Neustart für das Museum in Telgte
Religio eröffnet: „Einmalig in Deutschland“

Telgte -

In Telgte ist das Museum Religio nach 15-monatiger Umbauphase neu eröffnet worden. Inhaltlich wurde es zu einem Westfälischen Museum für religiöse Kultur weiterentwickelt. Kostenvolumen: 2,6 Millionen Euro.

Sonntag, 29.04.2012, 15:04 Uhr

Neustart für das Museum in Telgte : Religio eröffnet: „Einmalig in Deutschland“
Zur Musik der Walking Blues Prophets zogen die Gäste der Eröffnungsveranstaltung vom Bürgerhaus zum Museum Religio, vorneweg LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Sparkassenschef Markus Schabel und Landrat Dr. Olaf Gericke. Foto: Greife

Erst morgens um vier waren die letzten Handwerker fertig geworden. Zwölf Stunden später kamen schon die Ehrengäste. Die betraten keineswegs eine Baustelle, sondern ein komplett neu durchgestyltes Museum Religio, das am Samstag mit einem Festakt eröffnet wurde.

Mit dem Abschluss der 15 Monate dauernden Umbauphase gehören das Heimathaus Münsterland und das reine Krippenmuseum in Telgte endgültig der Vergangenheit an. An deren Stelle tritt das Westfälische Museum für religiöse Kultur mit einem Konzept, das „unseres Wissens einmalig ist in Deutschland “, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke . Das Museum bringe nun verschiedene Religionen miteinander ins Gespräch und stelle Westfalen als Region unterschiedlicher konfessioneller Prägungen vor.

Inhaltlicher Schwerpunkt bleibt indes weiter das Chri­stentum, wie Weihbischof Dr. Stefan Zekorn betonte. Die traditionellen Themen des Museums – Krippen, Wallfahrt und Kardinal von Galen – bleiben erhalten, werden nun aber in einen größeren Zusammenhang gestellt, indem zum Beispiel gezeigt wird, wie Wallfahrten in anderen Religionen begangen werden.

Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper beschrieb das neue Museum als „Kompetenzzentrum für religiöse Fragen“. Er wünsche dem Haus ein Klima der Toleranz und Offenheit, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung für die unterschiedlichen Zugänge zum Glauben.

2,6 Millionen Euro wurden investiert. Die größten externen Geldgeber waren der Landschaftsverband und die Sparkasse Münsterland Ost. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch sprach von einem Alleinstellungsmerkmal des Museums in Westfalen-Lippe. Es habe einen neuen Impuls gebraucht, da es in die Jahre gekommen sei. Durch Leuchtturmprojekte wie das Religio werde die Region attraktiv, so Sparkassenschef Markus Schabel. Neue Präsentationstechniken machten es zugleich zukunftsfähig.

Finanziell habe die Neukonzeption eine Punktlandung hingelegt, so Landrat Gericke, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Museums-GmbH. „Wir nagen jetzt keinesfalls am Hungertuch“, hob er die solide Finanzierung hervor. Neben dem Kreis haben das Bistum Münster und die Stadt Telgte Eigenmittel investiert. Fördergelder kamen ferner von der NRW-Stiftung.

Neben der Krippenausstellung von November bis Januar wird es im Religio jedes Jahr eine zweite Sonderschau geben. Die erste befasst sich mit dem Thema Aberglauben und soll im Frühsommer eröffnet werden.

.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/713420?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F702529%2F703759%2F
Nachrichten-Ticker