Namen im Tecklenburger Land
Name seit dem Mittelalter bezeugt

Lengerich -

Unser Leser Dieter Rodermund aus Lengerich fragt nach dem Ursprung seines Familiennamens.

Freitag, 20.07.2018, 16:00 Uhr

Etwa 640 Personen tragen den recht häufigen Nachnamen Rodermund , der vor allem in Nordwest- und Westdeutschland verbreitet ist. Drei Zentren zeichnen sich ab: im Landkreis Steinfurt, im Landkreis Goslar und in den Kreisen Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich in der Eifel. Diese geografische Verteilung deutet auf mindestens drei Entstehungsgebiete des Namens.

Es gibt mehrere Namenvarianten. Zunächst sind Rodermundt und Rodermond anzuführen, ferner mit Rot(h)er- statt Roder- Rotermund(t) und Rothermund(t) sowie Rohtermundt und Rottermund. Von diesen ist Rotermund mit über 1600 Namensträgern die weitaus häufigste Form und ist insbesondere in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen anzutreffen.

Der Familienname Rodermund und seine Varianten sind eindeutig zu analysieren. Das Grundwort ist „Mund“, im Bestimmungswort liegt eine gebeugte Form des Eigenschaftswortes „rot“ vor. Die Form Roder- mit -d- erklärt sich daraus, dass das -t- von „rot“ im Niederdeutschen und in den nördlichen Mundarten des Hochdeutschen im Wortinneren zu -d- wird. Niederdeutsch Roder- entspricht hochdeutsch Roter-.

Rodermund bedeutet also „roter Mund“. Der erste Namensträger erhielt diesen Beinamen von seinen Mitmenschen nicht unbedingt, weil er besonders rote Lippen hatte: Ein „roter Mund“ steht sinnbildlich für die Gesundheit eines Menschen. Formal entsprechend gebildete Namen sind Levermund („lieber Mund“, heute ausgestorben), Gutermut und Wildermut.

Der seltene Nachname Rohrmund kann mit dem sehr häufigen Schwund von -d- aus Rodermund abgeschliffen sein, kann sich aber auch als Herkunftsname auf die niederländische Stadt Roermond („Rurmündung“) beziehen.

Der häufige Familienname Rothmund (1400 Personen) kann ebenso wie Rodermund/Rotermund auf die roten Lippen beziehungsweise auf die gute Gesundheit des ersten Namensträgers abzielen.

Doch kann Rothmund – ebenso wie die heute ausgestorbenen Schreibvarianten Rotmund(t), Rothmun(d)t, Rodmund(t), Rodmunth, Rodtmund(t) – von einem altdeutschen Rufnamen ausgehen. Dieser lautete ursprünglich Hrôdmund (Namenwörter Hrôd „Ruhm“ und Mund „Schutz, Schützer“) und später Rôdmund (nach Abfall des H-).

Außer als Familienname ist der Rufname auch in Ortsnamen nachzuweisen, so lautete der Name des ehemaligen Ortes Rottendorf bei Ennigerloh im 11. Jahrhundert Hrotmundingtharpa „Siedlung der Leute des Hrôdmund“.

Älteste Belege von Rodermund stammen aus den Jahren 1305 „Hinr. Rodermund“ (Kiel) und 1321 „Thidericus Rotermundt“ (Hildesheim).

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