Realschullehrerin Jutta Franke verabschiedet
Vom „Praktikum“ in die Pension

Westerkappeln -

Rund 35 Jahre lang hat Jutta Franke als Realschullehrerin gearbeitet, 32 davon in Westerkappeln. Am Dienstag ist die 63-Jährige nach einem kurzen „Praktikum“ an der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln von deren Leiter Manfred Stalz in die Pension verabschiedet worden.

Mittwoch, 02.10.2019, 16:28 Uhr
Manfred Stalz, Leiter der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, verabschiedete Jutta Franke in den Ruhestand. 32 Jahre lang hatte sie als Lehrerin an der Realschule gearbeitet, die letzten fünf Wochen ihr „Praktikum“ an der Gesamtschule absolviert.
Manfred Stalz, Leiter der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, verabschiedete Jutta Franke in den Ruhestand. 32 Jahre lang hatte sie als Lehrerin an der Realschule gearbeitet, die letzten fünf Wochen ihr „Praktikum“ an der Gesamtschule absolviert. Foto: Dietlind Ellerich

„Das Beste kommt zum Schluss“, begründet der Leiter der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln schmunzelnd seine Funktion an Frankes letztem Arbeitstag.

Da mit der Entlassung des Jahrgangs 2018/2019 auch ihr Arbeitsplatz an der Realschule weg war, hatte die engagierte Pädagogin in den fünf Wochen nach den Sommerferien ein „Praktikum“ an der Gesamtschule absolviert.

„Total klasse“ fand die frisch gebackene Ruheständlerin diese Zeit im Team. „Viele Konzepte der Gesamtschule sprechen mich auch durchaus an“, sagt sie über den Einblick in die neue Schulform, die ihr zu Beginn gar nicht geschmeckt hatte.

Obwohl Jutta Franke die Gründung der Gesamtschule und die damit verbundene Schließung der Realschule als „Kröte“ empfunden habe, sei ihr Verhalten gegenüber dem neuen Kollegium und der Schulleitung „immer respektvoll und von Anfang an kooperativ“ gewesen, erinnert sich Stalz an die fünf Jahre, in denen beide Schulen nebeneinander unter einem Dach existierten.

Einige Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder das Paten- und Streitschlichterprojekt, die Franke an der Realschule initiiert und begleitet habe, führe die Gesamtschule fort, lobt Kurzzeit-Chef Stalz das Engagement der Lehrerin, die sehr beliebt gewesen sei.

„Dein schulische Erbe, liebe Jutta, werden wir also bewahren“, versprach er der scheidenden Lehrerin der katholischen Religionslehre, die nach ihrem Referendariat Mitte der 1980er-Jahre große Schwierigkeiten gehabt hatte, eine feste Stelle zu bekommen. Das sei heute undenkbar, so Stalz. Nach einer Reihe von Vertretungsverträgen klappte es erst im Jahr 1994 mit der Festanstellung als Beamtin.

Die Realschule Westerkappeln, an der sie seit 1987 unterrichtet hat, „war wirklich mein beruflicher Platz“, machte Franke deutlich, wie wohl sie sich trotz ihrer langen Anfahrt aus Gimbte gefühlt habe.

Was die 63-Jährige in Zukunft mit ihrer freien Zeit anfängt, weiß sie noch nicht genau. Nach einem Sabbatjahr möchte sie entscheiden, wohin ihr Weg dann gehen wird.

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