Ernährung im Alter: Vortrag der Seniorenhilfe Lotte-Westerkappeln
Ruhig mal über die Stränge schlagen

Lotte/Westerkappeln -

Genussvoll älter werden – wer möchte das nicht ? Wie das geht, erklärte Ernährungsberater und Diabetologe Milan Hollingshaus auf Einladung der Seniorenhilfe „Hand in Hand“ Lotte-Westerkappeln in der Wersener Gemeinschaftsschule.

Dienstag, 29.10.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 16:34 Uhr
Ältere Menschen brauchen die gleiche Nährstoffmenge wie jüngere, vermittelt Milan Hollingshaus Doris Hohenberger und interessierten Besuchern.
Ältere Menschen brauchen die gleiche Nährstoffmenge wie jüngere, vermittelt Milan Hollingshaus Doris Hohenberger und interessierten Besuchern. Foto: Ursula Holtgrewe

Der Referent ist seit zwölf Jahren unterwegs und gibt Tipps für ausgewogene Ernährung aller Generationen. „Die Vorträge sind auch für mich bereichernd“, berichtete Hollingshaus darüber, dass er stets gern Fragen während seiner Vorträge beantworte.

In Wersen gab er nun zahlreiche Informationen über die richtige, dem Alter angepasste Ernährung. Immer unter Berücksichtigung des individuellen Gesundheitszustands, wie der Referent verschiedentlich heraushob. Unterschieden wird nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation zwischen jungen aktiven Älteren (65 bis 74 Jahre), Hochbetagten (75 bis 89 Jahre) und Höchstbetagten (90 bis 99 Jahre). Entsprechend unterschiedlich ist der Kalorientagesbedarf. „Im Alter nimmt die fettfreie Körpermasse ab, ebenso das Körperwasser. Der Leistungsgrundumsatz sinkt um zwei Prozent je Altersdekade. Das sind 300 bis 400 Kilokalorien am Tag“, so Hollingshaus.

Das Lebergewicht verringere sich, ebenso die Knochendichte, und das bereits ab dem 35. Lebensjahr; die Nierenfunktion lasse nach, ebenso Durstempfinden, Geschmacks- und Geruchssinn. Das wirke sich auch auf die Ernährung aus, weil sich zudem Kau- und Schluckbeschwerden einstellen könnten. Aber: Der Nährstoffbedarf bleibt im Alter gleich, besonders deshalb, weil Mineralien und dergleichen nicht mehr so umfangreich über die Darmwände aufgenommen werden wie bei Jüngeren. Daher sollte der geringere Energiebedarf berücksichtigt und das Sättigungsgefühl und die Mineralstoffzufuhr durch mehr Gemüse und Obst gefördert werden. „Eiweiße brauchen auch Ältere zur Muskelerhaltung“, legte Hollingshaus den aufmerksamen Zuhörern nahe.

Mit kleinen Tricks gelinge es, die täglich erforderlichen mindestens 1,5 Liter zu trinken. „Stellen sie eine Flasche oder ein volles Glas dahin, wo sie sich häufiger aufhalten. Mit Wasser, Kaffee, Tee und verdünnten Fruchtsäften gelingt es, den Tagesbedarf zu trinken“, sagte der Ernährungsfachmann.

Zwei Stücke Obst und drei Hände voll Gemüse sollte die tägliche Nahrung ebenso enthalten wie etwa 250 Milliliter Joghurt oder Milch und 30 bis 40 Gramm gute Fette oder Öle.

„Es steht auch viel im Internet, beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“, animierte Hollingshaus, dort nachzuschauen. Wer nicht online ist, nahm sich Informationsmaterial mit, das er ausgebreitet hatte. Nach vielen guten Ratschlägen und freundschaftlichen Ermahnungen war es Hollingshaus dann doch wichtig zu betonen: „Sünde gibt es für mich nicht. Es gibt nur Vorlieben. Man muss auch mal über die Stränge schlagen.“

Dass „erfreulich viele Gäste“ anwesend waren, freute Hand-in-Hand-Koordinatorin Doris Hohenberger heraus. Anregungen für Themen nimmt der Verein gern entgegen unter Telefon 0152 27593423.

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