Westerkappelner hat Buch über „Funde mit Geschichte(n)“ geschrieben
Auf den Spuren der Vergangenheit

Westerkappeln -

„Jedes Fundstück hat seine eigene Geschichte“, weiß Hobby-Archäologe Peter Herschlein. Nicht zufällig heißt das neue Buch des Westerkappelners „Funde mit Geschichte(n)“. Es erzählt zum einen die Historie zu den Funden, die er auf Sondengängen in der Bauerschaft Westerbeck gemacht hat, und taucht zum anderen tief in die Westerkappelner Heimatgeschichte ein.

Dienstag, 29.10.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 14:36 Uhr
„Funde mit Geschichte(n)“ heißt das Buch von Peter Herschlein. Herausgeber ist der Kultur- und Heimatverein Westerkappeln. Pünktlich zur Feier des 100-jährigen Bestehens ist das Werk, das das Land Nordrhein-Westfalen mit dem „Heimat-Scheck“ finanziell unterstützte, aus der Druckerei gekommen.
„Funde mit Geschichte(n)“ heißt das Buch von Peter Herschlein. Herausgeber ist der Kultur- und Heimatverein Westerkappeln. Pünktlich zur Feier des 100-jährigen Bestehens ist das Werk, das das Land Nordrhein-Westfalen mit dem „Heimat-Scheck“ finanziell unterstützte, aus der Druckerei gekommen. Foto: Dietlind Ellerich

Der Westerkappelner hat vor zwei Jahren zusammen mit drei weiteren Experten bereits das Buch „Schätze aus dem Watt“ verfasst, das von Ofenkacheln aus dem Pellwormer Wattenmeer handelt.

Herausgeber des 80 Seiten dicken neues Buches mit jeder Menge Bildern und Infos ist der Kultur- und Heimatverein Westerkappeln. Möglich wurde das Werk, das Anfang Oktober gerade noch rechtzeitig zur Feier des 100-jährigen Vereinsjubiläums aus der Druckerei kam, durch den „Heimat-Scheck“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bereits seit 2011 ist Peter Herschlein auf den Spuren der Vergangenheit seines Heimatortes unterwegs. Geweckt wurde das Interesse des 19-jährigen Autors bei den Arbeiten in der Westerbecker Tongrube, wo Wissenschaftler vom Amt LWL-Archäologie für Westfalen Reste einer mittelalterlichen Hofstelle untersuchten. Es folgten für ihn zwei Jahre später die Ausgrabungen auf der Baustelle an der Stadtkirche durch die Geschichtswerkstatt des Kultur- und Heimatvereins.

Mit bedeutenden Funden wie einer bronzenen Adlerfibel aus dem frühen 13. Jahrhundert wurde aus Herschleins Hang die Faszination für die Heimatgeschichte. „Ich fand das total spannend“, sagt er mit Blick auf die Metallsonde, mit der Dr. Gunter Böhlke auf dem Kirchplatz Funden aus der Vergangenheit auf die Spur kam.

Egal ob in alten Siedlungen oder auf Handelswegen, auf denen Münzen, Fibeln oder anderes verloren gegangen sein kann, Peter Herschlein war sicher, etwas zu finden, wenn er sich auf die Suche machen würde. Sein Glück versuchte er auf einem Acker in Westerbeck. Alte Flurnamen ließen Rückschlüsse auf frühere Handelswege zu.

Anfang 2018 begann er seine Gänge mit der Metallsonde, wohl wissend dass er womöglich viele Stunden lang nichts finden würde. Die Zeit hatte er. Die Sondengänge seien ein guter Ausgleich für die Vorbereitungen zum Abitur gewesen, erinnert sich der 19-Jährige schmunzelnd.

Knöpfe, Fibeln, Schnallen, Plomben, Münzen, vieles spürte der Detektor auf. Ein Sensationsfund war ein römischer Denar aus dem Jahr 136 v. Chr. „Etwas von den Römern zu finden, war das Allerletzte, was ich erwartet hatte“, räumt Peter Herschlein ein. So groß war seine Begeisterung, dass er einen Freudentanz auf dem Acker hinlegte. Natürlich erst, nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand in der Nähe war.

Die Bestimmung und die Dokumentation der Fundstücke, die in enger Zusammenarbeit mit der LWL-Archäologie für Westfalen erfolgten, musste Herschlein im Sommer 2018 nach bestandenem Abitur zunächst auf Eis legen. Während seines Freiwilligen Sozialen Jahres auf der Insel Pellworm fehlte dem jungen Mann die Zeit, um sich intensiv in die archäologische Arbeit hineinzuknien. Das sei auch der Grund dafür gewesen, dass das Buch erst „auf den letzten Drücker“ Anfang Oktober fertig wurde, erklärt er die Punktlandung zum Jubiläum des Kultur- und Heimatvereins.

Mit Beginn des Wintersemesters Anfang Oktober hat der 19-Jährige sein Studium der „Archäologie – Geschichte – Landschaft“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster aufgenommen. Sieht so aus, als würde aus dem Hobby-Archäologen ein Berufs-Archäologe...

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Herschleins Buch „Funde mit Geschichte(n)“ ist gegen eine Spende von fünf Euro zugunsten der Geschichtswerkstatt des Kultur- und Heimatvereins in der Buchhandlung Esch erhältlich.

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