Missbrauch: Bistum plant Informationsabend in Westerkappeln
Verurteilter auch in St. Margaretha aktiv

Westerkappeln/Münster -

Ein Priester aus dem Erzbistum Köln, der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Haft- und einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, hat nach seiner Haft unter anderem auch in der Kirchengemeinde St. Marga­retha in Westerkappeln gewirkt.

Dienstag, 12.11.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 15:32 Uhr

Wie die Bischöfliche Pressestelle in Münster am Dienstag mitteilte, war der heute 85-jährige Priester von 1974 bis 1978 in der Schulabteilung des Generalvikariats im Einsatz. Im Rahmen dieser Tätigkeit soll er ab 1975 auch als Aushilfe in St. Marga­retha aktiv gewesen sein.

Angesichts dieses Falls plant das Bistum Münster am Donnerstag, 21. November, in Westerkappeln einen Informationsabend. Wo dieser stattfinden wird und wann er an dem Tag beginnt, soll noch bekanntgegeben werden.

Der Priester war 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Peter Frings, Interventionsbeauftragter des Bistums Münster, war im Mai 2019 durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Laut Pressemitteilung hatte das Erzbistum Köln daraufhin eine Rechtsanwaltskanzlei in München, die seit Anfang 2019 alle Fälle sexuellen Missbrauchs des Erzbistums untersucht, auch das Aktenmaterial der anderen Bistümer für diesen Fall zur Verfügung gestellt. Die Kanzlei soll nun prüfen, wer von den Verantwortlichen der betroffenen Bistümer worüber informiert war und wer welche Entscheidungen getroffen hat.

Der Priester, der seit 2002 im Ruhestand ist, war über mehrere Jahrzehnte in Münster, Köln und Essen tätig. Die Akten aus den drei Bistümern, so betonte der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, seien teilweise sehr lückenhaft. „Da wir nicht ausschließen können, dass es in allen drei Diözesen weitere Betroffene gibt, bitten wir darum, dass diese sich bei einer der beauftragten, externen Ansprechpersonen in den Diözesen melden.“

Für das Bistum Münster teilt die Pressestelle folgende Ansprechpartner mit: Bernadette Böcker-Kock ( ✆ 01 51/ 63 40 47 38) und Bardo Schaffner ( ✆ 01 51/ 43 81 66 95).

Die Bischöfliche Pressestelle kündigt an, die genauen Ergebnisse der Untersuchung im Frühjahr 2020 der Öffentlichkeit vorzustellen.

Pater Shaji George, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha, wollte auf WN-Anfrage keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben.

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