Alte Technik, Provisorien: Schulen hoffen auf „Digitalpakt“
Fördermittel reichen aber nicht

WEsterkappeln -

Unterversorgt, veraltet, provisorisch – IT-Fachmann Hartmut Hembrock ließ am Dienstag in der Sitzung des Schulausschusses keinen Zweifel daran, dass die Grundschule Handarpe der digitalen Entwicklung weit hinterherhinkt. Damit stehe sie aber nicht allein da. Auch für die Grundschule am Bullerdiek und für die meisten anderen Schulen sieht Hembrock einen „erheblichen Handlungsbedarf“.

Mittwoch, 27.11.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 18:46 Uhr
Die Sitzordnung in U-Form im Computerraum der Grundschule Handarpe stößt bei IT-Fachmann Hartmut Hembrock auf Zustimmung. Ausstattung und Verkabelung sind aber veraltet. Insgesamt 119 000 Euro müssten in die IT-Ausstattung investiert werden, um die Schule auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Die Sitzordnung in U-Form im Computerraum der Grundschule Handarpe stößt bei IT-Fachmann Hartmut Hembrock auf Zustimmung. Ausstattung und Verkabelung sind aber veraltet. Insgesamt 119 000 Euro müssten in die IT-Ausstattung investiert werden, um die Schule auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Foto: Katja Niemeyer

Der Fachmann arbeitet bei der Kommunalen ADV-Anwendergemeinschaft West (KAAW). Der Zweckverband, dem aktuell 42 Städte und Gemeinden angehören, unterstützt Kommunen im Bereich Informationstechnologie. Vor rund einem Jahr war er schon einmal zu Gast im Schulausschuss. Damals hatte er die Grundschule am Bullerdiek unter die Lupe genommen und war in seiner Bestandsaufnahme zu einem ähnlich vernichtenden Urteil gekommen wie jetzt bei der Grundschule Handarpe.

Demnach fehlt es praktisch an allem: Präsentationsarbeitsplätzen für Lehrer, Computern, Tablets, großen Monitoren, sogar Netzwerkanschlüsse und Stromsteckdosen müssten installiert und eine stabile WLAN-Verbindung eingerichtet werden.

Hembrock hat ausgerechnet, dass die Gemeinde für die IT-Grundausstattung der Grundschule Handarpe mit 119 000 Euro kalkulieren müsste. Bei der Grundschule am Bullerdiek war er auf 210 000 Euro gekommen. Der Gesamt-Investitionsbedarf von 339 000 Euro überschreitet aber die für Westerkappeln vorgesehene Fördersumme von 178 000 Euro aus dem „Digitalpakt Schule“ um 161 000 Euro. Hinzu käme außerdem ein Eigenanteil von zehn Prozent, den die Richtlinien des milliardenschweren Bundes-Förderprogramms vorsehen und den die Gemeinde aufbringen müsste. Ob sie am Ende auf den 161 000 Euro hängenbleibt, konnte der IT-Fachmann nicht sagen. Womöglich würden zum Schluss der ersten Förderphase nicht alle Mittel abgerufen, so dass Westerkappeln einen weiteren Antrag stellen könnte. „Das ist aber nur eine Vermutung“, stellt der KAAW-Mitarbeiter fest.

Auch sei noch völlig unklar, wann die Elektriker zum Kabelverlegen anrücken und die Geräte geliefert werden, betont Hembrock auf WN-Nachfrage. Denn der Antrag allein reicht nicht. Die Verwaltung muss außerdem einen Medienentwicklungsplan entwickeln, dieser sei allerdings bereits in Arbeit.

In der Grundschule Han­darpe wie auch in der am Bullerdiek müssen Lehrer und Schüler deshalb wohl noch für einige Zeit mit provisorischen Lösungen leben. Immerhin: Die Anordnung der Tische im Computerraum der Handarper Schule stieß bei dem Fachmann auf Zustimmung. „Eine U-Form, bei der Lehrer einen guten Blick auf die Rechner haben, an denen die Schüler arbeiten, empfehlen wir auch“, erläutert er den Ausschussmitgliedern. Wenn in dem Raum nur nicht die Kabel wild durcheinander liegen, und wenn nur nicht der neueste Computer auch schon acht Jahre alt wäre ...

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