Gebührenentwicklung in Westerkappeln
Müllabfuhr wird etwas teurer

Westerkappeln -

Alle Jahre wieder muss der Gemeinderat kurz vor Weihnachten die fürs Folgejahr geltenden Gebühren für die Müllabfuhr, das Abwasser und die Straßenreinigung neu beschließen. Und nicht selten greift die Kommune den Bürgern dabei tiefer in die Tasche. Das ist zwar auch dieses Mal der Fall, die Steigerunen sind aber differenziert zu betrachten.

Donnerstag, 05.12.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 16:02 Uhr
Der Gebührenvergleich über 20 Jahre zeigt, dass sich die finanzielle Belastung der Bürger bei der Müll- und Abwasserbeseitigung in Grenzen hält.
Der Gebührenvergleich über 20 Jahre zeigt, dass sich die finanzielle Belastung der Bürger bei der Müll- und Abwasserbeseitigung in Grenzen hält.

Erstens gilt die geplante Erhöhung nicht für alle Entsorgungsbereiche und zweitens fallen die Steigerungen moderat aus, wie am Dienstag im Hauptausschuss deutlich wurde.

Die Gebühren für den Restabfall sollen im kommenden Jahr je nach Größe der Mülltonne im Schnitt um 4,7 Prozent angehoben werden. Bei den Containern ist eine Erhöhung von durchschnittlich knapp drei Prozent zu erwarten. Beides liegt deutlich über der Inflationsrate. Schaut man sich jedoch die Entwicklung der vergangen 20 Jahre an, so bleibt festzustellen, dass die Gebühren tendenziell erheblich gesunken sind.

Das gilt auch für den Biomüll. Hier schlägt die Verwaltung eine Erhöhung der Abfuhrkosten um 3,7 Prozent vor, weil der Bereich zuletzt defizitär war.

Beim Abwasser soll dagegen alles beim Alten bleiben: Die Gebühr fürs Schmutzwasser wird auf 2,85 Euro pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch festgesetzt. Mit diesem Preis liege die Gemeinde weiterhin unter dem Kreisdurchschnitt, erläuterte Anja Kraus aus der Finanzabteilung.

Fürs Regenwasser verlangt die Kommune weiter 27 Cent je Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche. Martin Laumann-Stening (Bündnis 90/Die Grünen) spricht sich dafür aus, dass Hauseigentümern, die ihr Dach begrünt haben, die Regenwassergebühr komplett erlassen wird. Friedhelm Wilbrand, Umweltbeauftragter im Rathaus, äußerte jedoch Bedenken. Es gebe bereits heute eine 50-Prozent-Regelung. „Und irgendwann ist bei Starkregen auch das Gründach voll, so dass das Wasser dann in die Kanalisation geht.“

Laumann-Stening plädierte trotzdem für eine komplette Befreiung, denn begrünte Dächer hätten auch noch andere positive Effekte für die Umwelt. Kämmerer Thomas Rieger hat Zweifel, „ob das rechtlich zulässig ist.“ Es müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

Die Idee der Grünen, einen Positivanreiz zu schaffen, finde er „sehr charmant“, sagte Frank Sundermann, Fraktionsvorsitzender der SPD. Die Regenwassergebühr sei jedoch vielleicht der falsche Ansatz. Möglicherweise könne dafür ein Förderprogramm geschaffen werden.

Anders als beim Schmutz- und Regenwasser wird die Klärschlammentsorgung teurer. Die Abfuhr aus Kleinkläranlagen kostet nächstes Jahr 48,70 Euro pro Quadratmeter (+ 7 Prozent), die aus abflusslosen Gruben dann 28,10 Euro (+ 8 Prozent). Die in beiden Fällen zusätzlich in Rechnung gestellte Logistikgebühr – man könnte sie auch Anfahrtskosten nennen – bleibt unverändert bei 23 Euro.

Ebenfalls stabil werden die Gebühren für die Straßenreinigung und für die Benutzung der Friedhofshalle gehalten. Der Rat muss die Kalkulationen nächste Woche endgültig beschließen.

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