Heiligabend in Gemeinschaft
16 Gäste erfreuen sich an üppigem Mahl

Westerkappeln -

Weihnachten ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Viele verbringen den Heiligabend in Gemeinschaft, zusammen mit ihren Familien, Verwandten oder Freunden.

Donnerstag, 26.12.2019, 13:48 Uhr aktualisiert: 26.12.2019, 16:02 Uhr
Pater George Shaji und Veronika Kowalski haben nunmehr zum sechsten Mal den Heiligabend in Gemeinschaft für Alleinstehende im Pfarrheim organisiert.
Pater George Shaji und Veronika Kowalski haben nunmehr zum sechsten Mal den Heiligabend in Gemeinschaft für Alleinstehende im Pfarrheim organisiert. Foto: Araann J. Christoph

Doch nicht jeder kann den 24. Dezember im Kreis seiner Lieben feiern. „ Heiligabend hat eine besondere Bedeutung in Deutschland,“ erzählt Pater George Shaji. „Aber es sitzen auch viele Menschen allein zu Hause und das ist eine sehr traurige Sache.“

So haben er und Veronika Kowalski , ehemalige Leiterin des hiesigen Kindergartens St. Barbara, und seit Jahren als Ehrenamtliche in der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha in Westerkappeln tätig, den Heiligabend in Gemeinschaft ins Leben gerufen.

Die Idee entstand bereits in einer Zeit, in der Veronika Kowalskis Eltern noch lebten. Sie hat keine Geschwister, ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Nachdem beide Elternteile verstorben waren, widmete sie sich dieser neuen Aufgabe.

„Ich war also auch in einer Situation, wo ich Heiligabend allein war,“ sagt Kowalski. Vor nunmehr sechs Jahren veranstalteten sie und Pater Shaji das gemeinsame Abendessen und Beisammensein im Reinhildishaus zum ersten Mal.

„Gott kommt zu uns als Mensch,“ sagt Pater Shaji. „Es ist ein Fest der Freude. Da sollte niemand allein zu Hause sitzen.“

Auch in diesem Jahr ging der gemeinsame Abend mit der Christmette in der Pfarrkirche St. Margaretha los. Danach trafen sich alle Gäste und Besucher im Pfarrheim für ein gemeinsames Abendessen. Das Menü bereitet Veronika Kowalski ganz allein vor. Schon zwei Monate vorher steht ihre Idee für das Abendessen. In der Woche vor Heiligabend laufen dann die Vorbereitungen auf Hochtouren.

„Jetzt können wir das Geheminis auch lüften,“ schmunzelt sie. Denn was sie für das Abendessen zaubert, soll immer eine Überraschung sein. „Es gab Fisch-Sahne-Gratin mit Reis und Salat, Rinderfilet, Folienkartoffeln, Kräuterquark, Kräuterbutter, Wirsingpralinen und Rosenkohl im Speckmantel.“

In diesem Jahr haben sich 16 Gäste an dem üppigen Festmahl erfreut. „Wenn man was Schönes auf den Tisch bringen kann, keiner etwas sagt und es ist Stille und jeder genießt das Essen, das ist dann auch für mich eine Freude,“ sagt Kowalski.

Immer mehr Menschen würden das jährliche Angebot an Heiligabend annehmen. Die Tendenz ist steigend, sind sich Pater Shaji und Kowalski einig.

Als sie im Jahr 2014 anfingen, haben sie in einem kleinen Kreis gefeiert, doch in jedem Jahr werden es mehr Menschen, die das Angebot des gemeinsamen Abends am 24. Dezember annehmen.

„Die Menschen sind sehr froh und sehr dankbar,“ erzählt Pater Shaji. „Das kann man ihren Gesichtern ansehen.“

Viele Leute, die bereits öfter zu Gast waren, seien voller Erwartung auf das Essen, so Kowalski. Jedoch ist nicht nur das Menü eine Überraschung für die Besucher. Jedes Jahr aufs Neue bereitet Kowalski auch die festliche Weihnachtsdekoration im Pfarrheim vor. In diesem Jahr hatte sie die Tische zu einem Rechteck zusammengestellt. In der Mitte waren zwei Tische mit Tannengrün und Kerzen geschmückt.

Die Besucher sollen sich in einer familiären Atmosphäre direkt wohlfühlen. Die Gäste kommen rein, Pater Shaji und Veronika Kowalski begrüßen sie, dann wird angestoßen und so geht der Abend los.

Zwar melden sich die Gäste vorher an, jedoch verläuft der Abend insgesamt sehr privat und wer möchte, kann anonym bleiben. Niemand wird dazu angehalten, seinen oder ihren Namen preiszugeben, es gibt keine Vorstellungsrunde, die Leute dürfen einfach ins Pfarrheim kommen und ihre Identität oder ihre Umstände für sich behalten.

Ebenso ob sie katholisch oder evangelisch sind, einem anderen Glauben angehören oder keinen Glauben haben, sei nicht wichtig, so Pater Shaji und Kowalski. „Jeder ist willkommen.“

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