Der Arbeitsmarkt im Tecklenburger Land
„Keine dramatische Entwicklung“

Tecklenburger Land -

Manche Wirtschaftsexperten sehen Deutschland in der Rezession. Die Zahlen vom Arbeitsmarkt fürs Tecklenburger Land könnten diesen Eindruck bestätigen. Reinhard Greß, Leiter der Agentur für Arbeit in Ibbenbüren, erkennt aber keine dramatische Entwicklung.

Mittwoch, 30.10.2019, 14:34 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 12:20 Uhr
Trotz Hinweisen auf einen Abschwung sucht die Wirtschaft Fachkräfte. Das gilt auch fürs produzierende Gewerbe.
Trotz Hinweisen auf einen Abschwung sucht die Wirtschaft Fachkräfte. Das gilt auch fürs produzierende Gewerbe. Foto: Colourbox

Im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen in der Region um 7,5 Prozent gestiegen. Reinhard Greß , Leiter der Agentur für Arbeit in Ibbenbüren, liest daraus allerdings noch keine Entwicklung ab, „die uns Kopfschmerzen bereitet.“

Zum Stichtag im Oktober waren in seiner Geschäftsstelle 2180 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 16 weniger als im September, aber 153 Betroffene mehr als vor einem Jahr. Hatte die Arbeitsagentur Ibbenbüren über Jahre hinweg die niedrigste Arbeitslosenquote aller Geschäftsstellen im Kreis Steinfurt vorzuweisen, ist sie mit derzeit 3,5 Prozent mittlerweile hinter Lengerich und Emsdetten zurückgefallen.

Auffällig: Die Zahl der langzeitarbeitslosen Hartz IV-Empfänger ist gegenüber dem Vorjahr sogar leicht (-1,9 Prozent) auf 1320 Personen gefallen. Bei den Betroffenen, die noch Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, gibt es dagegen einen Zuwachs um mehr als 26 Prozent.

Angesichts der totalen Zahlen ist das für Greß aber alles „nicht so dramatisch“. Eine konkrete Ursache für die im Vergleich zum Vorjahr dann doch negative Entwicklung im Raum Ibbenbüren kann er nicht ausmachen. Mit dem Ende des Steinkohlebergbaus habe das jedenfalls nichts zu tun. „Das Thema ist durch“, sagt Greß.

Die Wirtschaft im Kreis Steinfurt gleiche einem bunten Blumenstrauß. Bei etwa 97 Prozent der rund 10 000 Unternehmen handele es sich um kleine mittelständische Firmen. „Wenn es da mal in zwei oder drei Betrieben nicht richtig läuft, haben sie schon so eine Entwicklung.“ In einem Jahr könne sich die Lage deshalb schon wieder umgekehrt haben, meint der Leiter der Ibbenbürener Arbeitsagentur.

Die Zahlen aus den Orten

Wie schon im September gibt es in der Region im Jahresvergleich nur in der Stadt Tecklenburg eine positive Entwicklung der Arbeitslosenzahlen. Relativ betrachtet verzeichnet Westerkappeln dagegen den stärksten Anstieg. Die Arbeitslosenzahlen im Einzelnen (in Klammern Oktober 2018 und prozentuale Veränderung):

...

„Was wir natürlich nicht wissen ist, wie sich der Automobilsektor weiterentwickelt“, gibt er mit Blick auf die Zukunft zu bedenken. Im Kreis Steinfurt gebe es einige Zulieferbetriebe und sonstige Unternehmen aus der Produktionskette.

Wie Reiner Zwilling, Chef der Arbeitsagentur für den Kreis Steinfurt, berichtet auch Greß über eine nach wie vor hohe Kräftenachfrage aus der Wirtschaft. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist im Oktober zwar um 16 auf 786 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es jedoch eine, wenn auch nur marginale Steigerung.

Gesucht werde vor allem Fachpersonal, erläutert Reinhard Greß. „Wir müssen darauf achten, dass wir Nachwuchskräfte halten und bestenfalls ausbilden.“ Für Unternehmen sei es jedoch schwieriger geworden, Auszubildende zu finden, die heute eine große Auswahl an Lehrstellen hätten. „Zu meiner Zeit war das noch anders. da war man froh, wenn man etwas gefunden hatte“, erinnert sich der 56-Jährige an die 1970er und -80er Jahre.

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