Westerkappelner Kürbis- und Bauernmarkt in der Diskussion
Ernüchternde Bilanz

Westerkappeln -

Die Besucherzahlen des Kürbis- und Bauernmarktes am vergangenen Sonntag fielen für den Verein „Das Kappelner Band“ als Veranstalter eher enttäuschend aus. Der Nachhall auf die Veranstaltung ist für die Organisatoren nicht minder ernüchternd. Vor allem an der Atmosphäre auf dem Kirchplatz wird kaum ein gutes Haar gelassen. Dabei hatte sich „Das Kappelner Band“ den Markt selbst ein bisschen anders vorgestellt.

Dienstag, 08.10.2019, 19:00 Uhr
Der Kürbis- und Bauernmarkt war am Sonntag nur schwach besucht. Das gilt vor allem für den Kirchplatz.
Der Kürbis- und Bauernmarkt war am Sonntag nur schwach besucht. Das gilt vor allem für den Kirchplatz. Foto: Frank Klausmeyer

Von „echt enttäuscht“ bis hin zum „erbärmlichen Erscheinungsbild“ ist in Kommentaren in der Facebook-Gruppe „Westerkappeln“ die Rede. Bemängelt wird unter anderem, dass die Stände viel zu weit auseinander lagen und nicht optimal platziert gewesen seien. „Wir wären auch lieber in die Kreuzstraße gegangen. Das wäre viel gemütlicher gewesen. Das war aber leider nicht möglich“, sagt Katja Otte , Vorsitzende vom „Kappelner Band“, die sich am Montagnachmittag mit Martin Speer , Ute Priggemeyer und Sibylle Schwope zur „Manöverkritik“ getroffen hat.

Ärgerlich finden die vier die Kommunikation mit der Gemeinde. Denn erst Anfang der vergangenen Woche habe die Verwaltung mitgeteilt, dass in der Kreuzstraße keine Stände aufgebaut werden dürfen. „Ich finde es schade, dass man nicht vernünftig miteinander ins Gespräch kommt“, meint Geschäftsfrau Katja Otte.

Vor ein paar Monaten habe das Rathaus lediglich eine E-Mail mit dem Hinweis geschickt, beim Kürbis- und Bauernmarkt solle möglichst viel auf dem Kirchplatz stattfinden. Dass Verkaufsstände in der Kreuzstraße damit ganz passé seien, habe bis Anfang vergangener Woche jedoch niemand gesagt. Da habe es seitens des Ordnungsamtes auf einmal geheißen, Buden dürften nicht aufgebaut werden. „Wie soll man Besucher in den Ortskern bekommen und seinen Laden vernünftig präsentieren, wenn in der Straße nichts los ist“, sagt Otte, Inhaberin der „Efeuranke“.

„Das Kappelner Band“ habe sicher Verständnis dafür, wenn es Sicherheitsbedenken gebe. Dann müsse dies aber auch vernünftig begründet werden.

Günter Rahmeier, Leiter des Westerkappelner Ordnungsamtes, will den Vorwurf, die Gemeinde habe nur unzureichend informiert, nicht stehen lassen. Im Frühjahr habe der Verband der Feuerwehren in NRW eine neue „Fachempfehlung zu den Anforderungen an die Sicherheit von Veranstaltungen im Freien“ gegeben. In diesem Leitfaden werde beispielsweise empfohlen, dass Verkaufspavillons drei bis fünf Meter Abstand zu Gebäuden haben sollen. Für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge werde eine Durchfahrtsbreite von 4,50 Meter angeraten. „Früher waren das mal 3,50 Meter“, berichtet Rahmeier.

Die neue Richtlinie habe das Ordnungsamt dem „Kappelner Band“ im Juli zur Verfügung gestellt. „Dazu hat sich keiner mehr gemeldet“, erklärt Rahmeier. Erst eineinhalb Wochen vor dem Kürbismarkt sei ihm der Standplan vorgelegt worden. „Ich habe dann mitgeteilt, dass das so nicht geht.“

Natürlich handele es sich bei dem Leitfaden um Empfehlungen, von der die Ordnungsbehörde abweichen könne, räumt Rahmeier ein und stellt eine rhetorische Frage: „Wollen sie die Verantwortung dafür übernehmen, wenn etwas passiert ?“

Nach eigenen Worten verwundert sind die Verantwortlichen vom „Kappelner Band“, dass beispielsweise in der historischen Altstadt von Tecklenburg offensichtlich solche Veranstaltungen kein Problem seien. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die dort einfach ein Auge zudrücken“, sagt Katja Otte.

Nach Angaben von Annegret Büstrin, Leiterin des Tecklenburger Ordnungsamtes, ist das auch nicht der Fall. Grundsätzlich komme es bei den Sicherheitsauflagen auf die Art der Veranstaltung an. Beim Nikolausmarkt müssten Imbissbetreiber ihre Stände beispielsweise zu den Gebäuden hin mit einer Brandschutzwand aufbauen. Sind Fenster dahinter, müssten diese unter Umständen zusätzlich mit Brandschutzplatten verschlossen werden.

Für größere Veranstaltungen werde in Tecklenburg ein Sicherheitskonzept aufgestellt. Es gebe auch immer entsprechende Begehungen. Die neuen Sicherheitsempfehlungen des Feuerwehrverbandes sind natürlich auch Büstrin geläufig. Sie schließt nicht aus, dass es für künftige Veranstaltungen in Tecklenburg Änderungen beim Standplan gibt.

In der Diskussion über künftige Aktionen in Westerkappeln kommen immer wieder die Schwächen des Kirchplatzes zur Sprache: „Der ist zugig, kalt und viel zu weitläufig“, findet Martin Speer. Und wenn, wie am vergangenen Wochenende, einige Beschicker noch kurzfristig absagen, „fallen die Lücken sofort auf“, gibt Ute Priggemeyer zu bedenken.

„Lichterloh“ im Ortskern

Der Verein „Das Kappelner Band“ hat in Kooperation mit den örtlichen Kindergärten eine neue Veranstaltung organisiert. „Lichterloh“ lautet das Motto am Samstag, 16. November. dann soll im Ortskern das Licht von Kerzen, Fackeln, Lagerfeuer und Laternen erstrahlen und Kinderaugen zum Glänzen bringen.Los geht es um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche mit einer kleinen Andacht. Um 17.30 Uhr soll es einen Laternenumzug durch die gemütlichen Gassen des Ortskerns geben. „Danach ist gemütliches Beisammensein auf dem Kirchplatz“, sagt Katja Otte, Vorsitzende vom „Kappelner Band“. Jung und Alt sind dazu eingeladen. Es sollen verschiedene Imbissbuden aufgebaut werden. Auch Stockbrot wird es geben. Der VCP Westerkappeln will seine Jurte auf der Wiese am Kirchplatz aufstellen. „das ganze soll ein bisschen ursprünglicher werden“, hofft Katja Otte auf eine heimelige Atmosphäre.

...

„Das Kappelner Band“ schaut jetzt lieber nach vorne. „Unser Wunsch ist, mit der Gemeinde zusammen etwas für die Bürger zu tun“, betont Sibylle Schwope.

Letztgenannte sind zum Mitreden und Mitgestalten ausdrücklich eingeladen. „„Das Kappelner Band“ trifft sich immer am zweiten Dienstag des Monats zur Ideenschmiede im „Alten Gasthaus Schröer“. Beginn ist um 19 Uhr.

Kommentar: Seelenloses Gelände

Der Kürbis- und Bauernmarkt am vergangenen Sonntag war zwar kein Reinfall, aber im Vergleich zum Andrang früherer Jahre ein Schatten seiner selbst. Das kalte Wetter hatte an dem schwachen Besuch sicher ebenso seinen Anteil wie der Umstand, dass es im Westerkappelner Ortskern immer weniger Einzelhändler gibt, die Lust auf einen Einkaufsbummel machen.Einmal mehr wurde die Schwäche des seelenlosen Kirchplatzes sichtbar. Wenn nicht gerade Kirmes ist, verlieren sich Beschicker wie Besucher gleichermaßen auf dem großen, gestaltungsfreien Geländes. Der Weihnachtsmarkt ist dieser kalten Atmosphäre schon zum Opfer gefallen. Es wäre fatal, wenn weitere Veranstaltungen das gleiche Schicksal erleiden.„Das Kappelner Band“ meldet derweil Gesprächsbedarf mit der Gemeinde an. Diese sollte dem rührigen Verein mehr Beachtung schenken, als es zumindest öffentlich den Anschein hat – auch im Interesse der Kaufleute, aber vor allem im Interesse eines lebendigen Ortskerns. Man hat nicht wirklich den Eindruck, als genieße dieser momentan hohe Priorität im Rathaus. Mit der vom Rat vor über drei Jahren beschlossenen Veränderungssperre bewegt die Gemeinde jedenfalls nichts.Bei der Zukunftswerkstatt wurden unlängst fürs historische Zentrum viele kreative Ideen vorgestellt. Ob, was und wann davon realisiert wird, bleibt abzuwarten.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6988345?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker