Zukunftswerkstatt für Westerkappeln setzt Prioritäten
Kirchplatz steht oben auf der Liste

Westerkappeln -

Der Kirchplatz ist den Westerkappelnern ein Dorn um Auge. Das wurde in der Abschlussveranstaltung der Zukunftswerkstatt am Montagabend in der Aula des Schulzentrums noch einmal besonders deutlich. Dr. Frank Bröckling vom Büro Planinvent forderte die knapp 30 Frauen und Männer auf, ihren Favoriten auf der langen Liste der Projektideen einen Klebepunkt aufzudrücken.

Mittwoch, 30.10.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 13:36 Uhr
Steinerne Ödnis: Die „Begrünung und Aufwertung des Kirchplatzes“ setzten die teilnehmer der Abschlussveranstaltung der Zukunftswerkstatt für Westerkappeln ganz oben auf die Prioritätenliste. Mit Klebepunkten konnten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt an einer Stellwand Prioritäten setzen.
Steinerne Ödnis: Die „Begrünung und Aufwertung des Kirchplatzes“ setzten die teilnehmer der Abschlussveranstaltung der Zukunftswerkstatt für Westerkappeln ganz oben auf die Prioritätenliste. Mit Klebepunkten konnten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt an einer Stellwand Prioritäten setzen. Foto: Frank Klausmeyer

Dass die „Begrünung und Aufwertung des Kirchplatzes“ und die „Gestaltung der Grünfläche am Kirchplatz“ mit jeweils neun Punkten „den Vogel abgeschossen haben“, lag wohl weniger daran, dass sie in Augenhöhe oben auf dem Plakat standen, sondern dass sie bei den Westerkappelnern im übertragenden Sinne „ganz oben auf der Liste“ stehen.

Auf sieben Punkte schaffte es die Idee „700 Eichen für Westerkappeln“. Jeweils sechs Punkte klebten die Teilnehmer neben „Eröffnung eines Mehrfunktionenhauses“ und „Konzertmuschel“.

Vor der Aktion hatte Bröckling die Ergebnisse der vergangenen knapp sieben Monate seit der Auftaktveranstaltung im April mit verschiedenen Werkstätten und Arbeitskreisen bis zur Projektmesse im September Revue passieren lassen. Am Montag stand nun die Priorisierung der insgesamt 32 Ideen auf dem Programm, die es in den fünf Projektfamilien „Attraktive Ortsmitte“, „Westerkappeln für alle Generationen“ sowie abwechslungsreiches, kreatives und umweltbewusstes Westerkappeln auf die Liste geschafft hatten.

Zu diesen ausformulierten Projekten, für die verschiedene Ansprechpartner aus der Bürgerschaft, der Geschäftswelt und der Gemeindeverwaltung Pate stehen, kommen weitere gut zwei Dutzend Vorschläge, die erst einmal in einer sogenannten Ideenbox auf weitere Bearbeitung warten.

„Was reif ist, wird umgesetzt“, gab Bröckling als Devise aus und mahnte gleichzeitig zur Geduld. Es werde Projekte geben, die zügig umgesetzt würden, aber auch solche, für „die dicke Bretter gebohrt werden müssten“, gab er zu bedenken.

Mit Klebepunkten konnten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt an einer Stellwand Prioritäten setzen.

Mit Klebepunkten konnten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt an einer Stellwand Prioritäten setzen. Foto: Dietlind Ellerich

Was die Förderung angehe, gebe es verschiedene Möglichkeiten, wies er auf die Töpfe „Heimat-Scheck“, „LEADER“ und „Dorferneuerung hin. Katja Otte , Vorsitzende des Vereins Kappelner Band, hätte am liebsten sofort mit der Begrünung des Kirchplatzes losgelegt. Es sei die richtige Zeit zu pflanzen, sagte die Fachfrau, die auf Leader-Fördergelder in Höhe von 400 000 Euro hinwies, die für 2019 noch nicht abgerufen worden seien.

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer bestätigte dies, versicherte aber auch, dass das Geld auf das kommende Jahr übertragen werde, somit nicht verloren sei. Zudem habe die Verwaltung die Ideen der Zukunftswerkstatt für die Leader-Förderung „schon auf dem Schirm“. Konkretes wollte sie nicht sagen, bevor die Politik informiert sei.

Wenn Ungeduldige dabei seien, „ist das nicht schlecht, das hält die Sache in Bewegung“, machte Frank Bröckling deutlich. „Geduld können wir uns nicht mehr leisten“, nahm Katja Otte diesen Ball auf.

  Foto: Dietlind Ellerich

Bröckling lud die Besucher ausdrücklich dazu ein, sich mit weiteren Vorschlägen an die Wirtschaftsförderin Anke Biehl zu wenden.

Das Büro Planinvent wird aus den Projektideen, die von einer einheitlichen Fassadengestaltung und einem Wasserlauf durchs Dorf über ein zweites Trauzimmer und eine Boulder-/Kletterwand bis zu einem Sommerkulturprogramm, einem Lichtkonzept und einem plastikfreien Ort reichen, ein Konzept erstellen. Ein erster Entwurf wird in der kommenden Woche in der Ratssitzung vorgestellt.

Frank Bröckling regte weiter an, eine Koordinierungsgruppe oder einen Bürgerverein ins Leben zu rufen, die das Konzept im Auge behält, sowie die Vermarktung der Projekte. Ob Internetauftritt, Vernetzung mit Nachbarn, Teilnahme an Wettbewerben oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, „Geräusche zu machen“ sei wichtig.

„Wo sie auch immer landen, sie sind nicht allein“, sagte er mit Blick auf sein Büro Planinvent, die Gemeinde Westerkappeln und die Bezirksregierung Münster, die mit im Boot seien und für Rückfragen zur Verfügung stünden.

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