Fortsetzung einer kuriosen Geschichte
Jugendpflege Westerkappeln wieder im Schuhgeschäft

Westerkappeln -

Die Jugendpflege Westerkappeln ist wieder im Schuhgeschäft. Unter der Internetadresse www.jugendpflege-westerkappeln.de findet sich jetzt „Das umfangreichste Portal für Arbeitsschuhe“, wie es auf der Homepage heißt. Eine kuriose Geschichte findet ihre Fortsetzung.

Dienstag, 03.12.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 17:47 Uhr
Laut Website „Das umfangreichste Portal für Arbeitsschuhe“ gibt es unter der Internetadresse www.jugendpflege-westerkappeln.de. Was und wer dahinter steckt, prüft die Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz.
Laut Website „Das umfangreichste Portal für Arbeitsschuhe“ gibt es unter der Internetadresse www.jugendpflege-westerkappeln.de. Was und wer dahinter steckt, prüft die Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz. Foto: Screenshot

Diese hatte im Frühjahr dieses Jahres ihren Anfang genommen, als die WN bei Recherchen in anderem Zusammenhang zufällig auf der Seite www.jugendpflege-westerkappeln.de landete. Ursprünglich hatte der Verein Mediencooperative Steinfurt als Träger des „JoyZ“ und der Teestube Velpe unter dieser Adresse mehr schlecht als recht über die Arbeit der beiden Jugendzentren informiert. Die Homepage war jedoch schon Anfang 2018 abgemeldet worden.

Die Domain hatte sich jedoch offensichtlich jemand anderes gesichert, um einen Onlineshop für Schuhe zu eröffnen. Ein fehlendes Impressum als auch keine Angaben zum Anbieter sowie eine Vielzahl an Rechtschreib- und Grammatikfehlern ließ vermuten, dass dieser Onlineshop nicht seriös ist.

Der Verdacht sollte sich bestätigen. Nach Anfrage unserer Zeitung bei der zuständigen Landesmedienanstalt NRW stellte diese über eine sogenannte Whois-(Wer ist)Abfrage fest, dass der neue Anbieter der Webseite jugendpflege-westerkappeln.de in Bremen anzusiedeln ist, weshalb die dortige Landesmedienanstalt den Fall übernahm.

Diese suchte Kontakt zur DENIC auf, die alle .de-Domains verwaltet. Schnell war klar, dass es sich bei der Webseite um einen Fakeshop handelt, wie Cornelia Holsten , Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten und Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt damals bestätigte.

Fall von Identitätsdiebstahl

Die Person, die in den Inhaberdaten zur Domain gelistet war, war zwar real, wusste jedoch selbst nichts von dieser Domainregistrierung. Da es sich um einen Identitätsdiebstahl handelte, konnte allerdings nur der (fälschlich) registrierte Domaininhaber die Löschung der Domain beauftragen. Nachdem dieser eine schriftliche Löschungserklärung abgab, wurde die Domain gelöscht und der Fakeshop geschlossen.

Doch unter der gleichen Internetadresse gibt es nun eine „Geschäftsneueröffnung“. Statt günstiger Schuhmode angeblicher Markenhersteller wird jetzt für Sicherheits-, Arbeits- und Gartenschuhe sowie Sicherheitsstiefel und -sandalen geworben.

Abgesehen von der wenig zu Schuhen passenden Adresse drängt sich auch hier die Annahme eines Schwindels auf. Dafür spricht erneut die Fülle an sprachlichen Fehlern. Kostprobe: „All unseren Aufwand betreibt unser Redaktionsteam dazu, Unterschiede unter den Arbeitsschuhe begreiflich klarzustellen. So dass Sie tunlichst schnell die Kaufentscheidung treffen können, haben wir einen Überblick für alle Kategorien angefertigt Verantwortlich hierfür ist unser Team der besten Fachleute, welche alles eindringlich erproben und auf diverse Tatsachen begutachten.“

Erneute Nachfrage bei Medienwächtern 

Im Unterschied zum „Markenshop“ gibt es dieses Mal jedoch keinen Warenkorb und keine Kasse. Wer sich beispielsweise ein Paar Arbeitsschuhe oder Sicherheitssandalen genauer ansehen will und anklickt, landet bei einer Detailbeschreibung und findet schließlich einen Link zum Onlineversandhändler „Amazon“, wo es die üblichen Bestell- und Zahlungsmöglichkeiten gibt. Welcher Zweck hinter diesem „Geschäftsmodell“ steckt, wird nicht ersichtlich.

Dieses Mal gibt es ordnungsgemäß ein Impressum. jugendpflege-westerkappeln.de ist danach ein Projekt einer Frau aus Muxerath. Das liegt im Eifelkreis in Rheinland-Pfalz. Eine Internetrecherche zur Person und Adresse führt ins Leere.

Also wieder Nachfrage bei den Medienwächtern in Bremen, die die Angelegenheit umgehend an die nun zuständige Landesmedienanstalt in Rheinland-Pfalz mit Sitz in Ludwigshafen weitergeleitet haben. Dort wird der Fall geprüft. Fortsetzung der Geschichte folgt...

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