Unternehmerfrühstück: Vortrag über Fachkräftemangel und Nachwuchssicherung
Generation Z will sinnvolle Arbeit

WEsterkappeln -

Die Zahl lässt aufhorchen: Nach den Berechnungen der Indus­trie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK) fehlen bis zum Jahr 2030 rund 70 000 Fachkräfte im Münsterland. Wie Unternehmen in dieser Situation ihren Nachwuchs für die Zukunft sichern und besser Auszubildende rekrutieren können, darüber informierte Inna Gabler, Projektmitarbeiterin bei der Kammer, am Freitagmorgen beim Unternehmerfrühstück. Hierzu hatte die Gemeinde ins Alte Gasthaus Schöer eingeladen.

Freitag, 08.11.2019, 13:18 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 16:30 Uhr
Unter den Besuchern des Unternehmerfrühstücks war auch eine Delegation aus der namibianischen Gemeinde Khorixas, mit der Westerkappeln partnerschaftliche Beziehungen pflegt.
Unter den Besuchern des Unternehmerfrühstücks war auch eine Delegation aus der namibianischen Gemeinde Khorixas, mit der Westerkappeln partnerschaftliche Beziehungen pflegt. Foto: Katja Niemeyer

Unter dem Titel „Azubis finden und binden – was kann ich tun?“ erläuterte Gabler , wie es gelingen kann, dass eine duale Ausbildung verstärkt in den Fokus von Jugendlichen gerät. Denn immer mehr würden sich heute für ein Studium entscheiden. Wie wichtig es ist, den Fachkräftemangel zu lösen, veranschaulichte die Projektmitarbeiterin anhand einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ( DIHK ). Demnach gaben 60 Prozent der befragten Unternehmer an, dass sie fehlende Fachkräfte als eine Gefahr für ihr Geschäftsleben betrachten. Unternehmer würden nicht nur immer weniger Bewerbungen erhalten, sagte Gabler. „Auch die Qualität der Bewerbungen hat nachgelassen“, so die IHK-Mitarbeiterin, die bei der Kammer für das Projekt Partnerschaft Schule-Betrieb zuständig ist.

Um den Fachkräftebedarf zu sichern, riet Gabler zu einer ganzen Palette von Maßnahmen – von der Präsentation auf Ausbildungsmessen bis zur Einstellung von Flüchtlingen. Den Westerkappelner Firmenchefs machte die Expertin aber auch deutlich, dass ein Großteil der Jugendlichen über die Suchmaschine Google zum Ausbildungsplatz kommt. 84 Prozent, das habe eine Studie ergeben, googlen, sprich: Sie tippen ihren gewünschten Ausbildungsberuf, ihren Wohnort und Umkreissuche von 30 Kilometern ein. Insofern, hob Gabler hervor, „muss es darum gehen, online auf sich aufmerksam zu machen“.

Darüber hinaus gab die IHK-Mitarbeiterin den Geschäftsleuten einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Jugendlichen, die jetzt ins Arbeitsleben treten. Die Mitglieder dieser sogenannten Generation Z (Jahrgang 1997 und jünger) seien Sinnsucher. Einer Untersuchung zufolge gaben 65 Prozent von ihnen an, eine sinnvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit anzustreben – „und das am besten vom ersten Tag ihrer Beschäftigung an“, so Gabler. Die Entscheidung, ob sie eine angebotene Lehrstelle annehmen, würden 53,8 Prozent von ihnen davon abhängig machen, ob in dem Betrieb eine „angenehme Atmosphäre“ herrsche. 40,8 Prozent erwarteten eine schnelle Zusage. „Also: Halten Sie sie fest“, rief die Expertin den Westerkappelner Unternehmern zu. Und: „Ob Ihnen das gefällt oder nicht: Sie bewerben sich bei den Jugendlichen. Nicht umgekehrt.“

Gabler machte ferner auf die Mobilitätsberatung der Kammer aufmerksam. Diese würde sowohl finanziell als auch organisatorisch unterstützen, wenn Auszubildende für einen begrenzten Zeitraum Erfahrungen im Ausland sammeln wollten.

Firmenchefs, die sich auf Ausbildungsmessen um Nachwuchs bemühen, gab Gabler noch folgenden Rat mit auf den Weg: „Viele Jugendliche haben Schwellen- und Berührungsängste. Gehen Sie deshalb auf sie zu.“

Die IHK-Mitarbeiterin warb zudem für das Projekt Partnerschaft Schule-Betrieb: „Es geht darum, dass Sie Ihr Gesicht zeigen“, sagte die Expertin. Bei dem Projekt führen Schulen und Unternehmen Veranstaltungen zur Berufsorientierung durch.

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