Kreis Warendorf
Elternbeiträge: Berechtigter Protest

Donnerstag, 07.10.2010, 06:10 Uhr

Der Kreis Warendorf ist stolz darauf, viele Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen zu haben und feiert sich als familienfreundlich. Dabei setzt der Kreis mit dem Ausbau der U3-Betreuung eigentlich nur die gesetzliche Vorgabe aus Berlin um. Die Kosten dafür dürfen jetzt nicht einfach auf die Eltern abgewälzt werden, denn die Familien sind sowieso sehr belastet. Stattdessen sollte man besser die Kreisumlage erhöhen.

Was die Betreuung der Unterdreijährigen angeht, wurde der Akzent sehr einseitig auf den Ausbau von Einrichtungen gelegt. Klar, viele Eltern wollen und brauchen ein solches Angebot. Aber es gibt Alternativen: Tagesmütter zum Beispiel, die im Kreis echt zu kämpfen haben, damit sie ihre eher schlechte Bezahlung durch das Jugendamt überhaupt erhalten.

Wer von familienfreundlichen Lösungen spricht, meint in der Regel, dass der Staat berufstätigen Eltern entgegenkommt. Ob es dabei für ein einjähriges Kind das Beste ist, den ganzen Tag in einer Einrichtung zu verbringen, muss jeder für sich beantworten.

Würde der Staat wenigstens in den ersten beiden Lebensjahren der Kinder mehr Geld direkt in die Familien geben, dann hätten die Eltern echte Wahlfreiheit. Aber die Familien werden mit dem Argument entmündigt, das Geld komme bei den Kindern nicht an. Sicher gibt es auch Familien, bei denen das Jugendamt sehr genau hinschauen müsste. Trotzdem ist es ein Armutszeugnis, den Familien grundsätzlich zu unterstellen, ihre Kinder seien besser in der Kita als zu Hause aufgehoben.

Den Eltern ist zu wünschen, dass Kreis und Kommunen finanziell in die Bresche springen. Obwohl das eigentlich Aufgabe von Bund und Land wäre. Aber der Staat lässt die Familien im Stich. Der Protest der Eltern kommt zwar spät, aber er ist berechtigt.

Beate Kopmann

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