Kreis Warendorf
Vorstandsgehälter offenlegen: Sparkasse Münsterland Ost kommt Gesetz zuvor

Donnerstag, 14.01.2010, 04:01 Uhr

Kreis Warendorf - Wer verdient was? Spannende Frage, die ganz auf die menschliche Neugier abzielt. Aber darum soll es gar nicht gehen. Transparenz heißt das Zauberwort.

Die Landesregierung hat im Dezember 2009 nämlich das so genannte „Transparenz-Gesetz“ auf den Weg gebracht. Danach müssen Sparkassen, Stadtwerke und andere öffentliche Unternehmen in diesem Jahr die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen.

Die Sparkasse Münsterland Ost ist diesem Gesetz allerdings schon zuvorgekommen. Bereits seit dem Geschäftsjahr 2007 veröffentlicht das Kreditinstitut die Höhe der Vorstandsgehälter . Für 2008 sahen die Zahlen so aus: Sparkassen-Chef Markus Schabel verdiente 568 000 Euro. Die Bezüge des vierköpfigen Vorstands summierten sich auf 1,97 Millionen Euro ( Heiner Friemann 468 000 Euro, Wolfram Gerling 467000 Euro und Klaus Richter 472 000 Euro).

Warum sich die Sparkasse ohne gesetzlichen Druck entschied, diese Zahlen zu veröffentlichen? Hier die Antwort im Wortlaut: „Mit diesen Informationen gehen wir offen um, unabhängig von künftigen Auflagen des Gesetzgebers. Der Geschäftsbericht ist auf unserer Internetseite öffentlich einsehbar.“

Sparkassen-Chef Markus Schabel verdient mit 568 000 Euro jedenfalls deutlich mehr als sein Kollege von der Kreissparkasse Steinfurt. Letztere hatte - mit Blick auf das „Transparenz-Gesetz“ - bereits Ende 2009 veröffentlicht, dass ihr Vorstandssprecher ein Gehalt von 357 000 Euro bezieht. Zusammen bekommt der vierköpfige Vorstand der Kreissparkasse Steinfurt gut 1,3 Millionen Euro.

Andernorts haben Sparkassen-Vorstände allerdings bereits dagegen geklagt, dass ihre Gehälter offengelegt werden sollen. Das Oberlandesgericht Köln hält das neue Gesetz sogar für „verfassungswidrig“. Und viele fürchten eine Neid-Debatte.

Das neue Gesetz trifft aber nicht nur die Sparkassen. Auch beim Kreis werden mögliche Auswirkungen geprüft. Der Kreis als Mehrheitsgesellschafter der Abfallwirtschaftsgesellschaft oder der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung könnte verpflichtet sein, Gehälter offenzulegen. „Wir beginnen aber gerade erst mit der Prüfung“, so Kreis-Sprecher Norbert Kampelmann.

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