Großübung der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes
Die Schule brennt

Westerkappeln -

Großalarm in Westerkappeln: Die Grundschule am Bullerdiek brennt. Dicker weißer Qualm steigt aus dem Keller nach oben und durch die offenen Fenster nach draußen. So lautete am Montagabend das Szenario einer Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Westerkappeln, zu der auch der Löschzug Velpe ausrückte, und an der außerdem der Rettungsdienst beteiligt war. Ein lauter Alarmton wurde ausgelöst, zu hören weit über die Grenzen des Schulgeländes hinaus. Jetzt hieß es: Schule räumen.

Dienstag, 22.10.2019, 15:49 Uhr
Großeinsatz der Feuerwehr bei der Grundschule: Die Kameraden retteten Schüler aus den Klassenräumen.
Großeinsatz der Feuerwehr bei der Grundschule: Die Kameraden retteten Schüler aus den Klassenräumen. Foto: Heinrich Weßling

In dem Szenario befanden sich insgesamt 360 Schüler und Schülerinnen auf dem Schulgelände und im Gebäude. Als Feuerwehr und Rettungsdienst ihre Position bezogen, war die Lage zunächst noch völlig unklar.

Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte des DRK und der Rettungswache war sogleich klar: In der Schule sind noch Kinder. Einsatzleiter Frank Klein vom Löschzug Westerkappeln verschaffte sich rasch einen Überblick und teilte die Einsatzkräfte nach Schadenslage ein. „Wir müssen zwei Arbeitsschnitte einrichten, da wir durch die räumliche Trennung der Schule von zwei Seiten in den Schulkomplex eindringen müssen. Menschen retten stand ganz oben auf der Prioritätenliste“, fasste Klein die Aufgabe zusammen.

Großübung der Feuerwehr Westerkappeln

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  • In der Grundschule ist ein Feuer ausgebrochen: Die Feuerwehr rückt aus.

    Foto: Heinrich Weßling
  • Jetzt muss es schnell gehen: Feuerwehrleute eilen zum Eingang.

    Foto: Heinrich Weßling
  • Foto: Heinrich Weßling
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  • Foto: Heinrich Weßling
  • Foto: Heinrich Weßling

Als die Wehrkräfte eintrafen, standen einige Schüler am offenen Fenster ihres Klassenzimmers im Obergeschoss und schrien um Hilfe. „Wir kommen nicht mehr aus dem Klassenraum. Uns ist die Sicht versperrt. Hilfe, ich bekomme keine Luft mehr“, war immer wieder zu hören.

Mit schweren Atemschutzmasken versehen und mit C-Schläuchen ausgestattet, drangen die ersten Kameraden in das Schulgebäude. Aus dem Keller stieg Qualm empor. Im dortigen Heizungsraum war es zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Auf der Suche nach dem Brandherd hörte man im hinteren Bereich den Hausmeister und einen Handwerker, die gerade dabei waren, eine Schadstelle im Heizungsbereich zu reparieren, als das Feuer ausbrach.

Auf der Nordseite wurde Feuer in einem Klassenzimmer im Erdgeschoss bemerkt. Hier wurden fünf Kinder und ein Betreuer vermisst. Sie waren zusammen in den Lehrmittelraum geflüchtet. Für die Kameraden der Wehr bedeutete dies: Rettung mit Hilfe von Brandfluchthauben. Im Keller der Westerkappelner Elterninitiative für Spiele und Erleben wartete immer noch der Handwerker.

Schwierig wurde es auf der Südseite der Schule. Hier war das Feuer ausgebrochen. Brand im Heizungskeller, Verrauchung des Erdgeschosses einschließlich der Treppenräume durch nicht geschlossene Rauchschutztüren, zwei Verletzte in den verrauchten Fluchtwegen, ein Verletzter im Eingangsbereich, mehrere Personen an Fenstern im Obergeschoss, Rettung über Leitern sowie der Hausmeister im Keller – so lautete zusammengefasst die Einsatzlage.

Wie wichtig der Rettungsdienst des DRK ist, wurde deutlich, als die Kameraden die aufgefunden Kinder gleich dem Rettungsdienst übergeben konnten. „Wir geht es dir. Wo tut es dir weh? Bekommst du genügend Luft?“ – das waren die ersten Fragen der Rettungskräfte an die Schüler, die teils geschminkt aus dem Schulgebäude getragen wurden.

„Nach 30 Minuten sah es schon gut aus“, erklärte Klein: „Wir haben alle Kinder gefunden und konnten sie dem Rettungsdienst, der sich auf dem Schulgelände positioniert hatte, übergeben.“ Und die leitende Praxisleiterin Julia Rottmann erklärte: „Jetzt sind wir gefordert. Eine solche Übung mit der Wehr ist für beide Seiten gut.“

Nach gut 80 Minuten waren alle verletzten Personen gefunden, versorgt und betreut. Die Kameraden der Feuerwehr bauten ab. Der Weg ins Feuerwehrhaus wurde erleichtert angetreten. „Es war nur eine Übung und es hat alles gut geklappt“, bilanzierte Klein.

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