Kreis Warendorf
„Wir simulieren den Arbeitsmarkt“

Montag, 07.09.2009, 17:09 Uhr

Kreis Warendorf - Der Verein Horizonte feiert sein 25-jähriges Bestehen. Redakteurin Beate Kopmann sprach mit dem Geschäftsführer Dr. Ralf Thorwirth .

Horizonte kümmert sich um Arbeitslose und will sie wieder für den Arbeitsmarkt fit machen. Wie hat ihr Verein angefangen?

Thorwirth: 1984 wurde in Ennigerloh das Möbelwerk Profilia geschlossen. Viele Menschen wurden arbeitslos. Damals gründete Clemens Sievert, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus, eine kleine Arbeitsloseninitiative, kurz ALI genannt. Daraus entwickelte sich später Horizonte - mit inzwischen rund 200 Beschäftigten.

Welches Angebot haben Sie den Arbeitslosen damals gemacht?

Thorwirth: Die Arbeitsloseninitiative war zunächst eine Art Selbsthilfegruppe. Anfang der 80er Jahre war Arbeitslosigkeit noch kein Thema. Darauf war hier keiner vorbereitet. Die Leute brauchten erst einmal einen Gesprächskreis.

Was waren dann die ersten Tätigkeitsfelder?

Thorwirth: Das Sammeln von Papier, Pappe, Glas und Dosen. 1990 haben wir dann das erste Möbellager aufgemacht. Danach kamen immer mehr Aktivitäten dazu - etwa die Fahrrad- und Elektro-Werkstatt, der Stromspar-Check und die Schreinerei. Und natürlich der Service: Wir holen Möbel und Gebrauchtwaren ja auch ab.

Wie viele Menschen arbeiten bei Horizonte?

Thorwirt: Wir haben 170 Maßnahme-Plätze und 40 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Darunter sind vier Sozialarbeiter, die die Arbeitslosen betreuen.

Wie hoch ist die Vermittlungsquote?

Thorwirth: Wir vermitteln im Schnitt zehn bis 20 Prozent unserer Arbeitslosen. Im Moment in es durch die Wirtschaftskrise schwieriger geworden. Aber auch in diesem Jahr haben wir bislang 20 Personen vermittelt. Wir kooperieren dabei mit der Arge und natürlich mit vielen Firmen in der Region.

Warum sind Sie so erfolgreich?

Thorwirth: Wir machen nicht nur Beschäftigung. Wir simulieren den Arbeitsmarkt, aber ohne in Wettbewerb zum Gewerbe zu treten. Über 50 Prozent unserer Einnahmen erzielen wir selbst durch unsere Arbeit. Die andere Hälfte erhalten wir durch zweckgebundene Zuschüsse beispielsweise von Arge, Arbeitsagentur und Bistum Münster.

Wie feiern Sie das Jubiläum?

Thorwirth: Mit einem Besuchertag an unserem Standort an der Westkirchener Straße 90 in Ennigerloh. Er findet am Sonntag (13. September) von 11 bis 17 Uhr statt. Dann werden alle Werkstätten und Arbeitsbereiche geöffnet. Und natürlich gibt es viele Sonderangebote im Möbel- und Gebrauchtwarenlager.

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