FDP-Landtagsabgeordneter gibt alle Parteiämter ab
Romberg ist raus

Kreis Warendorf -

Dr. Stefan Romberg ist jetzt einfaches FDP-Mitglied. Der bisherige Landtagsabgeordnete hat mit sofortiger Wirkung alle Parteiämter niedergelegt. Mit dieser Entscheidung reagiert Romberg auf die heftige Wahlschlappe, die er am Sonntagabend auf dem Bezirksparteitag der Münsterland-FDP hinnehmen musste. Dort war der Landtagsabgeordnete als Spitzenkandidat der Münsterland-FDP durchgefallen.

Montag, 26.03.2012, 18:03 Uhr

Nur 32 von 99 Delegierten des Münsterlandes votierten für den Drensteinfurter, der seit 2000 Landtagsabgeordneter war, seit 2006 dem Landesvorstand der Liberalen angehörte und außerdem zum FDP-Vorsitzenden im Kreis Warendorf gewählt wurde. Romberg war auf dem Bezirksparteitag angeboten worden, auf Platz zwei des Bezirks zu kandidieren. Das hat der Drensteinfurter aber abgelehnt.

Statt Romberg steht jetzt der 25-jährige Betriebswirt Henning Höne (FDP-Kreisvorsitzender Coesfeld und Landesvorsitzender der Jungen Liberalen) auf Platz eins des Bezirksverbandes. Festgezurrt wird die Landesliste am kommenden Sonntag in Duisburg. Sollten die Liberalen wieder in den Landtag kommen, wird die Münsterland-FDP dann wohl keinen Abgeordneten mehr stellen. Denn Romberg war über einen der vorderen Listenplätze seiner Partei in den Landtag gekommen. Ein so privilegierter Platz dürfte wohl für einen Newcomer eher unwahrscheinlich sein.

In einer ersten Stellungnahme kommentierte Romberg: „Die demokratische Entscheidung auf dem Parteitag nehme ich selbstverständlich an. In einer Demokratie werden Mandate auf Zeit vergeben. Wenn man ein solches Votum akzeptiert, ist es für mich selbstverständlich und folgerichtig den Weg freizumachen und sämtliche Parteiämter in der FDP zur Verfügung zu stellen. Es war mir eine Freude und eine Ehre, die Region im Landtag zu vertreten und blicke auf zwölf sehr erfolgreiche Jahre gerne zurück“.

Der 42-jährige Drensteinfurter war unter anderem auch Vize-Chef der FDP im Münsterland und in dieser Funktion auf dem Bezirksparteitag zuvor auch bestätigt worden.

Nach Aussage des FDP-Bezirksvorsitzenden Gerhard Stauff (Senden) war das Ergebnis des Parteitages für alle „eine faustdicke Überraschung“. Stauff räumte aber ein, Romberg habe sich sehr spät zur Kandidatur entschieden. Erst einen Tag vor dem Bezirksparteitag habe der Abgeordnete zugesichert, erneut antreten zu wollen. „Seine Rede war gut, aber er hat die Delegierten nicht beim Herzen gepackt. Er hat nicht wirklich deutlich gemacht, dass er für uns kämpfen will.“

Um seine berufliche Zukunft muss sich Romberg trotz der Wahlschlappe keine Sorgen machen. Der Drensteinfurter ist seit 2003 neben der Arbeit im Landtag als ärztlicher Psychotherapeut und Facharzt für Nervenheilkunde im St.-Marien-Hospital in Hamm tätig. Er soll jetzt eine leitende Stelle als Arzt angeboten bekommen haben.

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