Raimund Beckmann zieht sich aus Kulturbetrieb zurück
Staffelübergabe mit Conjak gefeiert

Westerkappeln -

Allem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne – auch wenn mit dem altersbedingten Rückzug des Ehepaars Beckmann zunächst eine Ära zu Ende geht. Die Nachfolge für den Kulturhof ist jedoch gesichert. Ylan und Andrea Zopf werden hier in Zukunft das kulturelle Zepter schwingen. Die vielversprechende Übergabe wurde am Sonntagabend gebührend mit „Conjak“ gefeiert.

Montag, 18.11.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 14:56 Uhr
Ein Küsschen gab´s von Raimund Beckmann für Ehefrau Barbara, die den Kulturhof-Betrieb viele Jahre gemeinsam stemmten. Ylan und Andrea Zopf spendeten Beifall. Sie werden hier in Zukunft das kulturelle Zepter schwingen. Die vielversprechende Übergabe wurde am Sonntagabend gebührend mit der Jazz-Formation „Conjak“ gefeiert – rechts Sängerin Christiane Hagedorn, links Pianist Martin Scholz.
Ein Küsschen gab´s von Raimund Beckmann für Ehefrau Barbara, die den Kulturhof-Betrieb viele Jahre gemeinsam stemmten. Ylan und Andrea Zopf spendeten Beifall. Sie werden hier in Zukunft das kulturelle Zepter schwingen. Die vielversprechende Übergabe wurde am Sonntagabend gebührend mit der Jazz-Formation „Conjak“ gefeiert – rechts Sängerin Christiane Hagedorn, links Pianist Martin Scholz. Foto: Astrid Springer

Seit vielen Jahren bereicherten Barbara und Raimund Beckmann mit ausgesuchten Künstlern das Kulturangebot in Westerkappeln. Sie suchten bereits länger einen Nachfolger und fanden ihn vor der eigenen Haustür.

Die Zopfs wohnen bereits einige Jahre unweit des Kulturhofes. Einen Bezug zur Kunst haben sie beide: die aus Chile stammende Andrea Zopf malt selbst und Ylans Vater Peter Zopf erlangte in den 1970er Jahren Anerkennung als Dali-Schüler: „Mein Vater hat sehr viele Bilder gemalt, die sollen irgendwann eine passende Bleibe haben“, findet Ylan Zopf.

Die beiden sind dabei nicht nur vielversprechende Nachfolger, die sich aktiv in den Kulturbetrieb stürzen wollen, sie sichern Beckmanns auch den gewohnten Alterswohnsitz. Raimund Beckmann wird ihnen noch beratend zur Seite stehen, gibt aber den Stab gern weiter.

Etwas wehmütig ist er schon, man müsse jedoch einen Strich unter die Dinge machen, solange man noch könne, sagte Beckmann. „Zukünftig sehe ich mich vor allem als Zuschauer.“

Die vielversprechende Übergabe wurde am Sonntagabend gebührend mit „Conjak“ gefeiert. Die Jazz-Formation aus Kontrabass (Dieter Kuhlmann) und Piano (Martin Scholz) verschmolz mit der eindringlichen Stimme von Sängerin Christiane Hagedorn zum spannungsgeladenen Ensemble.

Neben Eigenkompositionen präsentierten die Musiker viele bekannte Jazz- und Soul-Stücke mit eigenem Stil. Dabei machten sie Anleihen bei französischen Chansons ebenso wie in der Pop-Musik.

Die Jazz-Formation aus Kontrabass (Dieter Kuhlmann) und Piano (Martin Scholz) verschmolz mit der eindringlichen Stimme von Sängerin Christiane Hagedorn zum spannungsgeladenen Ensemble.

Die Jazz-Formation aus Kontrabass (Dieter Kuhlmann) und Piano (Martin Scholz) verschmolz mit der eindringlichen Stimme von Sängerin Christiane Hagedorn zum spannungsgeladenen Ensemble. Foto: Astrid Springer

Zum Auftakt startete Conjak mit Nina Simones „My Baby just cares for me“ und wechselte die Gangart anschließend zu „Summertime“, wobei sie den Spannungsbogen gekonnt steigerten, indem die stetig anschwellenden Jazz-Soli endlich durch den leidenschaftlichen Gesang Hagedorns unterbrochen wurden.

Hagedorns Stimme erinnerte streckenweise an Amy Winhouse, klang mal samtig wie schwerer Rotwein, mal verspielt. Mit beeindruckender Leichtigkeit sprang sie die Tonleitern auf und ab, kokettierte mit dem Publikum und traf mit schlafwandlerischer Sicherheit jeden Ton.

Sie sang manches Stück über Sehnsucht und unerfüllte Liebe – und man glaubte es ihr. Mit viel Temperament und Charme interpretierte Hagedorn Stücke wie Charles Trenets „La Mer“ oder Rio Reisers „Junimond“. Mit Mecki Messers Haifischzähnen zauberte sie dem Publikum ein belustigtes Lächeln ins Gesicht.

Den fulminanten Abschluss machten zwei Pop-Songs der türkischen Künstlerin Sezen Aksu, die Christiane Hagedorn mit authentisch anmutender, arabischer Leidenschaft interpretierte.

Als Zugabe servierten die Musiker „As Time goes by“ und trafen bei Beckmann mitten ins Schwarze: Die Rührung war ihm deutlich anzusehen. Nichtsdestotrotz gilt auch in Westerbeck: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Das nächste findet bereits am 1. Dezember statt, und auch 2020 wird es musikalisch weitergehen.

Am 22. März startet die kommende Saison, vorgesehen sind zehn Konzerte, mit dabei Künstler wie Marie Séférian ‎und Maximilian Mangold. Und anlässlich Beethovens Geburtstag könne man sich auf einige Überraschungen freuen, verspricht Ylan Zopf.

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