Schüleraustausch zwischen Gesamtschule und spanischer Einrichtung
Für ein friedliches Miteinander

Westerkappeln -

„Estimados estudiantes y profesores de Elda. Bienvenidos a la Gesamtschule Lotte-Westerkappeln.“ Beinahe wie zu Hause fühlten sich die 18 Schüler und vier Lehrerinnen des Instituto de Educación Secundaria IES Monastil, als Schulleiter Manfred Stalz sie im Westerkappelner Schulzentrum begrüßte.

Mittwoch, 18.12.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 19.12.2019, 18:03 Uhr
36 spanische und deutsche Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren freuten sich mit ihren Lehrern, mit Schulleiter Manfred Stalz (3. von links) und Vertretern der Politik über den Auftakt des Projektes „Kommunikation verstehen heißt uns selbst verstehen“ im Rahmen des EU-Programms Erasmus+, das Spanischlehrerin Franziska Sandhaus (rechts) federführend auf den Weg gebracht hat.
36 spanische und deutsche Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren freuten sich mit ihren Lehrern, mit Schulleiter Manfred Stalz (3. von links) und Vertretern der Politik über den Auftakt des Projektes „Kommunikation verstehen heißt uns selbst verstehen“ im Rahmen des EU-Programms Erasmus+, das Spanischlehrerin Franziska Sandhaus (rechts) federführend auf den Weg gebracht hat. Foto: Dietlind Ellerich

Kommunikation wird groß geschrieben in diesem besonderen Schüleraustausch, der in der Woche vor den Weihnachtsferien seinen Auftakt erlebte. „Kommunikation verstehen heißt uns selbst verstehen“ lautet der Titel des Projektes, das die Jugendlichen aus dem spanischen Elda nahe Alicante gemeinsam mit 18 GeLoWe-Schülern zwischen 15 und 17 Jahren im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ durchführen.

In Zeiten, in denen sowohl populistische als auch nationalistische Tendenzen stetig zunähmen, sei es besonders wichtig, den Schülern die Bedeutung der europäischen Idee zu vermitteln und so an einem toleranten und friedlichen Miteinander zu arbeiten, sagte María José Felipe aus dem spanischen Kollegium. Ebenso wie Schulleiter Stalz hofft sie, dass aus der ersten Begegnung in der Schule und in Gastfamilien in Westerkappeln und Lotte eine langjährige Freundschaft zwischen den beiden Einrichtungen wird.

„Die Jugendlichen müssen sehr intensiv arbeiten“, erklärt Franziska Sandhaus den Hintergrund des besonderen Austauschs. Die GeLoWe-Spanischlehrerin hat das Projekt federführend eingestielt. Zugute kamen ihr dabei die Kontakte, die sie nach ihrem Studium im Rahmen des Pädagogischen Austauschdienstes in der Schule in Elda knüpfen und nun reaktivieren konnte.

Auf dem Stundenplan der 36 spanischen und deutschen Jugendlichen steht unter anderem in dieser Woche das „Vier-Ohren-Modell” des Kommunikationswissenschaftlers Friedemann Schulz von Thun, das die vier verschiedenen Seiten einer Nachricht beleuchtet. Weiter beschäftigen sich die jungen Leute mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten der deutschen und spanischen nonverbalen Kommunikation. „Analysen von politischen Reden geben ihnen Werkzeuge in die Hand, um Manipulation und Populismus zu erkennen“, fährt María José Felipe fort. Hinzu kämen das Erlernen und Vertiefen der fremden Sprachen und die Erweiterung der interkulturellen Kompetenzen durch das Leben in den Gastfamilien. Im Rahmen der Projektarbeit geht es zudem um die historische Dimension von Kommunikation während der Verhandlungen um den Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück, der im Jahr 1648 das Ende des 30-jährigen Krieges besiegelte.

Der Spaß soll während des Besuchs natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen. Ein gutes Gelingen des gesamten Projektes wünschten auch Lottes Bürgermeister Rainer Lammers und Westerkappelns stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Hehemann. Der Gegenbesuch der deutschen Schüler und Lehrer in Elda ist im Frühjahr 2020 geplant.

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