Auslieferungsfahrer erhält Geldstrafe
Handys, Uhren und Laptop unterschlagen

WEsterkappeln/Tecklenburg -

Wegen veruntreuender Unterschlagung hat das Amtsgericht Tecklenburg einen Mann aus Hörstel zu einer Geldstrafe von 2800 Euro verurteilt. Der Richter war nach der Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung überzeugt, dass der 27-jährige Auslieferungsfahrer sich in der Halle eines Velper Logistikdienstleisters bedient und im September des vergangenen Jahres ein Paket mit Handys, Uhren und einem Laptop im Wert von insgesamt mehr als 4000 Euro sowie einen Monat später einen Flachbildfernseher im Wert von mehr als 700 Euro an sich genommen hatte, statt die Ware an Märkte in Emsdetten auszuliefern.

Donnerstag, 28.11.2019, 14:54 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 13:22 Uhr
 Das Amtsgericht Tecklenburg hat einen Auslieferungsfahrer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Ware unterschlagen haben soll.
 Das Amtsgericht Tecklenburg hat einen Auslieferungsfahrer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Ware unterschlagen haben soll. Foto: Michael Baar

Der Mann bestritt die Vorwürfe. Er versuchte die fehlenden Sendungen dadurch zu erklären, dass der Scanner die Strichcodes nicht korrekt erfasst hatte. Bei den tagtäglich Hunderten von Paketen komme das hin und wieder vor. Mehrfach beteuerte er seine Unschuld, machte deutlich, dass es in den beiden Jahren, in denen er bis zu den angeklagten Vorfällen bei dem Subunternehmer des Logistikers beschäftigt gewesen sei, nie Probleme gegeben habe.

Als er bemerkt habe, dass ein Paket fehle, habe er gemeinsam mit seinem Vorgesetzten das Gespräch mit dem Niederlassungsleiter des Velper Unternehmens gesucht und ihm angeboten, den Fernseher zu bezahlen, obwohl er ihn nicht an sich genommen hatte. „Ich wollte meinen Job nicht verlieren“, sagte er zur Begründung.

An dieses Treffen erinnert sich auch der Mitarbeiter des Logistikers. Er hatte das Angebot abgelehnt und inzwischen Anzeige gegen den 27-Jährigen erstattet. Vor Gericht dokumentierte der Zeuge lückenlos die Sendungsrecherche des verschwundenen Fernsehgerätes. Außerdem hatte er Aufnahmen der in der Velper Halle installierten Kameras mitgebracht. Sie zeigen, wie der Angeklagte den laut Aussage des Zeugen nicht gescannten Fernseher oben auf die für sein Fahrzeug vorgesehene Ladung legt.

Es sei unwahrscheinlich, dass gerade die nicht gescannte Ware verschwinde, der Rest aber beim Empfänger ankomme, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. „An so viele Zufälle glaube ich nicht“, kommentierte er weiter die ähnliche Situation mit dem verschwundenen Paket zwei Wochen zuvor.

Dass bei der Durchsuchung drei Monate nach dem Vorfall in der Wohnung des Angeklagten weder die Ware aus dem Paket noch der Fernseher gefunden wurde, überraschte den Richter nicht. „Ich bin überzeugt davon, dass sie die Ware behalten haben, was auch immer sie nachher damit gemacht haben“, sagte er.

Auch die Vertreterin der Staatsanwältin beantragte eine Geldstrafe. Sie sprach sich für 100 Tagessätze zu je 35 Euro für beide Anklagepunkte aus. Das Gericht blieb mit 80 Tagessätzen darunter.

Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Sein Mandant habe glaubhaft dargelegt, dass er das Paket gescannt und verladen habe. Zudem habe er nicht gewusst, dass sich etwas Wertvolles darin befunden habe. Auch was den Fernseher angehe, seien Zweifel angezeigt. Er könne bei seinem Mandanten, aber auch irgendwo anders gelandet sein, machte er deutlich, dass der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ gelten müsse.

Wenn das Urteil rechtskräftig wird, kommt auf den Mann nicht nur die Geldstrafe von 2800 Euro, sondern auch die in Paragraf 73c des Strafgesetzbuches geregelte „Einziehung von Wertersatz“ für die nicht wieder aufgetauchte Ware zu. Der Richter setzte die Summe auf 4870 Euro fest.

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