Kreis Warendorf
Warendorfer Praxis gilt als Vorreiter

Kreis Warendorf. Wenn Familien auseinanderbrechen, sind Kinder die Hauptleidtragenden. Gerichtliche Auseinandersetzungen bringen oft lange Phasen der Ungewissheit mit sich: Wer bekommt das Sorgerecht? Wie geht es weiter? Eine Verbesserung hat die...

Dienstag, 24.02.2009, 06:02 Uhr

Kreis Warendorf . Wenn Familien auseinanderbrechen, sind Kinder die Hauptleidtragenden. Gerichtliche Auseinandersetzungen bringen oft lange Phasen der Ungewissheit mit sich: Wer bekommt das Sorgerecht ? Wie geht es weiter? Eine Verbesserung hat die Warendorfer Praxis gebracht. Kernstück ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Familiengericht, Rechtsanwälten und Jugendhilfe, um im Interesse des Kindes die Eltern zu einer Lösung zu bewegen.

Im Kreis Warendorf setzen sich alle Beteiligten in Familienrechtssachen an einen Tisch. Richter, Rechtsanwälte, Beratungsstellen und Jugendämter vereinbaren gemeinsam, wie das Verfahren durchgeführt werden kann. Das Ziel: Möglichst schnell eine Lösung zu finden.

Die Warendorfer Praxis ist zu einem Vorreiter für eine bevorstehende bundesweite Neuregelung geworden. Zu diesem Thema fand auf Einladung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises eine Fachtagung in der Deula statt.

Mehr als 70 Vertreter von Jugendämtern und Beratungseinrichtungen sowie ein Richter und eine Rechtsanwältin nahmen teil. Hauptreferent war Prof. Siegfried Willutzki , der die Reform anschaulich erläuterte. Prof. Willutzki ist Ehrenvorsitzender des Deutschen Familiengerichtstages. Der Amtsgerichtsdirektor a.D. aus Brühl hat auch an dem Gesetzentwurf mitgewirkt.

Mit dem neuen Gesetz gilt bei Trennungen künftig ein „Beschleunigungs-Gebot“, damit im Interesse des Kindes Entscheidungen schneller getroffen werden. Eltern können verpflichtet werden, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um sich außergerichtlich zu einigen.

Im Rahmen der Warendorfer Praxis wirken die Rechtsanwälte schon jetzt frühzeitig auf ihre Mandanten ein, damit sie eine Beratung in Anspruch nehmen, um die Konflikte gemeinsam zu lösen. Die Anwälte verzichten auf verschärfende Schriftsätze, um die Stimmung nicht anzuheizen. Die Richter setzen innerhalb von nur drei Wochen einen Anhörungstermin an. Die Jugendämter nehmen in dieser Zeit Kontakt zu den Familien auf, um in der Verhandlung berichten zu können.

„Damit das Zusammenwirken besser klappt, informieren wir uns im Arbeitskreis Warendorfer Praxis über unsere Arbeitsweisen und lernen uns besser kennen“, berichtet der Leiter desKreisjugendamtes, Wolfgang Rüting.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/381111?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F702594%2F702613%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker