Diskussion um Wohnbauprojekt
„Dürfen Anlieger nicht im Regen stehen lassen“

Westerkappeln -

Wilfried Hindersmann ist angefressen. Lieber heute als morgen möchte der Westerkappelner den Abriss des früheren Hauses Hischemöller-Busch an der Ecke Neustädter Straße/Bullerteichstraße und folgend den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern in Auftrag geben. Doch die Lokalpolitik will noch nicht „Ja“ sagen. Die Entwässerung ist problematisch.

Donnerstag, 21.11.2019, 19:00 Uhr
Um dieses Grundstücks geht´s: Das frühere Haus Hischemöller-Busch an der Ecke Neustädter Straße/Bullerteichstraße soll abgerissen werden. An seiner Stelle plant ein Investor den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern.
Um dieses Grundstücks geht´s: Das frühere Haus Hischemöller-Busch an der Ecke Neustädter Straße/Bullerteichstraße soll abgerissen werden. An seiner Stelle plant ein Investor den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern. Foto: Frank Klausmeyer

Doch wie schon bei den Plänen für eine Seniorenwohngemeinschaft an der Kreuzstraße ( WN berichteten) konnte sich der Bau- und Tiefbauausschuss am Dienstag auch bei diesem Projekt nicht zu einer Empfehlung für das sogenannte gemeindliche Einvernehmen durchringen. Die Politiker wollen weitere Informationen.

Die W+H Grundbesitz GmbH möchte zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen (3 Zimmer/Küche/Bad) auf dem Grundstück errichten. Bei einer ersten Beratung Ende September im Bauausschuss hatte Bauamtsleiter Patrick Lenz angedeutet, dass es genau an dieser Stelle bei Starkregen Probleme mit der Kanalisation geben könnte. Ein Beschluss wurde vertagt. Danach haben auch Anlieger ähnliche Bedenken im Rathaus vorgetragen.

Der Investor ist nach Gesprächen mit der Verwaltung nicht untätig geblieben und hat ein Bodengutachten in Auftrag gegeben. Ergebnis: „Der Untergrund ist übel“, erklärte Architekt Guido Hagemann. Der Boden nehme kein Wasser auf, schon einen Meter unter Kante stehe das Grundwasser.

Deshalb ist das Ingenieurbüro Wiehager aus Hörstel damit beauftragt worden, eine Lösung zu finden, damit das Wasser bei Starkregen nicht ungebremst in die Kanalisation fließt, diese überläuft und benachbarte Grundstücke überflutet. Die Lösung: Ins Erdreich soll eine Zisterne für das Grundstück eingelassen werden. Mittels einer Drosselklappe könne das Wasser dann sukzessive aus dem Zwischenspeicher in den Kanal geleitet werden.

Wie aufnahmefähig dieser ist, vermag Ingenieur Jochen Wiehager allerdings nicht zu sagen. Dafür braucht er Daten aus dem Rathaus. Weil der zuständige Mitarbeiter jedoch im Urlaub weilt, waren bis jetzt noch keine abschließenden Berechnungen möglich.

Das gemeindliche Einvernehmen für das Bauvorhaben „auf gut Glück“ zu erteilen, wie es Jürgen Schulte (Bürgergemeinschaft) formulierte, wollte der Ausschuss nicht. Eine Entscheidung wurde deshalb auf die Ratssitzung am 12. Dezember vertagt. Bis dahin soll der Investor die fehlenden Zahlen vorlegen. „Wir dürfen die Anlieger nicht im Regen stehen lassen“, meinte Michael Puke (SPD). Eine Zisterne allein wird deren Probleme aber wohl nicht lösen, wie Bauamtsleiter Lenz mahnte: „Egal wie, die Gemeinde muss an den Regenwasserkanal ran.“

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