Der Arbeitsmarkt im September
Von Abschwung nicht viel erkennbar

Tecklenburger Land -

Ökonomen sehen Deutschland an der Schwelle zu einer Rezession. Auf dem hiesigen Arbeitsmarkt ist – wenn überhaupt – von einem Abschwung noch nicht viel zu erkennen. Eher das Gegenteil ist anscheinend der Fall.

Montag, 30.09.2019, 13:37 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 18:02 Uhr
 
  Foto: dpa/Frank May

„Der Arbeitsmarkt hat sich nach den Sommerferien wieder belebt“, erklärt dazu Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Kreis Steinfurt.

Die positive Entwicklung spiegelt sich in der Region wider. Bei der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Ibbenbüren waren zum Stichtag im September 2196 Frauen und Männer als arbeitslos registriert, 85 Personen oder 3,7 Prozent weniger als im August. Die Arbeitslosenquote ist auf 3,5 Prozent gesunken.

Eines fällt beim Blick in die Statistiken jedoch auf: Verbuchte die Agentur Ibbenbüren über einen langen Zeitraum Monat für Monat die niedrigste Arbeitslosenquote im Kreis Steinfurt, ist sie mittlerweile hinter Lengerich (3,3 Prozent) zurückgefallen. Angesichts eines Kreisdurchschnitts von 4,0 Prozent dürfte dieser Umstand Reiner Zwilling aber nicht wirklich Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Die Arbeitsagentur Ibbenbüren ist allerdings die einzige Geschäftsstelle im Kreis Steinfurt, für die im Vergleich zum Vorjahr eine höhere Arbeitslosenquote notiert wird. Gegenüber September 2018 ist die Erwerbslosigkeit in der Region um 146 Personen oder 7,1 Prozent gewachsen. Betroffen davon sind vor allem Frauen und Männer aus dem sogenannten Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (+17,6 Prozent). Bei den Hartz-IV-Empfängern gab es im Jahresvergleich nur eine marginale Veränderung (+1,3 Prozent)

Den aktuellen Rückgang der Arbeitslosigkeit führt Zwilling auf saisontypische Effekte zurück. „In diesem Jahr profitieren besonders Jugendliche mit einer Berufsausbildung von dieser Entwicklung. Die Jugendarbeitslosigkeit ist deutlich zurückgegangen. Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass eine Ausbildung eine gute Basis für eine berufliche Zukunft ist“, betont der Chef der Arbeitsverwaltung.

Nur in Tecklenburg weniger Arbeitslose

Bis auf Tecklenburg ist die Arbeitslosigkeit im ganzen Altkreis gegenüber September 2018 gestiegen, relativ betrachtet besonders stark in Westerkappeln. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen im Einzelnen (in Klammern absolute Zahlen des Vorjahresmonats und prozentuale Veränderung):

...

314 Arbeitslose in und um Ibbenbüren waren im September jünger als 25 Jahre. Im Vergleich zum August ist das ein Rückgang um 16 Prozent. Auch Frauen profitierten derzeit von einer erhöhten Kräftenachfrage, berichtet Zwilling. „Grund dafür ist die nach wie vor konstante Nachfrage nach Personal in Berufen, die traditionell häufig von Frauen ausgeübt werden.“ So meldeten die Unternehmen im Gesundheitswesen im September kreisweit 61 neue freie Stellen und für den Einzelhandel wurden 42 neue Jobangebote gemeldet.

Insgesamt scheinen die Unternehmen in ihrer Einstellungspraxis etwas vorsichtiger geworden zu sein. Der Bestand der bei der Agentur in Ibbenbüren gemeldeten freien Stellen ist im September um 20 Stellen auf 802 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 17 Arbeitsstellen mehr. Die Arbeitgeber aus der Region meldeten im September zwar 138 neue Arbeitsstellen, das waren allerdings 49 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen bei der Agentur Ibbenbüren 1624 offene Stellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet das eine Abnahme um exakt 100.

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