Ermittlungen wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Dateien
Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Arzt ein

Westerkappeln -

Das Strafverfahren gegen einen Westerkappelner wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Fotos und Videos ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster eingestellt worden. 

Montag, 04.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 19:30 Uhr
Ermittlungen wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Dateien: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Arzt ein
(Symbolfoto) Foto: colourbox.de

Das bestätigte Karin Gabriel , Direktorin des Amtsgerichts Tecklenburg, auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. Der Hauptverhandlungstermin, an dem sich der Mediziner den Vorwürfen der Anklage hätte stellen müssen, wurde aufgehoben.

Damit findet ein jahrelanges Verfahren ein Ende, das zunächst in Tecklenburg geführt wurde, und später, verbunden mit einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung, am höher gestellten Amtsgericht Münster geführt wurde. Im Hinblick auf eine rechtskräftige Verurteilung wegen Steuerhinterziehung sei das Verfahren wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Dateien nach Paragraf 154, Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt worden, erklärte Gabriel.

50000 Gigabyte großen Sammlung

Das Schöffengericht Münster hatte im Februar dieses Jahres einen Strafbefehl gegen den Arzt erlassen. Darin ist eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt und für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden. Außerdem musste der Mediziner eine Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro zahlen.

Im Sommer 2014 hatten Steuerfahnder auf der Suche nach belastendem Material bei dem Westerkappelner auch 3500 Bilder und 551 Videos pornografischen Inhalts auf 25 Festplatten sichergestellt. Nur bei einem Bruchteil der insgesamt 50000 Gigabyte großen Sammlung soll es sich um Kinder- und Jugendpornografie gehandelt haben. Der zuständige Richter am Amtsgericht Tecklenburg hatte schon beim ersten Hauptverhandlungstermin im Juni 2016 gesagt, er wolle „bis ins Letzte aufklären, wie viel Straffreies das Material enthält“.

Mediziner war sich Strafbarkeit nicht bewusst

Im Laufe der Ermittlungen habe sich eine „deutliche Reduzierung der möglichen Tatvorwürfe“ herausgestellt, sagt Karin Gabriel zum Hintergrund der Einstellung des Verfahrens gegen den Westerkappelner. Im Falle der Bestätigung der Vorwürfe wäre nachträglich eine Gesamtstrafe gebildet worden.

Der Mediziner hatte in seiner Einlassung im Juni 2016 versichert, ein reines Gewissen gehabt zu haben und sich der Strafbarkeit der Dateien nicht bewusst gewesen zu sein.

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