Westerkappeln ist jetzt Fairtrade-Tow
In einer Liga mit Rom und Madrid

Westerkappeln -

Westerkappeln spielt jetzt in der gleichen Liga wie Amsterdam, Rom, Madrid oder München. Denn die Gemeinde darf sich seit Sonntag mit dem Fairtrade-Siegel schmücken. Das Zertifikat wurde im Rahmen des Kürbis- und Bauernmarktes übergeben.

Sonntag, 06.10.2019, 20:00 Uhr
Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Transfair, e.V. überreichte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und der Sprecherin der lokalen Steuerungsgruppe Melanie Middendorf (rechts) das Zertifikat zur Fairtrade-Town. Zum Aufwärmen zog es viele Besucher in die Stadtkirche, wo der Förderverein des evangelischen Familienzentrums eine Cafeteria eingerichtet hatte.
Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Transfair, e.V. überreichte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und der Sprecherin der lokalen Steuerungsgruppe Melanie Middendorf (rechts) das Zertifikat zur Fairtrade-Town. Zum Aufwärmen zog es viele Besucher in die Stadtkirche, wo der Förderverein des evangelischen Familienzentrums eine Cafeteria eingerichtet hatte.

Manfred Holz , Ehrenbotschafter von Transfair e.V., überreichte die entsprechende Urkunde im Rahmen des Kürbis- und Bauernmarktes an Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und die Sprecherin der lokalen Steuerungsgruppe Melanie Middendorf.

Der Kürbis- und Bauernmarkt hat dieses Jahr auch aus diesem Grund einen Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit gesetzt. Auf dem Kirchplatz gab es eine „faire Meile“, wo unterschiedliche Anbieter Produkte aus gerechtem Handel oder aus regionaler Herstellung bewarben und verkauften. Dass Besucherinteresse hielt sich jedoch trotz ansprechendem Bühnenprogramm – moderiert von Mike Blavius-Boußillot – und der Verlosung attraktiver, vom „Kappelner Band e.V.“ gespendeter Preise lange in Grenzen. Der kalte Ostwind schreckte vermutlich viele Leute vom Besuch des Marktes ab. Immerhin: Anders als vor einer Woche beim Ärappelfest in Mettingen blieben die Veranstalter von Regen verschont.

Erst zur Kaffeezeit füllte sich der Kirchplatz einigermaßen. Die Musiker von Alacoustic versuchten den fröstelnden Besuchern einzuheizen. Der Funke wollte aber, wie zuvor schon bei den Cheerleadern der Sportfreunde Lotte und der Brasstones Bigband aus Bohmte, nicht wirklich überspringen. In der Bahnhofstraße gab es dagegen immer wieder größere Menschentrauben, was auch an der nietenfreien Verlosung des Spielwarengeschäftes „Pfiffikus“ gelegen haben dürfte.

Nur etwa zwei Dutzend Zuschauer beklatschten die Übergabe der Fairtrade-Town-Urkunde. Mit dem Siegel setzten Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein wichtiges Zeichen für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln, erklärte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Vor drei Jahren war der Prozess auf Initiative der SPD in Gang gesetzt worden. Für das Zertifikat musste die Gemeinde verschiedene Auflagen erfüllen. Produkte im Sortiment von Handel und Gastronomie sind ein wichtiges Kriterium. Auch Öffentlichkeitsarbeit wird abverlangt.

Kürbis- und Bauernmarkt in Westerkappeln

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  • Der Andrang beim Kürbis- und Bauernmarkt hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Die Musiker von Alacoustic versuchten den fröstelnden Besuchern einzuheizen

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Kirchplatz war viel zu groß für die zumeist wenigen Besucher.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Transfair e.V. überreichte, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und der Sprecherin der lokalen Steuerungsgruppe Melanie Middendorf (rechts) das Zertifikat zur Fairtrade-Town (Bild unten links)

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Mike Blavius-Boußillot (links) moderierte das Bühnenprogramm.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Etwa zwei Dutzend Zuschauer beklatschten die Übergabe der Fairtrade-Town-Urkunde.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Mike Blavius-Boußillot (rechts) moderierte das Bühnenprogramm und die Verlosung.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Mike Blavius-Boußillot (rechts) moderierte das Bühnenprogramm und die Verlosung.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • So gut besucht wie zwischenzeitlich die Bahnhofstraße hätten sich die Veranstalter vom „Kappelner Band e.V.“ sicher den ganzen Ortskern gewünscht.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • So gut besucht wie zwischenzeitlich die Bahnhofstraße hätten sich die Veranstalter vom „Kappelner Band e.V.“ sicher den ganzen Ortskern gewünscht.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Kürbisse gab es auch im Angebot.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Das DRK hatte einen Info-Stand.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Zum Aufwärmen zog es viele Besucher in die Stadtkirche, wo der Förderverein des evangelischen Familienzentrums eine Cafeteria eingerichtet hatte.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Zum Aufwärmen zog es viele Besucher in die Stadtkirche, wo der Förderverein des evangelischen Familienzentrums eine Cafeteria eingerichtet hatte.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Annegret Raddatz (links) und Helga Windheuser setzen sich seit vielen Jahren für fairen Handel ein.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Die Brasstones Bigband aus Bohmte stand auch auf der Bühne.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Zum Aufwärmen zog es viele Besucher in die Stadtkirche, wo der Förderverein des evangelischen Familienzentrums eine Cafeteria eingerichtet hatte.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Die Brasstones Bigband aus Bohmte stand auch auf der Bühne.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Kürbisse gab es auch im Angebot.

    Foto: Frank Klausmeyer

In der Gemeinde setze der faire Handel seit Jahren viele Kräfte frei, lobte Manfred Holz „geballtes ehrenamtliches Engagement“. Es habe Zeiten gegeben, da sei das Siegel als gelegentliches Beruhigungsmittel verstanden worden. Mittlerweile gebe es aber einen regelrechten Hype in Deutschland. „Es gibt kaum noch Läden, die keine Fairtrade-Produkte anbieten.“

Der Verbraucher zieht aber offensichtlich nicht so mit, wie Transfair e.V und andere Organisationen sich das wünschen. 84 Prozent der Deutschen sei das Fairtrade-Siegel bekannt, berichtete Holz. „Es ist aber nicht so, dass auch 84 Prozent der Leute das auch kaufen.“ Im Gegenteil: Der Marktanteil fair gehandelter Kaffeebohnen liege hierzulande bei fünf Prozent. Viele Haushalte besäßen teure Vollautomaten, mit denen sie billigen Kaffee aufbrühten, bedauerte Holz. Sein Appell: „Kaufen sie fair, bio, regional und saisonal.“

Dass fair gehandelte Produkte nur eine Nische im Einzelhandel füllen, können auch Annegret Raddatz und Helga Windheuser vom Eine-Welt-Kreis der evangelischen Gemeinde bestätigen. Sie hatten in der Stadtkirche einen kleinen Verkaufstisch aufgebaut, auf dem auch Infomaterial zum fairen Handel ausgebreitet lag. Ein Problem wurde dabei erkennbar: Es gibt diverse Siegel und Label, was es dem Verbraucher vermutlich nicht leichter macht, gerecht einzukaufen. Die beiden Frauen vom Eine-Welt-Kreis würden sich zumindest eine regelmäßige Verkaufsmöglichkeit in Westerkappeln wünschen. Bisher gibt es diese nur einmal monatlich im Haus Bonhoeffer.

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