„Das Kappelner Band“ beantragt jährliches Budget
40 000 Euro für mehr Aktion im Ort

Westerkappeln -

40 000 Euro sind gemessen am Gesamtvolumen des Westerkappelner Gemeindehaushaltes Peanuts. Ein jährlicher Vereinszuschuss über diesen Betrag, dazu noch ziemlich frei verfügbar, wäre dagegen ein ziemlich einmaliger Vorgang. Genau diese Summe möchte „Das Kappelner Band e.V.“ in Zukunft regelmäßig von der Kommune überwiesen bekommen. Und so wie es aussieht, stehen die Chancen für den Förderantrag gar nicht schlecht.

Donnerstag, 05.12.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 16:02 Uhr
Mit verschiedenen Aktionen – so wie der Vergoldung des Ortskerns – will „Das Kappelner Band“ die Gemeinde und insbesondere den Ortskern attraktiver machen. Das kostet Geld. Die Vorsitzende Katja Otte hat jetzt einen jährlichen Zuschuss über 40 000 Euro beantragt.
Mit verschiedenen Aktionen – so wie der Vergoldung des Ortskerns – will „Das Kappelner Band“ die Gemeinde und insbesondere den Ortskern attraktiver machen. Das kostet Geld. Die Vorsitzende Katja Otte hat jetzt einen jährlichen Zuschuss über 40 000 Euro beantragt. Foto: Frank Klausmeyer

„Das Kappelner Band“ hat quasi die Nachfolge der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe Westerkappeln (IHGW) angetreten, mit dem Unterschied, dass der Verein sich nicht nur als Lobby der hiesigen Kaufleute versteht, sondern ein Bündnis aller Bürger sein will, die den Ort voranbringen wollen. In nur kurzer Zeit ist es dem „Kappelner Band“ dabei gelungen, mit einigen Aktionen positive Schlagzeilen zu bewirken. Die goldigen Ansichten im Zentrum oder das „Fest Lichterloh“ Mitte November seien hier als Beispiele genannt.

So möchte der Verein gerne weitermachen. Das kostet jedoch Geld. Zur besseren Planung und Koordinierung dieser und anderer Aktionen sei es hilfreich, wenn das „Kappelner Band“ über ein eigenes Marketingbudget verfügen könne, begründet die Vorsitzende Katja Otte das Begehren. Finanziert werden sollen aus den Mitteln neben dem Marketing und traditionellen Märkten unter anderem ein Lichtkonzept, Kinderspielgeräte und eine bessere Begrünung für den Ortskern, neue Hütten für die Märkte als auch 700 Eichen oder andere Bäume.

Bisher finanziert sich der Verein vorwiegend aus den Mitgliedsbeiträgen und Sponsoring. Die Gemeinde gewährt Zuschüsse auf Einzelantrag. So sind 3500 Euro für die Märkte geflossen.

Mit einem festen Budget habe der Verein natürlich mehr Planungssicherheit, sagte Anke Biehl, Wirtschaftsförderin im Rathaus, dazu diese Woche in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Allerdings könne das auch Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken. Zudem gebe es ein paar Ideen des „Kappelner Bandes“, die auch Ergebnis der Zukunftswerkstatt gewesen seien und wo zu prüfen wäre, ob es nicht Fördermittel gebe.

In der Politik stößt der Antrag vom „Kappelner Band“ grundsätzlich auf Wohlwollen. Einstimmig hat der Ausschuss empfohlen, dass die 40 000 Euro in den Haushaltsplan für 2020 eingestellt werden sollen. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer wird den Entwurf des Etats in der kommenden Woche dem Rat vorlegen.

Gleichwohl wurde im Ausschuss auch Skepsis laut. Die Gemeinde müsse aufpassen, dass, wenn sie das Geld bewillige, dies nicht förderschädlich sei, gab der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Sundermann mit Hinweis auf mögliche Projekte der Zukunftswerkstatt zu bedenken. Gleichzeitig müsse die Gemeinde aufpassen, „dass wir nicht die falschen Signale senden und die fühlbare Aufbruchstimmung im Kein ersticken.“ Sundermanns Vorschlag: Die genaue Verwendung der Mittel solle die Verwaltung mit dem „Kappelner Band“ abstimmen. Dass es notwendig ist, den Verein und seine Ziele zu unterstützen, steht für den SPD-Fraktionsvorsitzenden aber fest. „Das wird Geld kosten. Punkt!“

Zuschüsse bereitzustellen finde auch bei der CDU Zustimmung, betonte deren Fraktionsvorsitzender Wolfgang Jonas. Es müsse jedoch geklärt werden, wer letztlich die Verantwortung für die Verwendung der Mittel trage. Bei der Ortsbegrünung oder Kinderspielgeräten beispielsweise sei die Gemeinde gefordert.

Größere Projekte könne der Verein ja mit der Gemeinde abstimmen. „Ich möchte die Kreativität des ,Kappelner Bandes´ möglichst wenig beschneiden“, sagte Martin Laumann-Stening für Bündnis 90/Die Grünen.

Jürgen Schulte (Bürgergemeinschaft) freute sich, „wenn die Mehrheit hier im Raum der Meinung ist, das Geld in den Haushalt einzustellen.“ Ein früherer Antrag des Vereins, bei dem es um die digitale Visualisierung einer einheitlichen Fassadengestaltung im Ortskern ging (WN berichteten), sei abgelehnt worden. Auch Schulte plädierte dafür, die 40 000 Euro im Haushalt zu berücksichtigen. „Über das Prozedere können wir sicher noch reden.“

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