Kreis Warendorf
Bauern sind stinksauer

Samstag, 29.01.2011, 07:01 Uhr

KREIS WARENDORF - Die Landwirte sind stinksauer. Sauer auf Futtermittelhersteller, die in krimineller Weise Dioxin verseuchte Fettsäuren dem Futtermittel beimischen und in der Folge in Insolvenz gehen, während die übrige Branche ihre Hände in Unschuld wäscht. „Wir werden uns das merken“, kündigte Hermann-Josef Schulze-Zumloh , Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, an.

Deutliche Worte fielen gestern auf dem Kreisverbandstag in der Stadthalle Ahlen . Schulze-Zumloh verlangte harte Strafen für die Verursacher und forderte außerdem, dass die geschädigten Landwirte für die entstandenen Einkommensverluste entschädigt werden müssten.

Prof. Dr. Folkhard Isermeyer , der über „Landwirtschaft im Umbruch“ sprach, legte den 350 Landwirten ans Herz, sich künftig verstärkt für die Herkunft des Futtermittels zu interessieren und nicht gleich „dem Billiganbieter den Vorzug zu geben“. Heftige Kritik übte der Präsident des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts, des früheren Bundesforschungsinstituts für ländliche Räume, Wald und Fischerei, an einigen Medien, die beim Dioxin in unverantwortlicher Weise Hysterie geschürt hätten. Auch über 300 seiner Kollegen ärgerte der Referent sich: Diese hatten den Aufruf „Wir haben es satt“ unterzeichnet und sich gegen Massentierhaltung ausgesprochen.

Isermeyer räumte aber ein, dass es ein breites Unbehagen in der Bevölkerung an der heutigen Form der Tierhaltung gebe, dem die Wissenschaft - sein Institut berät die Bundesregierung - Rechnung tragen solle. Der Referent sprach sich für neue Formen des Wirtschaftens bei der Tierhaltung aus.

Zuvor hatten Landrat Dr. Olaf Gericke und Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller eine Lanze für die hiesigen Landwirte gebrochen und ihnen sowie der Lebensmittelindustrie bescheinig, sauber zu sein. Gericke lobte auch die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bei der Umsetzung des EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Martin Wickensack, Vorsitzender des Ladjugend, wandte sich in seinem Grußwort dagegen, einen ganzen Berufsstand an den Pranger zu stellen. Der scheidende KLJB-Vorsitzende plädierte dafür, bei Stallerweiterungen oder -neubauten rechtzeitig das Gespräch mit Anwohnern zu suchen. Agnes Boes nahm als Kreisvorsitzende für die Landfrauen in Anspruch, mit Vorträgen in Kindergärten und Schulen über gesunde Ernährung eine wichtige Beitrag zur Bildungsarbeit zu leisten.

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