Kreis Warendorf
Zurück auf die Schiene

Mittwoch, 17.11.2010, 09:11 Uhr

Münster - Die letzte Machbarkeitsstudie stammt aus dem Jahr 1999. Doch der Plan zur Reaktivierung des Zugverkehrs auf der Bahnstrecke Münster-Neubeckum blieb in der Schublade.

Am Dienstagnachmittag nun stellten Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Friedrich Gnerlich , Baudezernent des Kreises Warendorf, ein neuerliches Papier vor. Es soll nicht so lange in der Schublade verbleiben. Dafür nannten Lewe und Gnerlich auch zwei Gründen.

Zum einen sei die Trasse auf den Teilbereich Münster-Sendenhorst beschränkt, was die Kosten senken und die Wirtschaftlichkeit steigern soll. Zum anderen „senden wir jetzt das klare Signal an die Landesregierung, dass wir es ernst meinen“, so Lewe.

Dr. Hermann Paßlick, Vorsitzender des Zweckverbandes für den Schienenpersonennahverkehr im Münsterland (ZVM), formulierte es so: „Beim letzten Mal haben wir keinen Antrag gestellt, jetzt stellen wir einen.“ Gleichwohl sprach Stadtdirektor Hartwig Schultheiß von einem „Projekt dieses Jahrzehnts“. Sprich: Sollten im Jahr 2019 die Züge von Sendenhorst nach Münster rollen, sind alle zufrieden.

ZVM-Geschäftsführer Michael Geuckler stellte am Dienstag die Eckpunkte des Konzeptes vor:

» Kosten: Die Herrichtung des 21 Kilometer langen Gleisstranges würde 32,3 Millionen Euro kosten. Erwartet wird eine Landesförderung von mindestens 85 Prozent.

» Betrieb: Der laufende Zuschuss wird mit 3,5 bis 3,9 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Entsprechende Mittel müssten Bund und Land dem ZVM zur Verfügung stellen.

» Fahrgäste: In der vorliegenden Untersuchung werden 6260 Fahrgäste pro Tag prognostiziert.

» Haltestellen: Geplant sind Bahnhaltepunkte in Sendenhorst, Albersloh, Wolbeck, Angelmodde, Gremmendorf, Loddenheide, Halle Münsterland und am Gleis 21 im Hauptbahnhof Münster. Für sinnvoll erachtet wird eine Weiterführung des Zuges bis zum Zentrum Nord oder alternativ bis Telgte.

» Taktung: Im Stadtgebiet Münster geht man an den Tagesstunden der Werktage von einem 20-Minuten-Takt aus, ansonsten von zwei Fahrten pro Stunde. Die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Wolbeck läge bei 14 Minuten. Zum Vergleich: Die Buslinie 8 benötigt 23 Minuten. Sendenhorst wäre nach 28 Minuten erreicht. Bei den Regionalbussen liegt die Fahrzeit zwischen 34 und 41 Minuten.

» Auswirkungen auf den Omnibusverkehr: Wegfallen würde in Münster die Stadtbuslinie 8, im Regionalverkehr hätte die Linie R32 zwischen Wolbeck und Sendenhorst keine Zukunft mehr. Da es mehr Bushaltestellen als Bahnhaltestellen gibt, wäre dies teilweise ein Verlust an Service.

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