„Romantik-Trilogie“ in der Stadtkirche Westerkappeln
Eine gloriose Aufführung mit 200 Mitwirkenden

Westerkappeln -

„Romantik-Trilogie“ lautete der Titel des Konzerts, das am Samstag in der Westerkappelner Stadtkirche erklang. Das ist eine großartige Ankündigung und ebenso großartig war der Abend.

Sonntag, 10.11.2019, 16:26 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 19:04 Uhr
Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann (rechts) wuchsen die rund 200 Mitwirkenden zu einer gigantischen Einheit zusammen.Die Solisten des Abends waren (von links) Melanie Ortmann (Sopran), Kathrin Brauer (Alt), Mario Lee (Tenor) und Jan Friedrich Eggers (Bass).
Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann (rechts) wuchsen die rund 200 Mitwirkenden zu einer gigantischen Einheit zusammen.Die Solisten des Abends waren (von links) Melanie Ortmann (Sopran), Kathrin Brauer (Alt), Mario Lee (Tenor) und Jan Friedrich Eggers (Bass). Foto: Sunhild Salaschek

Vier Chöre – der Junge Chor Westerkappeln, die Kantorei der Stadtkirche, der katholischer Kirchenchor Mettingen und der Ki-Pop-Chor Mettingen hatten sich für diese Aufführung verbunden und wuchsen unter der Führung von Kreiskantor Martin Ufermann zu einer gigantischen Einheit zusammen. Ihre Stimmen erfüllten den bis auf den letzten Platz belegten Kirchenraum und die Herzen der Besucher.

Noch ehe der erste Ton erklang, wies Ufermann auf die tragenden Zeilen von Psalm 95 hin: „Kommt, lasst uns anbeten – verstockt euer Herz nicht“. Nun wurde der Abend mit dem gleichnamigen Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy musikalisch eröffnet. Das Publikum genoss neben der festlichen Klangfülle auch den Abwechslungsreichtum zwischen Chor und den Solisten – Melanie Ortmann (Sopran) Kathrin Brauer (Alt), Mario Lee (Tenor) und Jan Friedrich Eggers (Bass) – sowie mit dem Orchester. Dabei spielte das Orchester „Musica Viva Ibbenbüren“ (Konzertmeisterin: Christine Rudolf) in sinfonischer Besetzung und beeindruckte mit seiner musikalischen Farbenpracht.

Mit Antonín Dvořák , dem zweiten Komponisten des Abends, schlugen die Musizierenden ein neues Kapitel der religiös geprägten Romantik auf. Zunächst erklangen die drei Gesänge „Sieh auf mich“, „Gott ist mein Hirte“ und „Singet ein neues Lied“ aus seinen biblischen Liedern für Bass und Orgel (op. 99). Diese von Dvořák tief empfundenen Lieder interpretierten der Bassist Eggers und die Organistin Lena Puschmann ergreifend feinsinnig.

Als Gegenstück zu den leisen anrührenden Gesängen folgte Dvořáks Messe in D-Dur (op. 86) für Solisten, Chor, Orgel und Orchester. Die Form der Messe entspricht ganz der Tradition, aber zusätzlich weist die Messe kontrastreiche folkloristische Elemente auf. Die 200 Mitwirkenden verbanden alle unterschiedlichen Stimmungslagen und wechselnde Kombinationen von Sängern und Instrumentalisten hervorragend ausdrucksstark.

Während bisher alle Texte der auf Deutsch gesungenen Musik dank der guten Artikulation der Singenden klar verständlich waren, war bei der Messe als zusätzliche Hilfe für die Hörer der auf Latein gesungene Text zweisprachig auf dem Programmzettel abgedruckt. Im Wissen um die allgemeine Verständlichkeit gelang den Aufführenden zwischen „Kyrie“ und „Agnus Dei“ eine noch intensivere musikalische Gestaltung bei einzelnen herausragenden Zeilen wie der zunächst vorsichtigen, dann sich steigernden Bitte um Erbarmen oder der Kreuzigung Christi.

Als letzter Teil der Trilogie erklang César Francks Komposition auf den Psalm 150. Er fordert alles auf, was Odem hat, Gott zu loben und zählt dazu auch Instrumente, unter anderem Posaunen, Saiten(instrumente) und Pfeifen (als Sammelbegriff für Holzblasinstrumente), die bei dieser Aufführung zum Einsatz kamen. Deshalb wird dieser Psalm heute manchmal „Psalm der Musiker“ genannt.

Nicht nur der Text dieses Psalms ist ungewöhnlich, Franck verwendet auch Harmonien, die für seine Zeit kühn wirkten und setzt über alles eine kuriose Bezeichnung: „Poco Allegretto ma maestoso“ – „Fröhlich aber erhaben“ wird selten in einem Atemzug genannt. Doch dieser Ausdruck war absolut passend für den ganzen gloriosen Abend, der mit viel Applaus und stehenden Ovationen endete.

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