Schon wieder ein Hakenkreuz
Verbotenes Nazi-Symbol an Rathauswand: Staatsschutz eingeschaltet

Westerkappeln -

In Westerkappeln ist erneut die Außenwand eines öffentlichen Gebäudes mit einem Hakenkreuz verunstaltet worden. Die Kreispolizei hat den Fall an den Staatsschutz in Münster weitergeleitet, der bei politisch motivierten Straftaten zuständig ist. Diesmal wurde das verbotene Nazi-Symbol an die Garage des Rathauses gesprüht. Bauhofmitarbeiter haben mittlerweile versucht, es zu entfernen. Bis gestern war es aber noch deutlich zu erkennen.

Montag, 21.10.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 20:23 Uhr
An der Garage des Rathauses haben Unbekannte ein Hakenkreuz gesprüht.
An der Garage des Rathauses haben Unbekannte ein Hakenkreuz gesprüht. Foto: Katja Niemeyer

Fast zwei Monate hatte Ruhe geherrscht. Zwischen Juni und August war in erster Linie das VHS-Haus betroffen. Es wurde mehrfach mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Zuletzt hatte in gelb-brauner Farbe „Kanacken Stall“ an der Rückseite des Gebäudes geprangt. Das war am 26. August entdeckt worden, nur rund drei Wochen, nachdem Unbekannte am hinteren Teil des Gebäudes an der Kreuzstraße, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet, schon einmal ausländerfeindliche Beleidigungen hinterlassen hatten.

Ähnlich wie in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni, als das VHS-Haus sowie ein Fahrzeug der Gemeindeverwaltung mit dunkelroter Farbe verunstaltet wurden. Auch da entdeckte die Polizei ein Hakenkreuz. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August wurde das Rathaus zum Ziel: Unbekannte kippten graue Farbe an die Außenwand und besprühten einen in der Nähe parkenden Dienstwagen.

Verstärkte Polizeipräsenz

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer zeigt sich schockiert angesichts des jüngsten Vorfalls. „Das kann so nicht weitergehen. Wir wollen Ruhe im Ort“, erklärt die Verwaltungschefin auf Anfrage. Nach einem Gespräch mit Vertretern der Polizei und des Ordnungsamtes, das vor wenigen Wochen stattfand, habe sie eigentlich den Eindruck gehabt, dass sich die Lage entschärft hat. Ein Erfolg, den sie einer verstärkten Polizeipräsenz in der Gemeinde zuschreibt.

Hierzu habe sie bereits im vergangenen Jahr Gespräche mit Landrat Dr. Klaus Effing in seiner Funktion als oberster Dienstherr der Polizei im Kreis Steinfurt geführt. Nunmehr müsse aber über weitere Maßnahmen wie Kameraüberwachungen nachgedacht werden, so die Bürgermeisterin.

Beim Polizeipräsidium Münster, unter dessen Dach der Staatsschutz angesiedelt ist, ist der jüngste Fall aus Westerkappeln noch nicht aktenkundig, wie Pressesprecherin Vanessa Arlt mitteilt. „Es dauert immer eine Weile, bis die Anzeige bei uns ankommt“, erläutert sie. Bei ihren Ermittlungen zu den früheren Hakenkreuzen und ausländerfeindlichen Beleidigungen sind die Beamten offenbar nicht weiter gekommen. „Uns liegen bislang keine Hinweise vor“, sagt die Sprecherin.

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Münster unter ✆ 02 51/27 50 entgegen.

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