Kreis Warendorf
Umweltschutz und Transparenz gefordert

Samstag, 12.03.2011, 06:03 Uhr

Kreis Warendorf - Die umstrittenen geplanten Probebohrungen der Firma Exxonmobil in Drensteinfurt nahmen gestern breiten Raum in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Planung des Kreises ein. Mit einer informativen Power-Point-Präsentation führte Werner Grigo , Leitender Bergdirektor, in das Thema ein. „Wir von der Bezirksregierung Arnsberg können einen Beitrag leisten, indem wir Sachargumente liefern.“

Grigo versuchte in seinem Vortrag vor Ausschussmitgliedern und einigen Bürgern auch das Vertrauen in das Genehmigungsverfahren, Gesetze und die gutachterliche Begleitung durch die Landesregierung zu stärken. Bisher habe Exxonmobil lediglich das Recht nachgucken zu dürfen, mehr nicht. Das müsse man sich so vorstellen wie einen Hausbau. Das Grundstück ist da, aber noch kein Bauantrag gestellt, erläuterte Grigo. „Wenn die Gewinnanträge vorliegen, wollen wir informiert sein, schließlich sind wir das Quetschholz der unterschiedlichen Interessen von Wirtschaft, Umwelt und Bürgern.“

Wichtig war dem Bergdirektor auch eine noch stärkere Transparenz und konsequente Bürgerinformation. Es solle künftig noch mehr von der Bezirksregierung ins Internet gestellt werden. Gerne gab Grigo seine komplette Präsentation auch an Bürger und Politiker raus.

Grigo betonte, dass auch das für den 23. März in Dortmund geplante Expertenfachgespräch in Dortmund auf eine breite Basis gesetzt werde. Eingeladen seien Toxikologen, Hydrologen, andere Wissenschaftler, Fachleute der Politik aber auch die Vorstände der Bürgerinitiativen, die sich bestens in die Thematik eingearbeitet hätten.

Gerne hörten Politiker und Bürger auch die Ankündigung, dass die Bezirksregierung eine Bergrechtsänderungsinitiative gestartet habe, die unter anderem eine im Gasbohrungsverfahren viel frühere Umweltverträglichkeitsprüfung fordere.

Einig waren sich alle Fraktionen in der sich anschließenden Diskussion, dass der Wasserschutz oberste Priorität habe. Gefordert wurden immer wieder Transparenz und Umweltverträglichkeit. Allerdings, so Karl Wilhelm Hild (CDU), dürfe man nicht schon das Erkunden in eine „Teufelsecke“ stellen

Beteiligt, so Grigo, sei der Kreis als zuständige Wasserbehörde. Der Bergdirektor unterstrich: „Eine Erlaubnis von der Bezirksregierung wird nur im Einvernehmen mit dem Kreis erteilt.“ Außerdem müsse auch Exxonmobil jede Hürde einzeln nehmen. Und falle eine, sei der weitere Weg versperrt, versicherte Grigo in Richtung der Kritiker, die Angst haben, dass bei der geplanten Erdgasförderung nach einer ersten Genehmigung in Salamitaktik alles Weitere „durchgedrückt“ wird.

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