Namen im Tecklenburger Land: Hollenberg
Ältester Beleg stammt aus dem Jahr 1146

Tecklenburger Land -

Nach einer unserem Leser Friedrich Hollenberg aus Ladbergen vorliegenden Information soll der Name der Burgruine Hollenberg in Oberfranken „hohler Berg“ bedeuten. Er fragt sich, ob sein Familienname ebenfalls so zu erklären sei.

Freitag, 22.06.2018, 15:46 Uhr

Mit fast 1000 Namensträgern ist Hollenberg ein recht häufiger Nachname. Zwei deutliche Zentren sind festzustellen, zum einen in den benachbarten Landkreisen Steinfurt und Osnabrück, zum andern in der Region um die Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. Dieser namengeografische Befund deutet darauf hin, dass der Familienname in mindestens zwei voneinander unabhängigen Fällen entstanden ist. Hollenberg ist auch in drei zusammengesetzten Namen enthalten: in dem Namenpaar Niederste-Hollenberg und Oberste-Hollenberg, das seinen Ursprung in Westerkappeln hat, und im Namen Unterhollenberg (ursprünglich aus Mülheim).

Der älteste Beleg des Namens kommt aus Westerkappeln, wo bereits 1146 eine Hofstätte Hollenberg bezeugt ist. Spätestens seit 1494 gab es hier zwei Höfe dieses Namens, in diesem Jahr wurden die Hofstätten wegen der Rufnamengleichheit bei den Inhabern durch die Zusätze „der Alte“/„der Junge“ unterschieden (Johan tom Holenberge de olde, Johan tom Holenberge de junge).

Seit etwa 1750 wurden die Höfe als „Oberste Hollenberg“ und „Niederste Hollenberg“ bezeichnet, bezogen auf die Lage der Hofstätten am Westerkappelner Hollenberg.

Auch in Lengerich gab es diesen Familiennamen, dort ist er seit 1494 belegt („Holenberch“, 1511 „Hollenberch“, später „Hollenberg“). Ein dritter sicherer Entstehungsort des Nachnamens Hollenberg ist Mülheim an der Ruhr. Von dort kommen Belege wie 1622 „Johann im Hollenberge“ und 1636 „Trin auffm Hollenberg“.

Zahlreiche Belege aus verschiedenen Regionen erweisen, dass es weitere „Hollenberge“ gab, zu denen ein Wohnstättenname Hollenberg gebildet werden konnte, so in Lippe, bei Holzminden, Engelskirchen, Langensalza, Gerabronn, Mainz, Zürich.

Da auch das hochdeutsche Gebiet beteiligt ist, muss das Bestimmungswort Hollen-/Holen- zu einem im Hoch- und Niederdeutschen gleich lautenden Wort gehören. Diese Bedingung erfüllt das Eigenschaftswort „hohl“, das im gesamten deutschen Sprachgebiet ursprünglich „hol“ lautete.

Der Örtlichkeitsname Hol(l)enberg entstand als Verkürzung einer Verbindung „am hohlen Berg“ (oder ähnlich), wobei „hohl“ hier als „muldenförmig, eingekerbt“ zu verstehen ist. Die Schreibung Hollen- findet sich auch bei Hollenbach/Hollenbeck („am hohlen = tief eingeschnittenen Bach“) und bei Hollenweg („Hohlweg“).

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