Bedenken gegen Bauvorhaben
Nachbarn wollen nicht „absaufen“

Westerkappeln -

Gegen das Bauvorhaben auf dem Grundstück, auf dem früher das Malergeschäft Hischemöller-Busch ansässig war, regt sich Widerstand. Dieser richtet sich allerdings ausdrücklich nicht gegen die Pläne des Investors, der an der Stelle zwei Mehrfamilienhäuser errichten will.

Mittwoch, 23.10.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 16:48 Uhr
Monika und Friedhelm Scheel auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus: Gegen die Neubaupläne auf der anderen Straßenseite haben sie grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie befürchten aber, dass ihr Grundstück bei Starkregen in Zukunft noch öfter überschwemmt wird.
Monika und Friedhelm Scheel auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus: Gegen die Neubaupläne auf der anderen Straßenseite haben sie grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie befürchten aber, dass ihr Grundstück bei Starkregen in Zukunft noch öfter überschwemmt wird. Foto: Katja Niemeyer

Anwohner befürchten vielmehr, dass ihre Grundstücke in Zukunft bei Starkregen noch öfter unter Wasser stehen, als bislang, wenn durch die neuen Gebäude zusätzliche Fläche versiegelt wird. „Mit den Neubauten wäre die ohnehin schon überlastete Regenwasserkanalisation heillos überfordert“, sagt Friedhelm Scheel . Die Folge: Überschwemmungen im Bereich der Kreuzung Neustädter Straße/Bullerteichstraße und voll gelaufene Keller.

Zusammen mit seiner Frau Monika hat der als Umweltaktivist bekannte Friedhelm Scheel am 30. September einen Brief an die Gemeindeverwaltung formuliert, in dem die Bedenken zusammengefasst werden. Ein Schreiben mit ähnlichem Inhalt hatte ein weiterer Nachbar schon zuvor per E-Mail an die Verwaltung versendet.

Der Brief der Scheels endet mit der Bitte um Eingangsbestätigung, Rückmeldung und Erläuterung der Gesamtsituation. Mehr als drei Wochen ist es inzwischen her, dass Monika Scheel ihn, wie sie berichtet, persönlich im Rathaus abgegeben hat. Drei Wochen, in denen die Nachbarn vergeblich auf eine Reaktion gewartet haben. „Nicht einmal eine Eingangsbestätigung haben wir erhalten“, kritisiert Monika Scheel.

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer erklärt auf Nachfrage, dass die Bedenken „sehr erst genommen und geprüft werden“. Bauamtsleiter Patrick Lenz hatte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, wie berichtet, auf mögliche Probleme mit der Kanalisation hingewiesen, die bei Starkregen auftreten könnten.

Mit dem Schreiben an die Verwaltung erneuert Friedhelm Schell seine Forderung an die Gemeinde, die Schmutz- und Abwasserkanalisation in dem Bereich zu modernisieren. Nach seiner Überzeugung können die unterirdischen Rohre starke Regenmassen nicht fassen. Dem Brief an die Verwaltung hat er Fotos beigefügt, die die Überschwemmungen infolge des heftigen Unwetters Anfang Juni 2016 eindrucksvoll dokumentieren. Damals gingen innerhalb kürzester Zeit bis zu 40 Liter pro Quadratmeter über dem Ort nieder. „Die Rohre und Gullys waren voll. Der Kreuzungsbereich wurde quasi zu einem Suppenteller, über dessen Rand sich das Wasser in Sturzbächen auf unser Grundstück ergoss. Wir sind regelrecht abgesoffen“, verdeutlicht der Westerkappelner die Lage. Und: „Wir müssen damit rechnen, dass derartige starke Regenfälle infolge des Klimawandels in Zukunft häufiger auftreten“, ergänzt der engagierte Umweltschützer.

Umso dringlicher ist es aus seiner Sicht, dass die Gemeinde tätig werde. „Es muss endlich Abhilfe geschaffen werden“, sagt er.

Grundsätzlich, betonen die Scheels, hätten sie nichts einzuwenden gegen den Bau von zwei Häusern mit jeweils sechs Wohneinheiten vor ihrer Haustür. Dass diese im Ortskern entstehen und damit nicht im Außenbereich sei zu begrüßen, findet der Umweltschützer. „Westerkappeln braucht neuen Wohnraum. Dass dieser im Zuge einer Nachverdichtung im Bereich bereits bestehender Bebauung entsteht, ist positiv.“

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