Gedenkfeier in Westerkappeln zum Volkstrauertag
Trauer, Erinnerung und Hoffnung

Westerkappeln -

80 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verblasst zunehmend die Erinnerung der Menschen an diesen blutigsten Konflikt der Menschheitsgeschichte. „Umso mehr drängt sich die Frage in den Vordergrund, wie wir verhindern können, dass Erinnerungslücken entstehen“, sagte Pfarrer Olaf Maeder bei seiner Ansprache am Sonntag auf dem Friedhof.

Sonntag, 17.11.2019, 16:00 Uhr
Zum Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt wurde an der Friedhofskapelle ein Kranz niedergelegt. Pastor Olaf Maeder (ganz links) hielt die Ansprache.
Zum Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt wurde an der Friedhofskapelle ein Kranz niedergelegt. Pastor Olaf Maeder (ganz links) hielt die Ansprache. Foto: Frank Klausmeyer

Dort hatten sich im Beisein von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer Abordnungen der Schützenvereine und der Freiwilligen Feuerwehr sowie einige Bürger zur Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages eingefunden.

Dieser Tag sei nicht nur ein Tag der Trauer für die über 55 Millionen getöteten Soldaten und Zivilisten sowie ermordeten Menschen während des Zweiten Weltkrieges , sondern erinnere an alle Opfer von Gewalt und Krieg – „an Kinder, Frauen und Männer aller Völker“, betonte Maeder.

Der Volkstrauertag mahne auch, wie bedroht der Friede sei. Die Hoffnung, mit dem Ende des Kalten Krieges sei endlich der Friede da, habe sich mit dem 11. September 2001 zerschlagen. „Es gibt neue Formen des Krieges“, sagte Maeder. „Wir müssen auch auf aktuelle Ereignisse schauen wie den terroristischen Anschlag auf die Synagoge in Halle.“ Der innere Friede werde bedroht durch soziale Ungleichheit, erklärte der Pfarrer weiter und appellierte, jetzt aufzuschreiben, was die letzten Verbliebenen des Zweiten Weltkrieges erlebt haben. „Es ist wichtig, dass wir heute hier stehen, um uns an die Getöteten der Kriege zu erinnern“, unterstrich Maeder des Stellenwert des Volkstrauertages.

Der Posaunenchor begleitete die Gedenkfeier musikalisch.

Der Posaunenchor begleitete die Gedenkfeier musikalisch. Foto: Frank Klausmeyer

Von diesem Tag könne auch Hoffnung ausgehen, nämlich die Hoffnung auf Menschlichkeit. „Man mag das naiv finden, aber für mich ist das der eigentliche Sinn des Volkstrauertages“, meinte der Pfarrer.

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier wieder vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde. Zum Abschluss spielte dieser traditionell die deutsche Nationalhymne.

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