Telekom modernisiert Sendemast
Funkloch mitten im Westerkappelner Ortskern

Westerkappeln -

Mobilfunkkunden der Telekom sitzen im Westerkappelner Ortskern momentan mitten im Funkloch. Wenn überhaupt, empfangen sie nur ein schwaches Funksignal. Bei einigen Betroffenen geht keine Nachricht raus, kein Telefonat kommt rein. Nur Notrufe sind möglich. Zum Wochenende soll aber alles besser werden als vorher.

Donnerstag, 21.11.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 17:10 Uhr
Schwindelfrei muss Thomas Schepers sein. Sein Arbeitsplatz befindet sich in über 30 Metern Höhe. Dort werden neue Mobilfunkantennen montiert.
Schwindelfrei muss Thomas Schepers sein. Sein Arbeitsplatz befindet sich in über 30 Metern Höhe. Dort werden neue Mobilfunkantennen montiert. Foto: Frank Klausmeyer

Die Telekom tauscht am Funkmasten an der Konrottstraße die komplette Sendetechnik aus. „Der Netzausfall tut uns leid, aber die Kunden wollen ja sicher alle ein besseres Netz“, sagt Marion Kessing , Pressesprecherin bei der Telekom in Bonn. Genau das will das Unternehmen mit der Umrüstung bewirken.

Jetzt werden Antennen für den Standard 4G installiert. Das Kürzel steht für die vierte Mobilfunkgeneration, eine Erweiterung von LTE, die höhere Datenübertragungsraten ermöglicht. Bei 4G handelt es sich um den neuesten Mobilfunkstandard für Smartphones – deutlich schneller als 3G. In der Theorie sei eine Download-Geschwindigkeit von 1000 Mbit/s möglich. Somit ließen sich selbst sehr große Daten innerhalb von Sekunden herunterladen. In der Praxis könnten Nutzer allerdings froh sein, wenn Sie eine Verbindung mit rund 50 Mbit/s erhalten, schreibt das Onlineportal des Fachmagazins Chip. Die Werte stiegen jedoch von Jahr zu Jahr.

Seit Mittwoch sind Hermann Brake und Thomas Schepers mit dem Mastumbau beschäftigt. Die beiden Handwerker betreiben eine Metallbaufirma im emsländischen Breddenberg und sind nach eigenen Angaben im ganzen norddeutschen Raum im Auftrag der Telekom unterwegs. „Von Flensburg bis Kassel“, sagt Brake.

Während der 62-Jährige vom Boden aus Antennen und Stahlrohre per Seilwinde nach oben manövriert, klettert Kompagnon Schepers (49) gut gesichert in schwindelerregende 33 Meter Höhe, um die Elemente zu montieren. Zuvor haben die beiden die alte Technik abgeschraubt und auf die Erde befördert. Um die neue Verkabelung im Innern des Postgebäudes an der Konrottstraße kümmern sich andere Fachleute.

Bis Freitagnachmittag wollen und sollen Brake und Schepers fertig sein. „Dann können die Leute rasend schnell durchs Internet“, sagt Brake.

Dass manche Kunden gut zwei Tage gar keinen Empfang haben, sei bedauerlich, meint Marion Kessing. „Manchmal wird das durch andere Masten in der Umgebung aufgefangen.“ Immer funktioniere das aber offensichtlich nicht. Die Kunden vorab zu informieren, sei schlechterdings möglich, bittet die Telekom-Sprecherin um Verständnis. „Wir haben 30 000 Mobilfunkstandorte in Deutschland. Das ist ja ein normaler Wartungsprozess.“

Profitieren von der laufenden Umrüstung werden vermutlich auch Mobilfunkkunden von Telefónica, welche das O2-Netz – auch E-Netz genannt – nutzt und betreibt. Auch deren Antennen hängen an dem Sendemast an der Konrottstraße und würden ebenfalls ausgetauscht – für welchen Standard, war am Donnerstag bei dem Unternehmen nicht in Erfahrung zu bringen.

Warum wird nicht gleich 5G installiert ? Dafür seien andere technische Voraussetzungen erforderlich, gibt Kessing zu bedenken. „Das ist ja auch für die Industrie gedacht“, ergänzt Hermann Brake.

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