VCP-Stamm Westerkappeln lädt zu neuer Gruppenstunde ein
Unterwegs mit Kompass und Karte

WEsterkappeln -

„Willkommen beim VCP.“ Emily Barlag macht eine einladende Bewegung, bevor sie leichtfüßig die Treppe hinunter zum Raum der Pfadfinder im Untergeschoss des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses geht. Ihre Freunde Nele Cas­per und Tilo Polzer folgen ihr. Gemeinsam berichten sie von ihrem Plan, eine neue Gruppenstunde für Kinder zwischen fünf und sieben Jahren ins Leben zu rufen. Schon am Freitag, 13. Februar, laden sie zu einem ersten Kennenlern-Treffen ein.

Dienstag, 10.12.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 17:50 Uhr
Lagerfeuer-Romantik: Pfadfindergemeinschaften wie der VCP-Stamm Bonhoeffer schlagen mehrmals im Jahr ihre Zelte irgendwo im Grünen auf und erkunden die Umgebung. Ein respektvoller Umgang miteinander wird bei den Treffen groß geschrieben.
Lagerfeuer-Romantik: Pfadfindergemeinschaften wie der VCP-Stamm Bonhoeffer schlagen mehrmals im Jahr ihre Zelte irgendwo im Grünen auf und erkunden die Umgebung. Ein respektvoller Umgang miteinander wird bei den Treffen groß geschrieben. Foto: VCP/Alex Wittmann

Pfadfinder sein – das ist für die drei Jugendlichen das Größte. „Ich bin schon mein halbes Leben dabei“, sagt die 16-jährige Emily Barlag . Die Gemeinschaft, die Abenteuer und die Zeltlager seien nicht mehr wegzudenken aus ihrem Leben, schwärmt die Schülerin, räumt im selben Atemzug aber mit einem Vorurteil auf, mit dem sie als Mitglied des Westerkappelner Stammes Bonhoeffer oftmals konfrontiert wird: „Nein, wir können nicht Vögel an ihrem Zwitschern erkennen. Und nein, wir legen auch nicht den ganzen Tag Fährten.“

Im Auf- und Abbauen von Zelten und im Umgang mit Kompass und Karte sind Emily Barlag und die meisten anderen Pfadis aber äußerst geübt. Zwischen Frühjahr und Herbst packen sie immer wieder ihre Rucksäcke, schlagen ihre Lager irgendwo im Grünen auf und erkunden die Umgebung. Während der Ausbildung zu einem „echten“ Pfadfinder kann es dabei durchaus vorkommen, dass sie nur mit Hilfe einer Karte und eines Kompasses ein unbekanntes Ziel erreichen müssen. Und das gelingt nicht immer auf Anhieb, wie Nele Casper berichtet: „Unsere Gruppe ist einmal falsch abgebogen – und schon machten wir einen Umweg, der uns am Ende drei Stunden gekostet hat.“

Ein Pfadfinder lässt sich davon aber nicht entmutigen. Nele Casper und die anderen Gruppenmitglieder wanderten tapfer weiter und unterstützten sich gegenseitig. „Als eine Freundin Schmerzen im Fuß bekam, habe ich ihren Rucksack mitgetragen“, erzählt Emily Barlag beiläufig, auch weil Pfadis daraus keine große Sache machen würden.

Wichtig sei ihnen vielmehr der Zusammenhalt sowie ein respektvoller Umgang miteinander und mit der Natur. Auf die kleinen Abenteuer, die sie während ihrer Zeltlager erleben, sind die Jugendlichen allerdings schon ein wenig stolz. Wie etwa auf ein Erlebnis in Schweden, bei dem sie die große Gastfreundschaft einer einheimischen Familie genossen. „Wir durften in einer Scheune übernachten und bekamen Angeln in die Hand gedrückt“, erinnert sich Nele Casper. „Den Fisch, den wir gefangen haben, haben wir sogar selbst ausgenommen“, freut sich die 16-Jährige noch immer über die Erfahrung an einem See im Süden des Landes.

Zugegeben: Die Gruppenstunden, die Emily Barlag, Nele Casper und Tilo Polzer jeden zweiten Freitag jeweils von 16.30 bis 18 Uhr für Kindergartenkinder und Erstklässler anbieten, dürften weniger aufregend verlaufen. Bevor die Teilnehmer zu einem Zeltlager aufbrechen, müssten sie zunächst noch etwas größer werden. Bis dahin lernen sie aber schon einmal, dass zum Beispiel ein Zelt bei den Pfadfindern Jurte heißt und wie man die Enden des Halstuches, das die Zughörigkeit zu einem Stamm symbolisiert, zu einem Friedensknoten bindet.

 

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