Tecklenburger Nordbahn: Projektverantwortliche informieren Politik über Planungsstand
Umweltfreundlich – von Anfang an

Westerkappeln -

An der geplanten Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn scheiden sich bekanntlich die Geister. Sogar zwischen Ehepartnern herrscht offenbar nicht immer Einigkeit. Davon berichtete zumindest ganz unverblümt Ratsherr Martin Laumann-Stening (Bündnis90/Die Grünen) am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Landwirtschaft:

Freitag, 29.11.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 17:32 Uhr
Im Rahmen einer Ausstellung wurde die Tecklenburger Nordbahn kürzlich für einen Tag reaktiviert. Die Strecke von Westerkappeln nach Osnabrück könnte der Wasserstoff getriebene Zug in 17 Minuten zurücklegen, sagen die Projektverantwortlichen.
Im Rahmen einer Ausstellung wurde die Tecklenburger Nordbahn kürzlich für einen Tag reaktiviert. Die Strecke von Westerkappeln nach Osnabrück könnte der Wasserstoff getriebene Zug in 17 Minuten zurücklegen, sagen die Projektverantwortlichen. Foto: Erhard Kurlemann

„Ich bin dafür, meine Frau ist dagegen“, sagte Laumann-Stening und fügte hinzu, „dass die Personenzüge direkt vor unserem Küchenfenster herfahren würden“.

Mit der kleinen Anekdote wollte Laumann-Stening deutlich machen, dass er – trotz etwaiger persönlicher Nachteile – klarer Befürworter einer Wiederbelebung der Strecke zwischen Recke und Osnabrück ist. „Die Bahnlinie ist wichtig für die Gemeinde“, erklärte der Grünen-Ratsherr und liegt damit auf Linie der CDU . Angesichts des demografischen Wandels gewinne ein gut funktionierender Öffentlicher Personennahverkehr an Bedeutung, betonte Birgit Leyschulte. „Hinzu kommt, dass junge Menschen heute immer häufiger auf einen Führerschein verzichten. Das ist der Trend“, sagte die sachkündige Bürgerin der CDU. Sie seien somit auf Bus und Bahn angewiesen.

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer betonte, dass der Erfolg der Tecklenburger Nordbahn auch maßgeblich davon abhänge, inwieweit es gelinge, weitere Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs wie Busse sowie zum Beispiel auch E-Bike-Stationen mit der Bahnverbindung zu verknüpfen.

Johann Ubben von der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) und Markus Rümke vom Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) hatten die Ausschussmitglieder zuvor über den aktuellen Planungsstand des Projekts informiert. So sind die Projektträger derzeit damit beschäftigt, Detailfragen zu klären, um im Anschluss die Gesamtkosten berechnen zu können. Diese benötigt das Gutachterbüro, das im Auftrag des Landes eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt. Wie Ubben auf WN-Nachfrage erläutert, dürfte das Ergebnis dieser Analyse nicht vor Ende kommenden Jahres vorliegen.

Auf Grundlage des Gutachtens entscheidet dann der Verkehrsausschuss des Landtages über die Reaktivierung. Gibt er grünes Licht, würde das Großprojekt in den Bedarfsplan für den Öffentlichen Personennahverkehr aufgenommen. Projektplaner könnten schließlich in das Genehmigungsverfahren einsteigen und Fördermittel beantragen. Das ist bislang aber noch Zukunftsmusik.

Eine Strecke, die das ganze Prozedere bereits durchlaufen hat, ist die zwischen Münster und Sendenhorst. Das Projekt wurde im Juli dieses Jahres genehmigt. Bis auf der alten WLE-Strecke wieder Personenzüge rollen, vergehen aber noch einige Jahre. Derzeit geht man dort davon aus, dass der Startschuss frühestens Ende 2023 fällt.

Die Projektverantwortlichen für die Tecklenburger Nordbahn rechnen momentan mit 5600 Fahrgästen pro Tag entlang der Strecke. „Das“, versichert Ubben auf Nachfrage, „ist aber vorsichtig geschätzt. Ich bin sicher, dass tatsächlich mehr Menschen den Zug nutzen werden.“ Die reine Fahrtzeit von Westerkappeln bis Osnabrück würde rund 17 Minuten betragen.

Anders als auf der Strecke Münster-Drensteinfurt, wo anfangs wahrscheinlich noch Diesel-Triebwagen eingesetzt würden, soll die Tecklenburger Nordbahn von Beginn an mit Wasserstoff oder mit Strom angetrieben werden. „Die Branche ist dabei, auf diese Technik umzurüsten“, erläutert Ubben. Und: Bis die ersten Fahrgäste in vielleicht fünf oder sechs Jahren in den „Teckel“ steigen, dürften Diesel-Triebwagen der Vergangenheit angehören.

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