Trio Remenber begeistert auf dem Kulturhof Westerbeck
Mal melancholisch, mal temperamentvoll

Westerkappeln -

Mal melancholisch, mal temperamentvoll begeisterten Clemens Poetzsch (Piano), Claudia Wandt (Gesang) und Frank Kaiser mit drei Gitarren als Trio Remenber bei ihrem Gastspiel auf dem Kulturhof Westerbeck.

Dienstag, 29.10.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 16:54 Uhr
Clemens Poetzsch (Piano), Claudia Wandt (Gesang) und Frank Kaiser mit drei Gitarren gastierten als Trio Remenber auf dem Kultorhof.
Clemens Poetzsch (Piano), Claudia Wandt (Gesang) und Frank Kaiser mit drei Gitarren gastierten als Trio Remenber auf dem Kultorhof. Foto: Hannelore Heimpold

Mit beeindruckender Kontinuität und Leidenschaft haben Barbara und Raimund Beckmann 2007 eine Hofkonzertreihe ins Leben gerufen, die in der laufenden Saison 2019 ein Highlight auf das andere folgen ließ. Die farbigen Wandtafeln des Künstlers Raimund Beckmann und eine von den Musikern atmosphärisch ausgeleuchtete Bühne waren der passende Rahmen für den ersten Sonntag mit Winterzeit.

„Kultur-Höflich“ wie immer begrüßte der Gastgeber sein „volles Haus“ und stimmte das Publikum auf das zu erwartende Programm ein. „Remember Tomorrow“ hatte der Pianist und Komponist Clemens Poetzsch den Abend überschrieben – passend, wie Beckmann ausdeutete, zum Vorabend einer Woche des Erinnerns mit der dichten Abfolge von Festtagen wie Reformationstag , Allerheiligen, Allerseelen und mit Friedhofsbesuchen.

Die Solovorträge des Pianisten am Konzertflügel führten aber weiter und darüber hinaus: Von gefühlter Einsamkeit und Melancholie über erinnerte Kindheitserlebnisse mit dem eigenen Vater bis zu auflebenden und aufregenden Reiseerinnerungen wie Tokio bei Nacht.

Vor seiner Rückfahrt nach Leipzig erfährt Pianist Clemens Poetzsch noch eine Auszeichnung durch den begeisterten Veranstalter Raimund Beckmann : Die Aufforderung zum Eintrag in sein goldenes Pianistenflügelbuch.

Vor seiner Rückfahrt nach Leipzig erfährt Pianist Clemens Poetzsch noch eine Auszeichnung durch den begeisterten Veranstalter Raimund Beckmann : Die Aufforderung zum Eintrag in sein goldenes Pianistenflügelbuch. Foto: Claudia Wandt

Beeindruckend war die Bandbreite der Darbietungen des Trios; von den Erlebnisschilderungen bis zum Déjà-vu einer Traumreise durch den Pianisten bis zu den nachfolgenden Gesangsvorträgen von Claudia Wandt. Sie führte über einen Gesang aus Bolivien in die Welt Lateinamerikas ein und – da sie nach ihrem Erasmusstudium in Spanien – angefüllt war mit dieser Musik – zu eigenen Texten und Kompositionen, die sich dem Erfahrenen ebenbürtig erwiesen:

Mit rhythmisch ausgedrückter Leidenschaft – temperament- und kraftvoll – gab sie ihren Liedern Spannungsbögen, die das Publikum mitrissen. Frank Kaiser – mit drei Gitarren, die er abwechselnd zum Einsatz brachte – war nicht nur Begleiter, sondern ebenbürtiger Solist, der mit ihr im Duett „sang“.

Die rhythmisch mitschwingenden Füße und Hände der Zuhörer waren ein deutliches Zeichen für Anerkennung und begeisterte Zustimmung. Der abschließende Applaus und der riesige Herbstlaub-geflochtene Strauß des Gastgebers waren folgerichtig Anlass für sogar zwei Zugaben – darunter das Herz-erweichende „Besame mucho“.

Zur Überraschung der Musiker bat Raimund Beckmann abschließend noch um eine dritte Zugabe, eine Kostprobe aus der Zeit, als Clemens Poetzsch als Zehnjähriger von seinem Vater ein Notenbuch mit Jazzstücken geschenkt bekommen hatte, das er so schnell einstudiert hatte, dass er Erlaubnis bekam, in einer Bar das Nachmittagsprogramm als Barpianist zu bestreiten. Ein voller Erfolg – auch bei diesem finalen Beitrag, der das Publikum fröhlich auf den Heimweg entließ.

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