Bauausschuss stellt Weichen für Projekt in Alt-Lotte
Grünes Licht für neue Wohnungen

Lotte -

Grünes Licht für Pläne des Eigentümers, auf dem Grundstück an der Ecke Weidenstraße/Bahnhofstraße anstelle des jetzigen Wohn- und Geschäftshauses ein Gebäude mit barrierefreien Wohnungen zu errichten, hat der Lotter Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend gegeben.

Mittwoch, 09.10.2019, 17:30 Uhr
Das alte Wohn- und Geschäftshaus (rechts) auf dem Grundstück Bahnhofstraße/Ecke Weidenstraße soll einem zweistöckigen Gebäude mit barrierefreien Seniorenwohnungen weichen.
Das alte Wohn- und Geschäftshaus (rechts) auf dem Grundstück Bahnhofstraße/Ecke Weidenstraße soll einem zweistöckigen Gebäude mit barrierefreien Seniorenwohnungen weichen. Foto: Angelika Hitzke

Die Entscheidung, den Investor für dieses Projekt von den textlichen Festsetzungen im geltenden Bebauungsplan „Ortskern Mitte“ zu befreien, die im Kerngebiet für das Erdgeschoss Geschäftsnutzungen zwingend vorschreiben, fiel einstimmig. Damit wird der Weg frei, auch im Erdgeschoss Wohnungen zu errichten.

Zuvor hatte Ingo Miete , der dort zusammen mit seiner Frau Gerhild anstelle seines abzureißenden Elternhauses den Wohnhauskomplex errichten möchte, das Vorhaben ausführlich erläutert und Entwürfe vorgestellt. Margarete Lersch vom Bauamt der Gemeinde erinnerte daran, dass ein vor rund einem Jahr in dem Gremium präsentierter erster Entwurf auf Bedenken wegen der als zu massiv empfundenen, laut Bebauungsplan aber zulässigen Dreigeschossigkeit gestoßen war. Das Projekt sollte in Zusammenhang mit dem Konzept zur Umgestaltung der Bahnhofstraße betrachtet werden, mit dem man allerdings wegen der aktuell vorgesehenen Förderkulisse der Dorferneuerung erst in zwei Jahren starten könne.

Um nicht zu sehr in Verzug zu geraten, habe der Eigentümer zwischenzeitlich entschieden, auf die Dreigeschossigkeit zu verzichten und den Baukörper in einem geänderten Entwurf weiter nach Osten, also so nah wie möglich an die Bahnhofstraße, zu verlegen. Nach Ansicht der Verwaltung würde sich die jetzt vorgesehene Bebauung gut in die Umgebung einfügen. Bis auf die Befreiung von der geschäftlichen Nutzung des Erdgeschosses bleibe alles beim Alten; der Bebauungsplan müsse also nicht geändert werden.

Wie Ingo Miete erläuterte, planen er und seine Frau zwei über ein Treppenhaus – mit Aufzug – miteinander verbundene zweigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss und jeweils neun beziehungsweise sechs barrierefreien Eigentumswohnungen und 15 Pkw-Stellplätzen auf der Rückseite mit Zufahrt vom Weidenweg aus. Das Dach solle „so niedrig wie möglich“ sein und der Komplex nicht höher als die umliegenden Gebäude.

Eine der zwischen 68 und 80 Quadratmeter großen Wohnungen wollten sie selbst beziehen, zwei eventuell vermieten und die restlichen an Senioren verkaufen, denen das eigene Einfamilienhaus mit Garten zu groß und zu arbeitsintensiv geworden ist: „Das ist nicht vorgesehen“, sagte er auf die Frage von Lothar Albers (FDP), ob dort auch Familien einziehen könnten.

Der Investor hob hervor, dass die Satzung der Eigentümergemeinschaft „maximal zwei Personen“ pro Wohnung festlege. Sinn und Zweck sei, dass Senioren, die sich zur Aufgabe des Eigenheims entschließen, eine kleine, aber komfortable Wohnung in zentraler Lage mit kurzen Wegen zu den Versorgungseinrichtungen beziehen könnten. Das so frei werdende Haus könne dann an junge Familien verkauft werden.

Auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Thomas Giebel verwies Miete auf die gute Busanbindung und darauf, dass die Zielgruppe nicht mehr zwei Autos oder auch gar keines mehr nutzen werde, sodass nicht mehr als ein Stellplatz pro Wohnung nötig sei.

Die geänderte Planung stieß bei allen Fraktionen auf Zustimmung: „Das passt zu dem, was wir wollen“, betonte beispielsweise Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer. Auch SPD und CDU stimmten ausdrücklich zu: „Ich glaube, das bringt wieder Leben ins Zentrum, rundet das vorhandene Ensemble ab und tut dem Lotter Ortskern gut“, so Christian Thies (CDU).

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