Fusion der Volksbanken Westerkappeln-Wersen und Saerbeck
Jetzt wird die Ehe vollzogen

Westerkappeln/Saerbeck -

Im Frühsommer haben die Mitglieder der Volksbank Westerkappeln-Wersen und der in Saerbeck auf getrennten Versammlungen die Fusion der beiden Geldhäuser beschlossen- rückwirkend zum 1. Januar 2019. Das war aber nur die Verlobung. Denn die beiden neuen Partner leben aber immer noch getrennt von Tisch und Bett. Die Ehe ist noch nicht vollzogen. In der kommenden Woche soll nun endlich die Hochzeit gefeiert werden.

Sonntag, 03.11.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 18:50 Uhr
Ansgar Heilker (links) und Anita Kipp werden die neue Volksbank Westerkappeln-Saerbeck leiten. Ingo Schäfer, noch kommissarischer Vorstand in beiden Geldhäusern, tritt dann ins zweite Glied zurück und wird Teilmarktleiter in Saerbeck.
Ansgar Heilker (links) und Anita Kipp werden die neue Volksbank Westerkappeln-Saerbeck leiten. Ingo Schäfer, noch kommissarischer Vorstand in beiden Geldhäusern, tritt dann ins zweite Glied zurück und wird Teilmarktleiter in Saerbeck. Foto: Frank Klausmeyer

Denn dann soll die Verschmelzung ins Genossenschaftsregister in Steinfurt eingetragen werden. „Wir sind genau da, wo wir planmäßig stehen wollten“, betont der jetzige Saerbecker Bankvorstand Ansgar Heilker , der künftig gleichrangig mit der Westerkappelner Vorstandsfrau Anita Kipp die neue Volksbank Westerkappeln-Saerbeck vertreten wird. Mit der Eintragung ins Genossenschaftsregister sei die Verschmelzung juristisch vollzogen. „Dann sind wir richtig zusammen“, erklärt Heilker.

Natürlich gibt es zwischen den beiden Geldinstituten schon seit geraumer Zeit eine enge Kooperation, jedoch in Form einer doppelten Haushaltsführung. Am kommenden Samstag (16. November) erfolgt die technische und damit auch wirtschaftliche Vereinigung. „Dann werden die Bestände zusammengelegt“, erläutert Anita Kipp. „Jeder Mitarbeiter kann dann auf alle Kundendaten zugreifen.“ Bis jetzt sei dies nur über gewisse Umwege möglich.

Apropos Kunden: In der kommenden Woche sollen alle etwa 6000 in Saerbeck und rund doppelt so viele in Westerkappeln ein Begrüßungsschreiben mit weiteren Informationen zur Fusion und was diese für sie bedeutet erhalten. Viel umgewöhnen müssten sich die Kunden nicht, versichern Heilker und Kipp. Infolge der EDV-Umstellung werde am Samstag das Online-Banking für einige Stunden nicht funktionieren. Die technische Anpassung sei ähnlich wie die Software-Migration im Frühjahr, „aber deutlich schlanker“, betont Kipp.

Bis heute haben beide Volksbanken noch unter ihren jeweiligen Markenzeichen Geschäfte gemacht. Künftig gibt es natürlich ein gemeinsames Logo. „Und auch der Internetauftritt wird jetzt angepasst“, erklärt Ingo Schäfer, der noch kommissarischer Vorstand in beiden Häusern ist. Künftig wird Schäfer den Teilmarkt Saerbeck leiten, für den Teilmarkt Westerkappeln zeichnet dann Christian Bartsch verantwortlich.

Während sich die Kunden in Westerkappeln und Wersen kaum etwas ändert, müssen sich die in Saerbeck auf eine neue Bankleitzahl (403 616 27) einstellen, weil Westerkappeln Sitz der neuen Bank ist. Auch neue Kontonummern werde es für die Saerbecker Kunden geben, sagt Heilker. „Es macht natürlich Sinn, die Konten des kleineren Kundenstamms umzustellen.“ Über diese Veränderung soll die Saerbecker Klientel gesondert informiert werden. Sonst sei nicht viel zu tun. Unternehmen mit Einzugsermächtigungen würden von der Volksbank in Kenntnis gesetzt. Die Bankkarten behalten im Übrigen ihre Gültigkeit.

Noch ein Hinweis für die Kundschaft in Saerbeck. Dort bleibt die Filiale am kommenden Freitag (15. November) ganztägig geschlossen.

Für die Kunden eher unerheblich sein dürfte der Umstand, dass die Volksbank Westerkappeln mit der Fusion den Genossenschaftsverband – Verband der Regionen verlässt und die neue Bank – wie Saerbeck seit längerer Zeit – unter das Dach des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems schlüpft, der die Interessenvertretung für rund 300 genossenschaftliche Unternehmen in Norddeutschland darstellt, die Bilanzen prüft und Bildungsträger ist. Dieser Schritt ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass Saerbeck rechtlich die übernehmende Bank ist. Dort fühlen sich die Verantwortlichen auch besser aufgehoben. Im Vergleich zur Bilanzsumme der neuen Volksbank Westerkappeln-Saerbeck (rund 240 Millionen Euro) sei die durchschnittliche Bankgröße beim Verband der Regionen rund viermal so viel, im Bereich Weser-Ems sei es nur etwa das Doppelte. „Wir möchten daraus einen Mehrwert für die Bank und für die Kunden erzielen“, sagt Heilker.

Groß zelebriert wird die Hochzeit der beiden Volksbanken diese Woche nicht. Mit einem Gläschen Sekt stoße man nach erfolgreicher Umstellung aber sicher an, meint Anita Kipp.

Richtig gefeiert werden soll dann im kommenden Jahr, wenn die Volksbank Saerbeck auf ihr 125-jähriges Bestehen zurückblickt. Das Fest hat die Volksbank Westerkappeln schon sieben Jahre hinter sich. Das Jubiläum wird aber gemeinsam gefeiert. Die Hochzeit wirkt in Westerkappeln wie ein Jungbrunnen: „Wir werden dadurch um acht Jahre jünger“, sagt Kipp lachend.

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