Naturschützer fordert einheitliche Schilder für Schutzgebiete
Friedhelm Scheel will‘s wissen

Westerkappeln -

„Die Eule soll‘s sein“, stellt Friedhelm Scheel mit Blick auf einen kleinen Ausschnitt seiner 92 Schilder großen Sammlung fest. Seit Jahren ist es dem Westerkappelner ein Dorn im Auge, dass die 16 Bundesländer ihre Natur- und Landschaftsschutzgebiete mit unterschiedlichen Schildern kennzeichnen.

Freitag, 27.12.2019, 15:04 Uhr aktualisiert: 27.12.2019, 15:38 Uhr
Insgesamt 92 Schilder, die allesamt Natur- und Landschaftsschutzgebiete in den verschiedenen Bundesländern kennzeichnen, hat der Westerkappelner Friedhelm Scheel im Lauf der Jahre gesammelt. Wenn es nach ihm geht, sollte künftig nur noch die Eule im Fünfeck aufgestellt werden. Das sieht ihm zufolge auch eine Richtlinie aus den 1990-er-Jahren vor.
Insgesamt 92 Schilder, die allesamt Natur- und Landschaftsschutzgebiete in den verschiedenen Bundesländern kennzeichnen, hat der Westerkappelner Friedhelm Scheel im Lauf der Jahre gesammelt. Wenn es nach ihm geht, sollte künftig nur noch die Eule im Fünfeck aufgestellt werden. Das sieht ihm zufolge auch eine Richtlinie aus den 1990-er-Jahren vor. Foto: Dietlind Ellerich

Obwohl sie sich schon kurz nach der deutschen Wiedervereinigung auf die Einführung der seit Mitte der 1950er-Jahre in der damaligen DDR gültigen „Eule“ als einheitliches Symbol geeinigt hätten, herrsche nach wie vor ein Durcheinander, bedauert der engagierte Naturschützer.

Jetzt will er‘s wissen und hat mit dem „Haus der Naturpflege“ in Bad Freienwalde einen Verbündeten an seiner Seite. In dem Ort im Osten von Brandenburg lebte Kurt Kretschmann, der nicht nur 1950 das gelbe, fünfeckige Schild mit der schwarzen Waldohreule entwarf, sondern auch mit seiner Ehefrau Erna das Haus gründete, das sich seit fast 60 Jahren als Lernort und Museum für den Naturschutz stark macht.

Mit der Unterstützung durch Sybille Knospe , stellvertretende Vorsitzende des Anfang der 1990er-Jahre gegründeten Fördervereins, hofft Scheel der Erfüllung seines großen Wunsches näher zu kommen. „Zum 70. Geburtstag des Eulen-Schildes im kommenden Jahr möchten wir die Richtlinie aus den 90er-Jahre endlich umgesetzt sehen“, fordert er nachdrücklich. 1991 hätten sich die Umweltminister der Länder auf Bitte des damaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer auf die Vereinheitlichung geeinigt, drei Jahre später habe die Umweltministerkonferenz der Länder beschlossen, dass die Umstellung der Schutzgebietsbeschilderung „sukzessive“ erfolgen solle, weiß Scheel.

Mehr als 25 Jahre danach gelte das Eulensymbol im Fünfeck aber nur für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen als verbindlich, Abweichungen im Detail inklusive, erklärt der Westerkappelner Naturschützer. Auch Berlin, Bremen und Niedersachsen hätten die Eule, allerdings im grünen Dreieck.

Und während das Saarland auf seinen Naturschutzschildern inzwischen auf den Uhu als Symbol setze, gebe es in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen nach wie vor den Weißkopfseeadler im grünen Dreieck. „Was für ein Durcheinander“, seufzt Friedhelm Scheel.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hat er den früheren Bundesumweltminister Töpfer noch einmal an den Beschluss von damals erinnert und setzt auf dessen Unterstützung. Für den Westerkappelner und Sybille Knospe vom Förderverein „Haus der Naturpflege“ gibt es keinen besseren Zeitpunkt für die Umsetzung des Beschlusses als den 70. Geburtstag des Eulen-Schildes sowie das 60-jährige Bestehen des „Hauses der Naturpflege“ im kommenden Jahr im September. Dass in 2020 auch 30 Jahre Deutsche Einheit gefeiert werden, ist für Scheel und seine Mitstreiter ein weiterer Grund, noch einmal auf die Vereinheitlichung der Schilder zu drängen.

Scheel wird im September 2020 natürlich auch nach Bad Freienwalde reisen und dort mit einer Auswahl aus seinem Schilder-Mix auf die Umsetzung der Richtlinie aufmerksam machen.

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