Kreis Warendorf
Symbole erzählen vom Leben der Verstorbenen

Montag, 09.11.2009, 11:11 Uhr

Kreis Warendorf - Sterben und Trauer sind heute weitgehend aus dem Leben verbannt. „Damit geht der Verlust der Symbolsprache auf Friedhöfen verloren“, sagt Heinz-Willi Kehren . Der Mitarbeiter der Landvolkshochschule Freckenhorst hat einen Friedhofführer-Kursus auf die Beine gestellt.

„Das ist ein unglaublich weites Gebiet: Ornamente, Blumen, Bäume - das alles hat eine besondere Bedeutung und kann die Geschichte eines Verstorbenen erzählen“, erklärt der Kursleiter. Diese Symbolik will er seinen Zuhörern vermitteln, so dass diese die fast vergessenen Botschaften weitergeben und lebendig halten können.

Auch mit dem Wandel in der Begräbnis-Kultur befassen sich die angehenden Friedhofsführer. „Vor 40 Jahren war die Urnenbestattung in der katholischen Kirchen eine Sünde - heute werden sogar ungenutzte katholische Kirchen zu Urnenfriedhöfen umfunktioniert“, macht Kehren deutlich.

Es gebe eine unglaubliche Vielzahl an Bestattungsmöglichkeiten, der Friedwald sei eine weitere. Hier werden Menschen in naturnaher Form an einen Baum ihrer Wahl in einer Urne beigesetzt. See-Bestattungen seien ein weitere beliebte Bestattungsform.

Die Friedhofsführer befassen sich jedoch vor allem mit der traditionellen Form der Sargbestattung. Dazu besichtigten sie nach dem Friedwald auch den Beelener Friedhof. Bürgermeisterin Elisabeth Kammann begrüßet die Gruppe, deren Teilnehmer aus dem ganzen Kreis kommen. „Wir haben hier den alten Friedhof mit der neuen Anlage auf der anderen Seite der Ems mit einer Brücke verbunden“, stellte die Verwaltungschefin das ungewöhnliche Konzept vor. „Der Fluss des Lebens verbindet die beiden Hälften dieses Ruhestätte“, so die Bürgermeisterin.

„Die Teilnehmer absolvieren den Grundkursus, im kommenden Jahr folgen Aufbaukurse zu weiteren Schwerpunkten“, macht Heinz-Willi Kehren deutlich. Dann werden die Friedhofsführer, ähnlich den Kirchenführern, in der Lage sein, die traditionelle Begräbniskultur an interessierte Bürger weiterzugeben. „Damit erreichen wir hoffentlich einen entspannteren Umgang mit diesem Thema“, hofft der Kursleiter.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/507808?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F702594%2F702596%2F
Debatte um unzufriedene Mitarbeiter: Bewohner-Angehörige schalten sich ein
In der DKV-Residenz am Tibusplatz gibt es Ärger. Die Leitung lädt ihre Bewohner am Montag zum Austausch ein.
Nachrichten-Ticker