Infrastruktur-Netz aufbauen wollen. Gateways spielen dabei eine besondere Rolle.

Donnerstag, 19.09.2019, 20:24 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 20:30 Uhr
Asset Manager Felix Schwerter zeigt, wie ein einzelnes Gateway aussieht. Das Gerät an sich ist etwa so groß wie ein DIN-A-4-Blatt und wird mit kleinen Antennen versehen.
Asset Manager Felix Schwerter zeigt, wie ein einzelnes Gateway aussieht. Das Gerät an sich ist etwa so groß wie ein DIN-A-4-Blatt und wird mit kleinen Antennen versehen. Foto: Pressestelle Stadtwerke

Wie wäre es, wenn Autofahrer schon unterwegs erfahren, ob der von ihnen angesteuerte Parkplatz in der Innenstadt belegt ist? Oder, wenn das Entsorgungsfahrzeug von ganz allein weiß, welche öffentlichen Abfallbehälter geleert werden müssen? Oder wenn Sensoren automatisch den Wasserstand im Trinkwasserspeicherbecken messen?

Das sind nur einige Beispiele dafür, was „Lorawan“ leisten kann, schreiben die Stadtwerke Tecklenburger Land in einer Pressemitteilung. Die sieben Buchstaben stehen für eine neue digitale Infrastruktur, die ungezählte smarte Lösungen für den Alltag von Städten und Gemeinden bieten will.

Derzeit baut die SWTE Netz das „intelligente Funknetz“ in Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln auf. Tobias Koch , Geschäftsführer der Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land, ist überzeugt: „Mit Lorawan geben wir den Kommunen ein Werkzeug an die Hand, mit dem sich ganz unterschiedliche Aufgaben von der Parkraumbewirtschaftung bis zur Trinkwasserversorgung lösen lassen.“

Die Abkürzung Lorawan steht für „Long Range Wide Area Network“, was übersetzt ein reichweitenstarkes Funk-Netzwerk beschreibt. Entwickelt wurde Lorawan nach Angaben der Stadtwerke für Anforderungen im sogenannten Internet der Dinge (IoT).

Die wichtigsten Pfeiler in dieser Netzwerk-Architektur seien sogenannte Gateways, die in allen sieben Stadtwerke-Kommunen aufgestellt werden. Die etwa DIN-A-4 großen Geräte empfangen mit ihren Antennen Signale von Sensoren, die – je nach späterer Anwendung - zum Beispiel auf Parkflächen, in Abfallbehältern oder Trinkwasserspeichern angebracht werden. „Im ersten Schritt benötigen wir etwa zwölf bis 15 Gateways“, erläutert Asset Manager Felix Schwerter , bei der SWTE Netz zuständig für das Projekt. Diese werden auf verschiedenen kommunalen Gebäuden aufgestellt und senden von dort aus Funksignale im Frequenzbereich von 868 Megahertz. Die Strahlung, die von den Gateways ausgeht, sei dabei absolut unbedenklich. „Sie beträgt etwa ein Achtel von der eines haushaltsüblichen Routers“, hebt Felix Schwerter hervor.

Die Einsatzmöglichkeiten von Lorawan seien groß. „Man kann mit Hilfe von Lorawan zum Beispiel die Luftqualität oder die Energieverbräuche von Gebäuden überwachen, die Bodenqualität prüfen, Kleinkläranlagen überwachen oder Füllstände von Regenrückhaltebecken messen“, nennt Felix Schwerter Beispiele. Das Funknetz taugt aber auch für ganz andere Anwendungen: zum Beispiel zum Betrieb von Feedback-Buttons in Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen oder zur Personenzählung bei Großveranstaltungen. Mithilfe einer speziellen Software-Anwendung würden die Daten visualisiert. Der Nutzer könne per Mausklick einen Überblick über den Zustand der Sensoren erlangen, Werte überwachen oder Statistiken ermitteln.

Die Planungen für das Netzwerk seien weitestgehend abgeschlossen. Bis Ende Oktober sollen die einzelnen Gateways montiert und der Testbetrieb erfolgt sein, so dass Lorawan voraussichtlich im November startklar sei. Neben den Stadtwerke-Kommunen habe auch der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) Interesse an der Nutzung von LoRaWAN angemeldet. „Die Digitalisierung bringt perspektivisch viele neue Aufgaben in der öffentlichen Daseinsvorsorge mit sich“, sagt SWTE Netz-Geschäftsführer Tobias Koch. „Mit dem Aufbau von LoRaWAN stellen wir als SWTE Netz einen Baustein in der digitalen Infrastruktur der Region zur Verfügung.“

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