Pläne für einen Bioladen gehen in die entscheidende Phase
„Ab jetzt gilt hopp oder top“

Westerkappeln -

Pünktlich zur Adventszeit öffnet am 1. Dezember im ehemaligen Fahrradgeschäft Stening ein von vielen Westerkappelnern lang ersehntes Café. Wenn es gut läuft, wird daraus eine dauerhafte Einrichtung – mit angeschlossenem Bioladen. Dafür soll ein Verein gegründet werden. Mindestens 150 Leute müssen mitmachen. „Ab jetzt gilt hopp oder top“, sagt Jörg Oberbeckmann.

Dienstag, 19.11.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 17:34 Uhr
Für einen Bioladen – mit Café – in Westerkappeln soll ein Verein gegründet werden. Mindestens 150 Mitglieder müssen dabei sein. Sie sollen beim Einkauf ordentlich Rabatt bekommen.
Für einen Bioladen – mit Café – in Westerkappeln soll ein Verein gegründet werden. Mindestens 150 Mitglieder müssen dabei sein. Sie sollen beim Einkauf ordentlich Rabatt bekommen. Foto: dpa

Der Westerkappelner Pfarrer versteht sich als „Antreiber“ des Projektes. Dabei stellt er klar, dass nicht die evangelische Gemeinde Café und Bioladen betreiben will, sondern das ganze von bürgerschaftlichem Engagement getragen werden soll. Angesprochen seien in erster Linie Menschen, die bewusst und nachhaltig einkaufen und leben möchten sowie gleichzeitig einen schönen Ortskern wollten.

Die Idee für einen Bioladen wurde Ende September beim „Tag der Schöpfung“ vorgestellt. Um das Potenzial realistisch einschätzen zu können, wurden 500 Flyer mit einem kurzen Fragebogen verteilt. Rund 40 Antworten wurden zurückgeschickt. Ein immer wieder geäußerter Wunsch sei gewesen, den Bioladen mit einem Café zu kombinieren.

Oberbeckmann und seine Mitstreiter loteten unterdessen die Möglichkeiten aus, ob und wie sich beides realisieren lässt. Die Überlegung, den Bioladen an ein größeres Konzept anzudocken – eventuell in Zusammenarbeit mit dem Amt für Klimaschutz in Steinfurt und Leader-Fördermitteln – habe sich als Sackgasse erwiesen. Auch das Institut für gesellschaftliche Verantwortung der westfälischen Landeskirche komme nicht als Partner in Frage.

Ergo: „Wir sind ganz und gar auf uns gestellt, auf unsere Initiative, auf unser Engagement, auf unser Wollen und Vollbringen“, heißt es in einem Schreiben an diejenigen, die den Flyer-Fragebogen zurückgeschickt haben. Das könne auch ein Vorteil sein. Für eine Umsetzung seien die Bürger selbst gefordert.

Um sich über den aktuellen Stand auszutauschen, sind alle Interessierten am Dienstag, 26. November, um 19.30 Uhr ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu einem Informationsabend eingeladen. Angesprochen sind insbesondere auch Bürger aus Mettingen und Wersen, die Interesse an hochwertigen Bioprodukten zu recht günstigen Preisen haben. „Der nächste Bioladen ist sonst in Osnabrück“, hofft Oberbeckmann auf Nachfrage auch in der Nachbarschaft.

Vor zwei Wochen habe es in Westerkappeln ein Gespräch mit Oliver Heindl gegeben, der beim Biogroßhändler Kornkraft Ansprechpartner und Berater für Vertrieb sei. Er habe sich die Lage im Ort angesehen. Auch eine potenzielle Betreiberin mit Erfahrungen im Aufbau und Betrieb eines Bioladens sei dabei gewesen.

Heindl habe ein Mitglieder-Konzept empfohlen. Das bedeute: Mindestens 150 Mitglieder, die monatlich etwa 20 Euro einzahlen, müssen einem Verein beitreten. Dafür sollen diese die Bioartikel aus dem Sortiment 20 Prozent günstiger als im regulären Verkauf erhalten. Wer für 100 Euro monatlich Biowaren kauft, hat den monatlichen Mitgliedsbeitrag also wieder hereingeholt. Das sei der wirtschaftliche Aspekt und Vorteil an diesem genossenschaftlichen Konzept. „Wir wollen mit dem Laden keinen Gewinn machen. Er muss sich aber wirtschaftlich tragen“, betont Oberbeckmann.

Vor allem wäre die Mitgliedschaft in einem Trägerverein nach Meinung der Initiatoren auch ein politisches Statement: „Wir wollen anders leben und fangen damit im Alltag und bei uns selbst an“.

Um Interessierten die Mitgliedschaft schmackhaft zu machen, wird im ehemaligen Fahrradladen Stening an der Großen Straße vom 1. bis zum 20. Dezember täglich von 15 bis 17 Uhr ein „Advents- und Werkstatt-Café“ öffnen. In dieser Zeit werden – fair gehandelter – Kaffee sowie Kuchen vom Ökobäcker Knuf aus Voltlage verkauft. Auf Stellwänden soll über das Projekt Bioladen näher informiert werden und es werden Aufnahmeanträge für den möglichen Trägerverein ausgelegt. Außerdem baut der Kultur- und Heimatverein Westerkappeln in dieser Zeit seine Ausstellung zum 100-jährigem Bestehen auf.

Wenn genügend Anträge auf Mitgliedschaft vorliegen, soll das Projekt in die Umsetzungsphase gehen. Dann, so die Planungen, werden der Verein gegründet und Gespräche mit Banken, gegebenenfalls Anteilseignern sowie mit Lieferanten geführt. Auch Mitarbeitende würden eingestellt.

Ein Ladenkonzept steht dann ebenfalls auf der Agenda. Überdies müsste eine Ladeneinrichtung mit Kühlgeräten, Regalen, Theken und Kasse beschafft werden.

Idealerweise sollen Bioladen und Café am 30. April mit einem Fest eröffnet werden – sonst einen Monat später zu Pfingsten. Voraussetzung sei aber die Mindestzahl von 150 Anmeldungen für den Verein. „Wenn diese Marke verfehlt wird, wird das Projekt – jedenfalls von mir – ad acta gelegt“, stellt Jörg Oberbeckmann klar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7077025?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker