„Rest von Eden – Bioladen“: Initiatoren ziehen positive Bilanz
Vereinsgründung im Januar

Westerkappeln -

Die Initiatoren des Projekts „Rest von Eden – Bioladen e.V.“ haben die erste Hürde genommen: Nach fast vier Wochen, in denen das Werkstatt-Café in dem ehemaligen Fahrradladen Stening täglich von 15 bis 17 geöffnet hatte, haben mehr als 150 Interessierte ein Antragsformular für die Aufnahme in den Verein ausgefüllt und unterschrieben. Dieser, das teilt Pastorin Angelika Oberbeckmann mit, soll nun im Januar gegründet werden.

Freitag, 20.12.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 17:40 Uhr
Pastorin und Mit-Initiatorin Angelika Oberbeckmann hält den Karton mit den Aufnahmeanträgen für eine Mitgliedschaft in dem Bioladen-Verein in die Kamera. Mehr als 150 solcher Anträge liegen inzwischen vor.
Pastorin und Mit-Initiatorin Angelika Oberbeckmann hält den Karton mit den Aufnahmeanträgen für eine Mitgliedschaft in dem Bioladen-Verein in die Kamera. Mehr als 150 solcher Anträge liegen inzwischen vor. Foto: Katja Niemeyer

Oberbeckmann , die das Projekt zusammen mit ihrem Mann Jörg maßgeblich betreut und vorantreibt, zeigt sich erfreut über die große Resonanz. Das Café, sagt sie, sei meist sehr gut besucht gewesen. Angeboten wurden Bio-Kuchen – von Apfelkuchen bis Zucchini-Zimt-Kuchen („der Renner“) – und Bio-Kaffee, außerdem verschiedene Brotsorten und Brötchen, ebenfalls hergestellt aus ökologischen Zutaten. „Wir hatten befürchtet, dass das anfänglich große Interesse im Lauf der Wochen wieder nachlässt. Das war aber nicht der Fall“, berichtet Angelika Oberbeckmann.

Auch der behelfsmäßige Charakter des Cafés schreckte die Besucher nicht ab. Die Neonröhren unter der Decke, die mitunter kühlen Temperaturen und das schlichte Mobiliar wurden wettgemacht durch eine tolle Lage mit freiem Blick auf den Kirchplatz und die Fußgängerzone und natürlich durch einen schmackhaften Kuchen.

Voll des Lobes ist Angelika Oberbeckmann außerdem für die rund 40 Ehrenamtlichen, die das Café am Laufen gehalten haben. Sie haben Kaffee gekocht, Kuchen ausgegeben, die Tische hübsch dekortiert, gespült und aufgeräumt und nebenbei noch über das Projekt informiert. „Die Ehrenamtlichen haben toll untereinander kommuniziert und sehr selbstständig gearbeitet“, betont Angelika Oberbeckmann.

Die gesamte Bestelllogistik lag derweil in den Händen des Pastorenehepaares Oberbeckmann. Neben ihrer Arbeit in der evangelischen Kirchengemeinde sorgte es dafür, dass Kuchen, Brot und Brötchen geliefert wurden und immer genügend Kaffee und Tee bereitstanden. „Pro Tag haben wir zwischen acht und zehn Brote sowie 30 bis 40 Brötchen verkauft. Hinzu kam Kuchen von verschiedenen regionalen Bäckern“, erläutert Angelika Oberbeckmann.

Die Einrichtung des Cafés trugen verschiedene Unterstützer des Projekts zusammen. Tische und Stühle und Geschirr und Besteck stammen aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Kaffeemaschinen wurden ausgeliehen, die Tischdekorationen mit viel Kreativität selbst gebastelt.

Auch wenn der Anfang gemacht ist und einer Vereinsgründung nichts mehr im Weg stehen dürfte – bis Bioladen und Café eröffnet werden können, vergehen noch einige Monate, sagt Angelika Oberbeckmann. Denn jetzt geht die Arbeit erst richtig los: Eine Vereinssatzung muss geschrieben und ein tragfähiges Konzept entwickelt werden.

Vorarbeit wurde zwar schon geleistet. So gab es Gespräche mit einem Großhändler für Bio-Ware und mit Vertretern der Verwaltung. Seit dem vergangenen Jahr, als bei den Initiatoren die Idee für das Projekt reifte, informierten diese sich außerdem ausführlich über bereits bestehende Dorfläden. Jetzt aber muss es in die Detailarbeit gehen. „Es gibt noch unzählige Fragen zu klären“, räumt Angelika Oberbeckmann ein, lässt zugleich aber keinen Zweifel daran, dass sie das Projekt mit fachmännischer Beratung für realisierbar hält.

Unter den 150 Interessierten, die das Antragsformular für eine Vereinsmitgliedschaft unterschrieben haben, sind übrigens nicht nur Westerkappelner, sondern auch Mettinger und Lotter sowie – so erzählt die Pastorin – ein gebürtiger Westerkappelner, der mittlerweile im Rheinland lebt. Dieser habe zudem schriftlich zugesichert, dass er sich mit einer Einlage von 250 Euro an dem Bioladen beteiligen werde. Das entsprechende Formular haben laut Angelika Oberbeckmann insgesamt rund 20 Café-Gäste unterzeichnet.

An dem Konzept für das „Zentrum für nachhaltiges Leben“ – der Arbeitstitel ist in den vergangenen Wochen entstanden – wird nun in den kommenden Wochen und Monaten gefeilt. Dabei können die Initiatoren auf zahlreiche Ideen ihrer Gäste zurückgreifen, die sie auf Zetteln formuliert in einer Box im Café hinterlassen haben.

Ein Vorschlag ist zum Beispiel, das Werkstatt-Café in geänderter Form vorerst weiter zu betreiben, damit das Projekt nicht in Vergessenheit gerät. Angelika Oberbeckmann ist angetan von der Idee, wiegelt angesichts des Zeitaufwands aber auch ab, denn eigentlich haben sie und ihr Mann ihren Arbeitsplatz bekanntlich in der evangelischen Kirchengemeinde.

Zum Thema

Das Werkstatt-Café hat letztmalig heute von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Angekündigt ist ein Veeh-Harfenkonzert.

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